EEG-Umlage steigt auf 6,24 Cent: Die Energiewende und ihre Konstruktionsfehler





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Strom wird teuer

EEG-Umlage steigt auf 6,24 Cent: Die Energiewende und ihre Konstruktionsfehler

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Strom wird teuer: Die EEG-Umlage wird ab dem kommenden Jahr auf 6,24 Cent pro Kilowattstunde steigen. Schuld an dem abermals deutlichen Anstieg sind auch grobe handwerkliche Fehler in der Energiepolitik. Verbraucher müssen deshalb auch in den Folgejahren mit immer höheren Stromkosten rechnen.

Im Jahr 2011 hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel den Bürgern versprochen, dass die Belastung durch die EEG-Umlage nicht über 3,6 Cent hinaus ansteigen würde. Daran dürfte sich die Kanzlerin heute nur ungern erinnern lassen. Die Strompreise werden in den kommenden Jahren aus drei Gründen noch sehr viel weiter steigen: Erstens wird die EEG-Umlage durch den Rückgang des Strompreises an der Börse weiter steigen. Zweitens schlagen sich die Kosten der Energiewende zusätzlich in anderen Preisbestandteilen wie den Netzentgelten und damit auch den Kosten für Reservekraftwerke nieder.

EEG-Umlage deckt Kosten der Energiewende nicht ab

Drittens ist Entlastung nicht in Sicht: Stromversorger geben sinkende Großhandelspreise durch den mangelnden Wettbewerb nicht an ihre Kunden weiter und mögliche Entlastungen der Verbraucher durch die Streichung von Ausnahmetatbeständen bei der EEG-Umlage für Unternehmen müssten Verbraucher an anderer Stelle durch höhere Preise zumindest teilweise selbst bezahlen.

Die in der Energiewende keinesfalls neutrale Grünen-Partei hat den Anstieg der Ökostromumlage von der Beratungsfirma Energy Brainpool unter die Lupe nehmen lassen. Dieses kommt zu dem Schluss, dass der diesjährige Anstieg der Abgabe zu 50 Prozent auf den gesunkenden Börsenpreis von Strom zurückzuführen ist.

Es ist ein grober handwerklicher Fehler der Energiepolitik: Wächst die Differenz zwischen dem Börsenstrompreis und der garantierten Vergütung für Energieerzeuger, steigt automatisch auch die EEG-Umlage. Der Preis für eine Kilowattstunde Strom ist in den vergangenen Jahren von bis zu 8,3 Cent im Jahr 2008 auf 3,15 Cent gefallen. Das wird vor allem auf das Überangebot zurückgeführt, das durch den Ökostrom entsteht. Allerdings lag der Börsenpreis im Jahr 2002 bei unter 2,5 Cent.

Rund 25 Prozent der EEG-Erhöhung 2014 sind laut Brainpool Energy auf die Vergünstigungen für die Industrie zurückzuführen. Hier wird immer wieder eine zu große Anzahl an Ausnahmetatbeständen bemängelt, die auch Unternehmen außerhalb des globalen Wettbewerbs - wie zum Beispiel dem öffentlichen Nahverkehr - zugute komme. Die Streichung von Ausnahmen würde allerdings zwingend Preiserhöhungen in diesen Bereichen nach sich ziehen.

Nur 13 Prozent der EEG-Umlage für den Ausbau der "Erneuerbaren"

Nur rund 13 Prozent der Erhöhung entfallen laut Grünen-Studie auf den Ausbau der so genannten erneuerbaren Energiequellen wie Sonne und Wind. In den vergangenen Jahren war der Anteil dieses Postens deutlich größer. Der Rückgang dürfte sich ganz wesentlich durch die Kürzung der Photovoltaik-Subventionen erklären.

Ein weiterer Kostentreiber ist bereits in Sicht: Da sich die mit Wind und Sonne gewonnene Energie mit der gegenwärtigen Infrastruktur nicht in großem Stil speichern lässt, können durch den Zubau von erneuerbaren Energieträgern keine konventionellen Kraftwerke substituiert werden. Die konventionellen Kraftwerke werden wegen des vorrangig einzuspeisenden Ökostroms und der gesunkenen Börsenpreise aber zunehmend unrentabel. Energieversorger haben bei der Bundesnetzagentur deshalb bereits rund 30 Stilllegungsanträge eingereicht. Dem Großteil davon dürfte aufgrund von Systemrelevanz nicht stattgegeben werden. In diesem Fall werden die Kosten der „Reserve“ über die Netzentgelte auf die Verbraucher umgelegt.

Alle Angaben ohne Gewähr.

BankingPortal24.de
17.10.2013

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: EEG-Umlage steigt, Strom wird teuer, Energiewende

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Kommentare:
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smoerrebrod schrieb am 17.10.2013 19:27:09

wie immer wenn die politik sich in maerkte einmischt: stueckwerk, extreme kurzsicht und ohne ende mehrkosten fuer verbraucher! und dieselben politikclowns werden immer wieder gewaehlt. offensichtlich verdient es der deutsche einfach nicht anders...




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