Girokonto-Preispolitik: Großbanken betreiben Preisdumping über ihre Töchter





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Kunden diverser Banken erhalten seit einigen Wochen Post

Girokonto-Preispolitik: Großbanken betreiben Preisdumping über ihre Töchter

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Auf dem deutschen Zahlungsverkehrsmarkt bieten derzeit mehrere Entwicklungen Stoff für betriebswirtschaftliche Fallstudien. Eine davon betrifft die Preispolitik bei Girokonten: Während große Banken Kontoführungsgebühren durch die Hintertür wieder einführen, betreiben sie über ihre Direktbank-Töchter regelrechtes Preisdumping.

Kunden diverser Banken erhalten seit einigen Wochen Post. Die Institute teilen mit, dass die Kontoführungsgebühren erhöht werden bzw. das bislang kostenlose Konto auf ein kostenpflichtiges Kontomodell umgestellt wird. Ein genereller Trend zurück zu höheren Kontoführungsgebühren existiert aber nicht. Während Filialbanken wechselfaule Kunden abschöpfen, wird der Preiskampf zwischen Direktbanken härter. Ganz vorn mit dabei sind ausgerechnet Direktbank-Töchter der großen Institute.

Kostenlose Girokonten bei Direktbanken

Beispiel Deutsche Bank: Über die Konzerntochter norisbank bietet das größte deutsche Kreditinstitut allen Privatkunden ohne Bedingungen ein kostenloses Girokonto. Vor einigen Monaten - nachdem die norisbank alle ihre Filialen geschlossen hatte - wurde das Angebot aufgestockt: Kontoinhaber können seitdem mit einer kostenlosen Kreditkarte im weltweiten Ausland kostenlos Bargeld abheben. Die Deutsche Bank selbst verlangt von fast allen Kunden Kontoführungsgebühren bis zu rund 10,00 Euro im Monat.

Beispiel Commerzbank: Die Direktbank-Tochter comdirect wirbt aggressiv um Neukunden und bietet neben 50,00 Euro Willkommensprämie weitere 50,00 Euro für Kunden, die das Konto aus Unzufriedenheit wieder kündigen. Die comdirect verzichtet im Unterschied zur Commerzbank ohne Bedingungen auf Gebühren für Girokonto und Kreditkarte. Bei der Commerzbank können für beides zusammen bis zu 150,00 Euro im Jahr anfallen.

Beispiel Sparkassen: Viele Sparkassenkunden werden noch immer mit 100,00 Euro pro Jahr und mehr zur Kasse gebeten. Die 1822direkt – ein Tochterunternehmen der Frankfurter Sparkasse - eröffnet für Kunden aus dem gesamten Bundesgebiet Girokonten. Die Kontoführung ist ab 1,00 Euro Geldeingang im Monat kostenfrei und inkludiert eine Sparkassen-Card, die kostenlose Barabhebungen an allen 25.000 ATMs der Sparkassen-Finanzgruppe in Deutschland ermöglicht. Das dichte Automatennetz ist vor allem in ländlichen Regionen ein wichtiges Verkaufsargument der Sparkassen.

Sind Filialbank-Kunden selbst schuld?

Beispiel Volks- und Raiffeisenbanken: Die Deutsche Skatbank bietet Privatkunden ohne Bedingungen ein kostenloses Girokonto mit VR-Bank-Card (18000 kostenlose ATMs). Bei vielen Volksbanken fallen, ähnlich wie bei den Sparkassen, jährliche Kontoführungsgebühren im Bereich von 100 bis 150 Euro an.

Einige Filialbanken schalten die Girocards ihrer Töchter sogar für ihre eigenen SB-Terminals frei. Kunden der norisbank können so beispielsweise an den Terminals der Deutschen Bank Überweisungen aufgeben, Bareinzahlungen tätigen und Kontoauszüge ausdrucken.

Auf den ersten Blick könnten sich die deutlich höheren Kosten bei Filialbanken durch die persönliche Beratung und die Gemeinkostenumlage für den Betrieb der Filialen rechtfertigen. Bei genauerer Betrachtung könnte die Zahlungsbereitschaft der Kunden die Ursache für die differenzierte Preispolitik sein. Ein typischer Filialkunde legt eine geringe Wechselbereitschaft an den Tag und sanktioniert hohe Gebühren seltener mit Abwanderung als ein typischer Direktbank-Kunde, der vor der Kontoeröffnung mehrere Angebote im Internet vergleicht.

Alle Angaben ohne Gewähr.

BankingPortal24.de
05.12.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Girokonto-Preispolitik, Zahlungsverkehrsmarkt, Preisdumping über ihre Töchter

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