Sparkassen sehen im Bürgerkonto einen Beitrag zum Gemeinwohl





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Girokonto für wirklich jedermann?

Sparkassen sehen im Bürgerkonto einen Beitrag zum Gemeinwohl

Die Sparkassen bieten mit dem "Bürgerkonto" ab sofort ein Girokonto für jedermann, das auch wirklich jeder bekommen soll, der es beantragt. Dennoch müssen Verbraucher mit beschädigter Bonität oder in finanziellen Problemen weiterhin mehr für Konto und Karte zahlen als "gute" Bankkunden.

Bereits seit mehreren Jahren gibt es die freiwillige Selbstverpflichtung der Kreditwirtschaft. Diese hatte einst zugesagt, jedem Bürger auf Antrag hin ein Konto auf Guthabenbasis einrichten zu wollen. Die Finanzbranche hatte es damit geschafft, einer gesetzlichen Regelung - letztlich also einem Kontrahierungszwang - aus dem Weg zu gehen.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband teilte in der vergangenen Woche mit, dass ab Oktober jedem Bürger ein Konto eröffnet werde – und zwar bei allen 423 Sparkassen bundesweit. "Mit dem Bürgerkonto können Kunden am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen, ohne sich dabei zu verschulden. Dabei bezahlen sie keine höheren Entgelte als bei einem vergleichbaren Konto mit Überziehungsmöglichkeit. Schlichtersprüche zum Bürgerkonto werden von der Sparkasse als verbindlich anerkannt", hieß es in der Presseerklärung.

Das Bürgerkonto im Detail

Die Erklärung der Sparkassen umfasst vier Punkte. Grundsätzlich, so heißt es, richtet jede Sparkasse Privatpersonen ein Guthabenkonto ein. Bedingung ist lediglich, dass der Antragsteller im Geschäftsgebiet der jeweiligen Sparkasse wohnt. Ausnahmen soll es nur wenige geben: Explizit genannt werden in der Erklärung der Missbrauch von Dienstleistungen bei Kreditinstituten durch den Kontoinhaber oder das Nichtzahlen der vereinbarten Kontoführungsgebühren.

Das Bürgerkonto soll mit einer Sparkassen-Card ausgestattet sein und nicht mehr kosten als ein Konto mit Überziehungsmöglichkeit, das von der jeweiligen Sparkasse angeboten wird. Die Sparkassen entscheiden dezentral, wie viel sie für die Kontoführung verlangen. Viele Sparkassen bieten mehrere Kontomodelle an: Manche sehen niedrige Fixkosten und höhere nutzungabhängige Entgelte, andere Pauschalpreise vor.

Die Sparkassen wollen im Fall einer Ablehnung von Kontoeröffnungen sowie bei Kündigungen im Einzelfall eine schriftliche Begründung liefern. Mit dieser können sich Betroffene an die Schlichtungsstellen der Sparkassen-Finanzgruppe wenden.

Beitrag zum Gemeinwohl oder Symbolpolitik?

Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, sieht in der Einführung des Bürgerkontos einen wichtigen Beitrag der Sparkassen: "Mit dem Bürgerkonto stellen die Sparkassen sicher, dass wirklich jeder ein Girokonto bekommt. Wir sind überzeugt, dass dies ein wichtiger Beitrag zum Gemeinwohl ist".

Wie groß dieser Beitrag in der Summe letztendlich sein wird, hängt davon ab, in welchem Umfang die Anzahl der unfreiwillig kontolosen Personen in Deutschland reduziert wird. Derzeit sind Schätzungen zufolge einige hunderttausend Menschen von der Problematik betroffen. Allerdings ist unklar, inwieweit dieser Personenkreis tatsächlich Interesse an einem Girokonto hat. Wäre eine negative Bonität allein ursächlich für die Abstinenz vom bargeldlosen Zahlungsverkehr, hätten fünf bis sechs Millionen Deutsche kein Konto: Zu ungefähr so vielen Verbrauchern liegen der Schufa Negativeinträge vor.

BankingPortal24.de
02.10.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Bürgerkonto, Sparkassen, Girokonto für jedermann

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