Deutsche Staatsschulden steigen auf 2200 Mrd.: Wo kommt das alles her?





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Deutsche Staatsschulden steigen auf 2200 Mrd.: Wo kommt das alles her?

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Die deutsche Staatsverschuldung steigt rasant an. 2009 belief sich der Gesamtschuldenstand der öffentlichen Haushalte auf 1700 Mrd. Euro. Ende 2012 werden es bereits 2200 Mrd. Euro sein. Woher bloß stammt die Sage von der deutschen Stabilitätskultur?

Der Gesamtschuldenstand von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen könnte am Ende dieses Jahres die unglaubliche Höhe von 2200 Milliarden Euro erreichen. Gemessen an der jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht das einem Schuldenstand von 83 Prozent. Das hat das Kieler Institut für Weltwirtschaft in der vergangenen Woche berechnet. Zu den größten Schuldentreibern in diesem Jahr gehören den Ökonomen zufolge die Abwicklung der West-LB. Die Einzahlungen Deutschlands in den ESM und zusätzliche Einlagen in die Europäische Investitionsbank (EIB). Auch neue Garantien der EFSF trugen zum Anstieg bei.

Ende 2011 wies das Statistische Bundesamt noch einen Gesamtschuldenstand in Höhe von 2025,4 Mrd. Euro aus. Das entsprach einer Pro-Kopf-Verschuldung in Höhe von 24771 Euro.Zum Vergleich: Wer in Deutschland Privatinsolvenz anmeldet, tut dies mit einer durchschnittlichen Schuldenlast von etwa 32.000 Euro. Zum Stichtag 31.12.2009 summierten sich die Schulden der öffentlichen Haushalte in Deutschland noch auf 1694 Mrd. Euro. In den konjunkturell starken Jahren 2010 und 2011 sowie im konjunkturell durchschnittliche Jahr 2012 verzeichnet der Schuldenstand somit einen Anstieg um 500 Mrd. Euro.

Wie lange noch bis zum Staatsbankrott?

Diese Fakten passen nicht zum Bild der stabilitätsorientierten Deutschen, die im Vergleich mit anderen Mitgliedern der Euro-Zone so viel wirtschaftliche Vernunft an den Tag legen sollen. Es steht zu befürchten, dass sich die Entwicklung in unveränderter Art und Weise fortsetzt. Schließlich wurde in der vergangenen Woche der ESM in Karlsruhe durchgewunken, der Deutschland mit 190 weiteren Milliarden für die Euro-Rettung in Haftung nimmt.

Die Weichen für eine "Lösung" des Problems wurden bereits gestellt. Nicht ganz überraschend wird in der Eurozone eine Inflationierung angestrebt. Die EZB will Geld drucken, das der ESM unter die Leute bzw. die Staaten bringt. Das neue Führungsduo der Deutschen Bank (Fitschen/Jain) ließ am Wochenende in einem Interview verlauten, Inflation sei nun einmal der Preis für die Rettung des Euros.

Die Inflation ist unvermeidlich, weil die Schulden zu hoch sind und die Alternative zu einer Entwertung der Schuldenlast (ein Schuldenschnitt, der sich im Wesentlichen auf die Euro-Krisenländer konzentriert) auf politischer Ebene gescheut wird. 4 Prozent Inflation im Jahr entwerten die Staatsschulden binnen einer Dekade um 38 Prozent. Steigen Löhne und Renten im selben Zeitraum nur um zwei Prozent im Jahr an, entspricht das einer Reallohnsenkung um 18 Prozent, die durch den Effekt der kalten (Steuer-)Progression vor allem bei mittleren Einkommen noch deutlich stärker ausfallen wird.

Alle Angaben ohne Gewähr.

BankingPortal24.de
18.09.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Deutsche Staatsschulden, Gesamtschuldenstand von Bund, Ländern, Gemeinden, Euro-Krise

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Kommentare:
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Reinhard Kühlkamp schrieb am 08.11.2012 16:54:07

Erschreckend. Über 600 Milliarden , steigend.
Was geschied eigentlich damit.
Sicherlich ca. 260 Milliarden nur für Soziales !!!!
Was geschieht denn für diejenigen die dies alles erwirtschaften oder
erwirtschaftet haben ???
Müssen nicht endlich Privilegien abgeschaffte werden. Was macht die
Steuerreform.? Subventionen sollten durchforstet werden !!!
Bitte Frau Merkel auch hier ist EUROPA und die Krise ist nicht fern.




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