EZB wirft die Notenpresse an: Die Inflation kommt sicher!





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EZB wirft die Notenpresse an: Die Inflation kommt sicher!

Die EZB wirft die Notenpresse an und wird in unbegrenztem Umfang Euro-Staatsanleihen der Krisenländer kaufen. Der Beschluss des EZB-Rats ist aus Sicht vieler Kommentatoren der endgültige Einstieg in eine Inflationierungs-Politik mit dem Ziel einer Weichwährung. Ohne Abwertung, so meinen immer mehr Ökonomen, sei der Euro nicht am Leben zu erhalten.

Der Beschluss des EZB-Rates wurde mit einer Gegenstimme getroffen, deren Herkunft EZB-Präsident Mario Draghi bei der Pressekonferenz am Donnerstag nicht näher erläutern wollte. Die EZB wird Staatsanleihen mit Laufzeiten von 1-3 Jahren kaufen. Anders als bei dem ersten Anlaufprogramm aus dem Jahr 2010 setzt sie sich diesmal keine Obergrenze. Die Zentralbank wähnt sich eigener Aussage zufolge mit dieser Maßnahmen auf dem Boden ihres Mandats, das eine Staatsfinanzierung durch die Notenpresse eigentlich ausschließt.

Krisenländer sollen unter Rettungsschirm

Das Programm sieht mehrere Schritte vor. Zunächst sollen die Länder, die den Ankauf ihrer Anleihen wünschen, Hilfen bei den Rettungsschirmen EFSF und ESM beantragen. Die Rettungsfonds sollen mit den Ländern Auflagen und Bedingungen aushandeln und die Staatsanleihen der Länder dann direkt, also auf dem Primärmarkt, erwerben. Anschließend will die EZB auf dem Sekundärmarkt tätig werden. Die EZB betont, den Ankauf stoppen zu wollen, sollten die Länder gegen die Auflagen der Rettungsschirme verstoßen.

Die "strengen Auflagen" sind allerdings nicht weitergehend geregelt. Im Fall von Spanien zeichnet sich ab, dass Hilfen ohne weitere Bedingungen gewährt werden sollen. Die Krisen-Länder sind überwiegend nicht zu weiteren Sparmaßnahmen bereit. Das Programm dürfte deshalb den Anreiz zur Budgetsanierung verringern.

Verzicht auf vorrangigen Gläubigerstatus

Die EZB kündigte zusätzlich an, auf ihren vorrangigen Gläubigerstatus zu verzichten. Bislang galt, dass die EZB im Fall einer Umschuldung gegenüber anderen Gläubigern bevorzugt zu behandeln war. Beobachter sind sich uneins darüber, ob diese Maßnahme die Märkte beruhigen soll oder als konkrete Maßnahme zum Schutz der Gläubiger und damit des Bankensystems zu verstehen.

Die Zentralbank Draghi zufolge den Ankauf von Anleihen "sterilisieren" und das angekaufte Volumen dadurch wieder abschöpfen, dass sie sich von Geschäftsbanken Geld leiht. Dieses muss sie den Banken allerdings zurückbezahlen. Investieren diese es nicht wieder in Staatsanleihen der Krisenländer, geht die Rechnung nicht auf. Das durch die EZB angekaufte Volumen soll wöchentlich publiziert werden.

Ökonomen sehen Destabilisierung

An den Börsen kam die Ankündigung gut an: Der DAX legte nach der Bekanntgabe des Pläne deutlich zu und notierte fast drei Prozent höher als am Vortag. Der Euro notierte bei 1,2620 und damit ebenfalls fester. Nicht wenige Ökonomen übten allerdings harsche Kritik an den Plänen und sehen in ihnen den Weg zu einer Destabilisierung und Inflationierung.

Torsten Polleit, Chefökonom bei Degussa Goldhandel und damit naturgemäß ein Anhänger metallgedeckter Währungen, sieht in dem Anleiheankaufprogramm der EZB den Weg hin zu einer Auflösung des Papiergeldsystems. Er rechnet mit einer massiven Inflation in den kommenden zwei bis drei Jahren.

BankingPortal24.de
10.09.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Staatsanleihen, Ankauf, EZB, Notenpresse, Inflation

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