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Monatliche Auszahlung bei persönlicher Finanzkrise

Krise weckt Sicherheitsbedürfnis: Einkommensschutzbriefe sind private Sozialversicherung

In der Krise wächst das Bedürfnis nach Sicherheit: Solidität statt Sportwagen lautet das Motto bei immer mehr Angestellten. Die Versicherungswirtschaft ist auf den Zug aufgesprungen und bietet Produkte, mit denen sich das persönliche Einkommen und die eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse gegen Krisen jeglicher Art versichern lassen.

Eine Studie der Unternehmensberatung Towers Watson und 32.000 Angestellten weltweit verdeutlichte vor kurzem, dass Arbeitnehmer bei der Wahl eines Arbeitsplatzes heute andere Prioritäten setzen als noch vor zwei Jahren. Standen 2010 noch ein herausfordernder Arbeitsplatz und eine bequem zu erreichende Arbeitsstätte im Vordergrund, achten Angestellte heute vor allen auf einen sicheren Arbeitsplatz und ein hohes Grundgehalt. Diese Attribute waren der Studie zufolge auch jenen Mitarbeitern wichtig, die zu den "Top-10" gezählt werden und im Zweifelsfall rasch eine neue Stelle finden sollten.

Das Einkommen ist für fast alle unverzichtbar

Der Trend ist nicht neu. Im gesamtgesellschaftlichen Querschnitt scheint Sicherheit heute eine viel größere Rolle zu spielen als noch zur Jahrtausendwende. Ein schlagkräftiges Indiz dafür ist der Goldpreis: Wenn Gold als die Krisenwährung schlechthin teuer ist, spielt Zukunftsangst eine bedeutende Rolle.

Die Versicherungswirtschaft hat auf den Trend reagiert und ihr Konzept der privaten Vorsorge und Absicherung um eine weitere Sparte ergänzt. Mit Einkommensversicherungen können sich gewöhnliche Beschäftigte gegen den Verlust ihres Arbeitsplatzes absichern. Die Versicherung zahlt, wenn der Versicherungsnehmer arbeitslos oder arbeitsunfähig wird. Versicherbar sind monatliche Zahlungen von 500 bis 1500 Euro.

Für einen Monatsbeitrag von 13,50 Euro erhalten Versicherungsnehmer beim Einkommensschutzbrief der CIGNA Life Insurance Company beispielsweise eine Zusage über 500 Euro monatlich. Das reicht in vielen Fällen bereits aus, um die Differenz zwischen dem Nettoeinkommen und dem ALG-I zu decken. Der Abschluss einer Einkommensversicherung ist grundsätzlich für alle sozialversicherungspflichtig angestellten Arbeitnehmer bis 60 Jahre möglich. Die Versicherer verzichten üblicherweise auf eine umfassende Risikoprüfung und belassen es bei einer Gesundheitserklärung.

Einkommensverlust als Hebel für den sozialen Abstieg

Die Absicherung des persönlichen Einkommens im Fall von Arbeitslosigkeit wurde von der Versicherungswirtschaft bislang eher stiefmütterlich behandelt. Gang und gäbe sind lediglich Versicherungen, die im Zusammenhang mit Verbraucherkrediten abgeschlossen werden. Die Policen beschränken ihre Entschädigung dann auf die Höhe der monatlichen Kreditrate und schützen damit singulär vor Schäden an der persönlichen Bonität.

Dieser Schutz weist naturgemäß große Lücken auf. Der Verlust des Einkommens führt häufig zu Mietrückständen und Verbindlichkeiten gegenüber Energieversorgern - dann ist die persönliche Existenz im Grundsatz bedroht. Doch auch wenn Miete und Stromrechnung noch bezahlt werden können, droht bei Engpässen Ungemach: Das persönliche Finanz- und Vorsorgekonzept gerät rasch ins Wanken, wenn Beiträge zu Versicherungen nicht mehr bezahlt werden können.

Schutz für den Versicherungsschutz

In den letzten zehn Jahren hat sich in den Sozialversicherungen vieles geändert. Die gesetzliche Rentenversicherung garantiert keine auskömmliche Versorgung im Ruhestand mehr. Ebenso wenig reichen der Schutz der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung aus. Private Vorsorgeverträge werden rasch gekündigt, wenn die Beiträge nicht mehr gezahlt werden können. Während eine relativ kurze Unterbrechung bei Einzahlungen in einen Altersvorsorgevertrag noch überschaubare Konsequenzen nach sich zieht, führt ein Zahlungsrückstand bei privaten Kranken- und Pflegeversicherungen zum Verlust des Versicherungsschutzes ohne Gewähr, diesen jemals wieder erwerben zu können.

Bislang steckt der Markt für Einkommensversicherungen in Deutschland noch in den Kinderschuhen, weil es nur eine Handvoll etablierte Produkte gibt. Die Sparte wird in den kommenden Jahren mit Sicherheit an Bedeutung gewinnen – es sei denn, die Arbeitsplätze werden wieder sicherer und der Schutz der gesetzlichen Sozialversicherung komfortabler.

Alle Angaben ohne Gewähr.

BankingPortal24.de
20.07.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Finanzkrise, Einkommensschutzbriefe, Versicherung gegen Arbeitslosigkeit

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Kommentare:
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hannes z. schrieb am 20.07.2012 18:53:27

Ist doch nur konsequent: Man verlässt sich ja auch nicht nur auf die gesetzliche Krankenversicherung und erst recht nicht auf die gesetzliche Rentenversicherung, wenn man es nicht aus finanziellen Gründen muss. Warum sollte man sich dann auf die Arbeitslosenversicherung verlassen? Die meisten dieser Schutzbriefe helfen allerdings nur bis zum Eintritt der Bedürftigkeit. Ab da ist man dann seinem Schicksal bzw. dem Sozialamt überlassen.




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