Euro-Krise: Die deutsche Konjunktur beginnt zu leiden





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Arbeitsmarkt und Einkaufsmanager deuten Abschwung an

Euro-Krise: Die deutsche Konjunktur beginnt zu leiden

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Die deutsche Konjunktur verliert ihren Teflon-Status und gerät immer stärker ins Fahrwasser der Euro-Krise. Der Arbeitsmarkt bereitet eine Trendwende vor und in den Unternehmen breitet sich Pessimismus aus. Auch der private Konsum droht angesichts der wachsenden GAU-Sorgen einzubrechen.

Lange Zeit schien die deutsche Wirtschaft der Euro-Krise zu trotzen. Im angelsächsischen Raum hat sich deshalb in Anlehnung an eine unterstellte Eigenschaft der Kanzlerin der Begriff "Teflon-Wirtschaft" etabliert. Je länger die Krise dauert, desto stärker trifft sie Deutschland. Der Aufwärtstrend auf dem Arbeitsmarkt könnte im Juni zu Ende gegangen sein. Wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte, stieg die Zahl der Erwerbslosen saisonbereinigt um 7.000 gegenüber dem Vormonat. Das bedeutet, dass die im Frühsommer übliche Belebung des Arbeitsmarktes diesmal schwächer ausgefallen ist.

Ifo-Index sinkt zum dritten Mal in Folge

Der im Zusammenhang mit der konjunkturellen Entwicklung viel beachtete ifo-Index ist im Juni zum zweiten Mal in Folge gefallen. Bei drei Rückgängen in Folge indiziert der Stimmungsindikator eine Rezession. Das Münchner ifo-Institut befragt für den Index monatlich 7.000 Unternehmen zu ihrer Einschätzung der aktuellen Geschäftslage.

Der Teilindex für die gegenwärtige Lage legte im Juni noch einmal leicht von 113,2 auf 113,9 Punkte zu. Dafür ging der Teilindex zu den Erwartungen für die nächsten sechs Monate deutlich von 100,8 auf 97,3 Punkte zurück. Das spiegelt die rasch wachsende Sorge vor einer Eskalation der Schuldenkrise mit ungewissem Ausgang wider.

Die Einbußen der Exporteure in Euro-Krisenländern wurden lange Zeit durch inländische Nachfrage und Exporterfolge außerhalb der Eurozone wettgemacht. Beide Stützen drohen nun wegzubrechen.

Einkaufsmanagerindex signalisiert Rezession 

Die Stagnation am Arbeitsmarkt und die schlechte Stimmung in den Unternehmen werden vone iner Reihe weiterer Indikatoren flankiert, die auf rezessive Tendenzen in den kommenden Monaten und Quartalen hinweisen. Der europäische Markit-Einkaufsmanagerindex stagnierte im Juni bei 46 Punkten und damit auf einem Niveau, das Rezession anzeigt.

Schlechte Nachrichten kommen auch von den Maschinenbauern. Im Mai lagen die Auftragseingänge um sechs Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Es war der siebte Verlustmonat in Folge. Die Auftragslage bei den VDMA-Mitgliedsunternehmen gilt als wichtiger Frühindikator für die Konjunktur. Das Konsumklima in Deutschland ist bislang verhältnismäßig gut.

Umfragen zufolge rechnet die Mehrheit der Bundesbürger damit, dass die schlimmsten Konsequenzen in der Euro-Krise noch bevorstehen. Viele geben offenbar genau deshalb mehr Geld aus. Wie lange dieser Trend anhält, ist ungewiss.

Führt die Krise zur Schockstarre?

Das Krisenmanagement in der Euro-Krise bestand bis heute im Wesentlichen darin, durch Rettungsmaßnahmen diverser Natur Zeit zu kaufen und die Beantwortung der entscheidenden Fragen zur Funktionsfähigkeit der Währungsunion jeweils bis auf Weiteres zu unterlassen. Je stärker die Sorgen auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmen und die Anschaffungsneigung der Konsumenten durchschlagen, desto schwieriger wird dieser Kurs durchzuhalten sein. Ein Ziel der Politik besteht bis heute darin, einen Schock wie 2008 nach der Lehman-Pleite zu verhindern. Wenn sich nichts grundlegendes ändert, könnte dieser Schock auch auf Raten kommen.

BankingPortal24.de
12.07.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: deutsche Konjunktur, Euro-Krise, Abschwung, privater Konsum

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Kommentare:
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eco schrieb am 13.07.2012 21:03:53

Man darf sich von diesem ganzen Gesülze über das angeblich so gute Konsumklima nicht beirren lassen. Die Nettoreallöhne fallen weiter und damit auch die Fähigkeit zum Konsum. Der Konsum kann deutlich zurückgehen, wenn die Rechnung für Deutschland zumindest teilweise fällig wird und es zu Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen kommt. Dass die Investitionen leiden glaube ich gerne. Als mittelständischer Unternehmen würde ich derzeit auch alles zurückstellen.




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