Griechenland Pleite: 135 Mrd. Euro für den Staatsbankrott





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Mindestens 25 Milliarden aus Deutschland

Griechenland Pleite: 135 Mrd. Euro für den Staatsbankrott

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Die Griechenland Pleite kommt den deutschen Steuerzahler teuer zu stehen: Rund 135 Mrd. Euro werden in den kommenden drei Jahren benötigt, um den griechischen Staatsbankrott abzuwenden. Deutschland wird davon mindestens 25 Mrd. Euro tragen müssen. Die Sorge vor einem Übergreifen der Schuldenkrise auf andere Länder wächst: Neben Portugal gerät auch Spanien zunehmend in Bedrängnis.

Bereits in der kommenden Woche müssen Bundestag, Bundesrat und Kabinett den deutschen Anteil am Hilfspaket beschließen. Die Kredite für Griechenland sollen von der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau bereitgestellt werden. Griechenland benötigt schnell Liquidität: Bereits am 19. Mai wird eine Anleihe fällig.

Auf dem Kapitalmarkt bekommt Griechenland kein Geld mehr: Die Zinssätze für griechische Anleihen stiegen in den vergangenen Tagen in der Spitze auf über 18 Prozent. Die Bonität Griechenlands wird von den Märkten schlechter eingestuft als die von Ägypten, Argentinien und Venezuela.

Die Anleihen Griechenlands wurden zuletzt von Rating-Agenturen auf Ramsch-Status herabgestuft. Wie sich dies auf die Liquiditätsversorgung der Banken auswirkt, die griechische Staatspapiere bei der Europäischen Zentralbank als Sicherheit hinterlegen, ist noch nicht klar – eigentlich darf die EZB die Anleihen nicht mehr akzeptieren.

Sorge vor einem Flächenbrand
In der Politik sowie an den Kapitalmärkten wächst die Sorge vor einem Übergreifen der Schuldenkrise auf andere Länder. Insbesondere die anderen drei PIGS-Staaten Portugal, Spanien und Italien stehen dabei im Mittelpunkt. Die Rating-Agentur S&P stufte die Anleihen von Portugal von A+ auf A- herunter. Die portugiesische Regierung kündigte umgehend an, ihr Sparprogramm zu intensivieren und Einsparungen, die erst für die kommenden Jahre geplant waren, bereits in diesem Jahr umzusetzen.

Auch Spanien wurde herabgestuft: Standard&Poors bewertet die Staatsanleihen der Iberer ab sofort nur noch mit AA anstelle von AA+. Auch Spanien weist in diesem Jahr ein sehr großes Budgetdefizit aus und leidet massiv unter den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Während Portugal und Griechenland aufgrund ihrer geringen Größe für die europäische Staatengemeinschaft noch zu schultern wären, könnte die Zahlungsunfähigkeit Spaniens – das die viertgrößte Volkswirtschaft Europas ist – zu einem Kollaps führen.

Italien wurde bislang nicht herabgestuft. Die italienischen Staatsschulden sind in absoluten Zahlen in etwa so hoch wie die deutschen. Gemessen am BIP fällt die italienische Schuldenlast allerdings sehr viel geringer aus. Das Defizit der Italiener ist allerdings deutlich kleiner als das der anderen PIGS-Staaten.

Griechenland kann Schuldenlast allein nicht bewältigen
Experten sind sich sicher, dass die nun anstehenden Hilfsmaßnahmen für Griechenland nichts anders als der Beginn einer Umstrukturierung der Staatsschulden sind. Ökonomen bezweifeln, dass die Griechen ihre Schuldenlast allein bewältigen können. Entweder müssen Teile der Schulden von anderen Staaten übernommen werden oder die Gläubiger müssen auf einen Teil ihrerer Forderungen verzichten.

Das Defizit ist sehr groß, und die griechische Wirtschaft ist die mit Abstand schwächste im Euro-Raum. Darüber hinaus zeigt auch die griechische Bevölkerung wenig Verständnis für die erforderlichen Sparmaßnahmen. Gegen Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen wird immer wieder gestreikt. Die Randale in Griechenland infolge der wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Landes in der Vergangenheit lassen vermuten, dass der Bevölkerung nicht mehr viele Lasten zuzumuten sind.

Kapitalmarktexperten haben die nun initiierten Hilfen für Griechenland erwartet, halten sie aber nicht für zielführend. In einer Blitzumfrage des Stimmungsbarometers Sentix hatten am Mittwoch 80 Prozent der Befragten vor Bekanntwerden der Maßnahmen auf eine Hilfestellung von EU und IWF gesetzt. Nur 20 Prozent halten diese Maßnahmen allerdings für eine Lösung des Problems.

Im Fall einer Umstrukturierung der griechischen Staatsschulden - die unter Kapitalmarktexperten bereits beschlossene Sache ist – gehen mehr als 25 Prozent der Befragten davon aus, dass die Gläubiger auf bis zu 30 Prozent ihrer Forderungen verzichten müssen. Mehr als 20 Prozent sehen sogar Abschreibungsbedarf im Umfang von bis zu 50 Prozent.

Auf die Frage, welche Länder in den kommenden zwei Jahren das selbe Schicksal ereilt wie Griechenland, antworteten 90 Prozent der Befragten mit Portugal. Mehr als 60 Prozent sehen Spanien vor einer Eskalation der Schuldenkrise. 45 Prozent gaben als Antwort Irland und 40 Prozent Italien an. Die USA mit 15 und Japan mit knapp 20 Prozent werden als deutlich riskanter eingestuft als Deutschland, das nach Ansicht von weniger als 5 Prozent der Befragten in Finanzierungsprobleme geraten wird.



BankingPortal24.de
29.04.2010

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Griechenland, Staatsbankrott, Griechenland-Pleite,Steuerzahler, Portugal

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Kommentare:
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B-zeitung schrieb am 04.05.2010 14:51:06

Die B-zeitung schreibt zur Griechenland-Hilfe zusammenfassend und beispielhaft sehr treffend:

"Prominentes Beispiel für eine ungewisse Rückzahlung der IWF- und Hilfen anderer Länder ist Lettland, erst seit 2004 Mitglied der EU. 2008 war man dem bankrotten baltischen Land mit 7,5 Milliarden Not-Kredit beigesprungen. Wann das Geld zurückgezahlt wird, ist ungewiss.

DENN: Trotz rigidem Sparkurs gibt es im Land ein dramatisches Haushaltsdefizit. Erst wenn ein Überschuss erwirtschaftet wird, sollen die Gläubiger ihr Geld wiedersehen, heißt es aus der lettischen Regierung."

Naja, ich zitiere wieder die B-zeitung zur aktuellen Griechenland-Hilfe: "Tschüss Euros! Euch sehen wir nie wieder!"

Quantitaive Easing schrieb am 03.05.2010 14:53:14

@Geprellter: So wie ich das jetzt sehe wird Ihre Lebensversicherung nicht ausfallen. Mit dem Geld wird sich nur deutlich weniger kaufen lassen, weil nun neues Geld durch die Zentralbank gedruckt wird.

carolin seelhof schrieb am 30.04.2010 10:07:41

muh

Geprellter schrieb am 29.04.2010 23:21:37

Ich bekomme langsam Angst. Was ist mit meiner Lebensversicherung? Ich bin selbständig und benötige die dringend für meinen Ruhestand, den ich in 8-10 Jahren genießen will. Wenn jetzt neben Griechenland auch noch größere Länder Umschuldungen machen – wie viel meiner Lebensversicherung geht dann drauf? Kann man das irgendwie abschätzen? Wenn ich jetzt lese dass die Gläubiger von Griechenland mit zahlen sollen, dann schwant mir irgendwie dass ich damit gemeint sein könnte, obwohl deutsche Lebensversicherungen doch eigentlich als konservativ gelten…und ich ganz sicher nicht mit meiner Altersvorsorge spekuliert habe!




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