Renten-ETFs: Griechenland-Anleihen durch die Hintertür





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Anleihen von Risiko-Staaten im Basisindex stark vertreten

Renten-ETFs: Griechenland-Anleihen durch die Hintertür

Viele börsengehandelte Rentenfonds bergen ein eklatantes Risiko: Die zugrundeliegenden Indizes bestehen zu einem Großteil aus Anleihen von Staaten, deren Bankrott nicht ausgeschlossen werden kann. In vielen Indizes sind Anleihen des vom Bankrott besonders bedrohten Griechenland stärker gewichtet als Bundesanleihen.

Renten-Indizes bilden einen Korb von Anleihen ab. Sofern es sich bei diesen Anleihen ausschließlich um Schuldverschreibungen von Industrienationen handelte, galten die nachbildenden Fonds als sehr sicheres Investment. Dies hat sich seit der Eskalation der Finanz- und Wirtschaftskrise geändert. Griechenland kämpft gegen den Staatsbankrott und muss hohe Risikoaufschläge auf seine Anleihen zahlen.

Innerhalb der Europäischen Union wird derzeit um eine Krisen-Notfall-Regelung gerungen. Aber auch andere Staaten gelten nicht mehr als sicher: Portugal, Spanien, Italien und Irland etwa kämpfen mit riesigen Defiziten und wachsenden Schuldenbergen und sehen sich bei ihren fiskalpolitischen Maßnahmen großen Schwierigkeiten gegenüber.

Viele Anleger gehen davon aus, dass in allen Renten-Indizes deutsche Staatsanleihen besonders stark vertreten sind, weil die Bundesrepublik die größte Volkswirtschaft Europas ist. Maßgeblich für die Zusammensetzung eines Rentenindexes sind aber andere Größen. Dazu zählt z.B. das absolute umlaufende Volumen an Schuldverschreibungen eines Staates. Hier liegt Italien weit vorn.

In vielen bekannten Rentenindizes, die durch Indexfonds nachgebildet werden, spielen italienische Anleihen eine besonders große Rolle. Im Barclays Euro Government 10-15 Year etwa sind deutsche Titel nur mit einem Gewicht von 6 Prozent vertreten. Italienische Schuldverschreibungen machen mehr als die Hälfte des Indexes aus. Im Euro MTS 10-15Y sind deutsche Staatsanleihen gar nicht vertreten – dafür aber griechische, portugiesische und spanische.

Ein Problem sind die Anleihen dieser Staaten vor allem für Anleger, die so sicher wie möglich investieren möchten. Deutsche Staatsanleihen gelten noch immer als besonders krisenfestes Investment. Die Schuldverschreibungen anderer Staaten (besonders der südeuropäischen) eignen sich für Investoren, die nach höheren Renditen suchen und dabei ein größeres Risiko in Kauf nehmen können. Die Anleihen des griechischen Staates beispielsweise bieten gegenüber Bundesanleihen einen Renditeaufschlag in Höhe von rund 2,6 Prozent.

Für sicherheitsorientierte Anleger, die das Risiko ihrer Anlage so gering wie möglich halten möchten, eignen sich die Papiere allerdings nicht. Zum einen ist das effektive Ausfallrisiko höher, zum anderen unterliegen die Anleihen bonitätsschwacher Staaten größeren Kursschwankungen. Neben deutschen Staatsanleihen gelten auch Schuldverschreibungen aus Frankreich, Österreich, den Niederlanden und Finnland als sicher.



BankingPortal24.de
24.03.2010

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Rentenfonds, Renten-ETFs, Griechenland-Anleihen, Risiko

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bürger-rating schrieb am 24.03.2010 23:20:29

Ich selber setze auf Staatsanleihen gar nicht mehr. Die Kurse sind doch exorbitant hoch, wenn man sich im Gegenzug mal das Risiko einer Staatspleite vor Augen führt. Wenn ich da lese, dass Frankreich eine Anleihe mit 50 Jahren Laufzeit am Markt platziert und die auch noch hoffnungslos überzeichnet ist, versteh ich die Welt nicht mehr. Wenn Schuldner wie die Industriestaaten sich über einen solchen langen Zeitraum Geld leihen, birgt das doch ein extremes Risiko. Ich kann genauso wenig verstehen, dass ausgerechnet Deutschland als einer der solidesten Schuldner der Welt gilt. Seit Gründung der BRD ist es doch nie gelungen, die Schulden mal wenigstens für ein Jahr lang zurückzufahren. Selbst die Ausgaben wurden hier noch nie wirklich gekürzt.




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