Kaupthing-Kunden: Wie endet das Spiel?





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Kaupthing-Kunden: Wie endet das Spiel?

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Der Entschädigungsprozess der Kunden der insolventen isländischen Kaupthing-Edge Bank böte genügend Stoff für ein unterhaltsames Theaterstück, so facettenreich gestaltet sich das Chaos der Zuständigkeiten, Schuldzuweisungen und Interessenskonflikte. Eigentlich schien alles klar: Island muss über die Einlagensicherung Ansprüche der Kunden bis zu einer Höhe von knapp 21.000 Euro entschädigen. Da das durch die Finanzkrise mehr oder minder in den Staatsbankrott geratene Land die Mittel derzeit nicht aus eigener Kraft aufbringen kann, erklärte sich die Bundesregierung nach zähen Verhandlungen bereit, einen Kredit im Umfang von 300 Millionen Euro an den isländischen Einlagensicherungsfonds zu vergeben, mit die die Ansprüche der deutschen Kunden, die sich auf ebenfalls diese Größenordnung belaufen, gedeckt werden können.

Kredite aber sind zurückzuzahlen. Island ist aufgrund beispielloser Verwerfungen seines Finanzsystems aber ohnehin maßlos überschuldet: Die Verbindlichkeiten der Banken des mit nur 300.000 Einwohnern winzig kleinen Inselstaates belaufen sich auf ein Vielfaches des jährlichen Bruttoinlandsproduktes. Die Bereitschaft, den Kredit der Bundesregierung anzunehmen, ist deshalb gering. Im April stehen Neuwahlen in dem seit der Eskalation der Krise zur Instabilität neigenden Staat an. Die zur Wahl stehenden Politiker halten es offenkundig für wenig hilfreich, dem gebeutelten eigenen Volk durch die Entschädigung ausländischer Anleger weitere Belastungen aufzubürden. Dass die Verschuldung im Ausland in der Vergangenheit maßgeblich zu dem früher sehr hohen Pro-Kopf-Einkommen der Isländer beigetragen hat, ist dabei in der Gegenwart offenbar nebensächlich.

Was aber passiert nun mit den Ansprüchen der leidgeplagten Kaupthing-Kunden, die mittlerweile seit fünf Monaten nicht an ihr Erspartes kommen? Die Bundesregierung selbst sieht sich nicht in der Pflicht, die Entschädigung vorzunehmen. Der SPD-Abgeordnete Dr. Rainer Wend äußerte sich in einem Dialog mit Betroffenen unmissverständlich und sagte, den Kunden hätte klar sein müssen, dass die Kaupthing-Bank nicht Teil der deutschen, sondern der isländischen Einlagensicherung ist. Ob dem vertrauensvollen Anleger der Unterschied zwischen Zweigniederlassung und Tochtergesellschaft tatsächlich bewusst war, mag bezweifelt werden. An der Haltung der Regierung ändert dies offenkundig nichts. Wend sagte weiter, dass aufgrund der politischen Situation in Island die Verhandlungen mit den zuständigen Stellen nicht abgeschlossen werden könnten. Wenn aber Deutschland nicht zahlt und Island auch nicht, wer zahlt dann?

Die EU wird kaum einspringen. Zwar gibt es Überlegungen über die Einführung einer Europäischen Einlagensicherung, die auch institutionalisiert werden könnte. Zur Zeit sind dies jedoch nicht mehr als lose Planungen, aus denen sich kein Anspruch herleiten lässt. Angesichts der langen Zeitspanne, die seit dem Bankrott der Kaupthing-Edge bereits verstrichen ist, scheint es, als könnte auf Zahlungen aus Island nicht mehr gesetzt werden. Den betroffenen Kunden bleiben letztlich zwei Anker der Hoffnung.

Erstens könnte sich, wenn sich die Finanzkrise gelegt hat und die Aktiva der bankrotten Banken in Island wieder bewertet werden können, die Vermögenslage zumindest so weit entspannen, dass Island unter Berücksichtigung seines Ansehens in Deutschland und Europa schließlich doch bereit ist, den Kredit der Bundesregierung anzunehmen.

Zweitens könnte sich die Bundesregierung im Wahljahr veranlasst sehen, den Geschädigten stimmenwirksam unter die Arme zu greifen. Eine Art Rettungsschirm für Opfer von Zweigniederlassungen ausländischer Banken also.



BankingPortal24.de
05.03.2009

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Kaupthing, Kaupthing-Kunden, Kaupthing-Edge, Rückzahlung, Einlagen Einlagensicherungsfonds

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Kommentare:
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Drückerplatte schrieb am 20.03.2009 15:58:08

@Graswicht2: Ich denke nicht dass die entgangenen Zinsen das Problem der Kaupthing-Opfer ist. Salopp: Wer nix zu fressen hat dürfte wohl kaum darüber klagen dass es keinen Hummer gibt....

Graswicht 2 schrieb am 20.03.2009 15:54:22

Hat jemand auch schon mal ausgerechnet ,welche finanziellen
Einbußen wir Kaupthing - Sparer noch hinnehmen müssen?
Durch die Verschleppung der Geldfreigabe sind uns alle, noch bis Anfang Februar möglichen guten Zinsmargen bei sicheren
Geldinstituten (u.a.Mercedes- Bank)für Festgeldanlagen durch die
Lappen gegangen.Man darf gespannt sein,ob und in welcher Höhe dieser Zinsausfall eine Berücksichtigung findet.

T.S. aus D. schrieb am 15.03.2009 11:22:48

Vielen Dank für die grandiose Unterstützung der Regierung in Sachen Kaupthing. Ich weiss jetzt mit Sicherheit das ich keinem Mitglied der jetzigen Regierung meine Stimme geben werde!!!

F.S. aus H. bei F. schrieb am 11.03.2009 13:50:33

Ich würde gerne nach Island reisen und Urlaub machen. Mein Geld ist schon da. Es scheint ihm so gut zu gehen, dass es nicht wiederkommen will.

IP protokolliert schrieb am 10.03.2009 12:22:41

Genau! Jede Seite hat mind. zwei Seiten. Was den Autobauern und den Schrotthändlern hilft, macht Kfz-Werkstätten zu schaffen. Wer bei Kauphing bis Einlagensicherung anlegte, ist nicht zwangsweise ein Zocker. Wer Flaschenbons oder Brotaufstrich nachweislich klaut ist ein Dieb. Wenn sich Bänker verzocken, stehen ihnen trotzdem Boni und Gehalt zu. Sie haben das Geld ja nicht gestohlen, sondern vernichtet - oder sollte man sagen: verschenkt. Und diese Gehälter und Boni fließen jetzt! Ich glaube nicht, daß ein Bänker auf 10000€ angewiesen ist - aber ich! Und ohne Job ist sparen Utopie. Danke!

lunar delli schrieb am 10.03.2009 09:37:56

Klasse: Im Juni 2008 schrieb der Finanztest deutlich, dass die Einlagen bei der Kaupthing bis ca. 21 TE und zwar ausschließlich durch die isländische Einlagensicherung abgesichert sind.aber 5,6% Zinsen p.a. waren natürlich stärker. Jetzt sind die Politiker und sonstwer schuld, am Ende noch die Abwrackprämie ( hat unter anderem den Effekt, das im Opel-Werk Eisenach für Corsas Sonderschichten gefahren werden!). Jeder der Kaupthing-Anleger sollte pro Person die rund 21 TE bekommen. Auch Herr Bellmann, der laufend medienwirksam zu Jaulen nach Island fliegt, nicht mehr. Genau dieser Betrag steht jedem zu. Insoweit, nicht aber für mehr als das, sollte die deutsche Politik sich ggü. den isländischen Stellen einsetzen. Ansonsten wäre dieses Forum deutlich glaubwürdiger, wenn die Schuld und Verantwortung nicht immer nur bei anderen gesucht und gesehen wird!

IP protokolliert schrieb am 09.03.2009 13:50:22

Unsere Anlagen sind sicher! Egal wo.
Die Wiederwahl der jetzigen Widerspruchsregierung jedoch nicht!
Auch, wenn die Einlagenrückzahlungen als Wahlkampf mißbraucht werden sollte. Warum nur können einige Politiker ohne genaue Kenntnis der Sachlage solchen Müll von sich geben und dabei die die sie bezahlen auch noch beschimpfen? Dafür bezahlen wir sie nicht! Dafür haben wir sie nicht gewählt! Wir wollen kein Geld von ihnen, wir wollen nur Unterstützung für unseren gerechten Kampf. Dafür wählen wir Volksvertreter, damit sie Ihr Volk vertreten! Und nicht nur bis zur nächsten Wahl hinhalten. Also sollen sie der DZ-Bank doch mal dahin treten wo es weh tut! Beendet die Geiselhaft unserer Einlagen!

Patrick I. schrieb am 09.03.2009 09:49:02

Mittlerweile wurde die Problematik durch Politikern und selbst ernannte Wirtschaftsfachleuten zum X. mal erläutert. Es ist nun höchste Zeit auch mal einen Lösungsansatz zu erarbeiten.

drückerplatte schrieb am 07.03.2009 23:17:44

@timo b.: das problem lässt sich einfach lösen: entferne man den teil in unser aller gesetzen der festlegt, dass unsere damen und herren POLITIKER FÜR NICHTS PERSÖNLICH HAFTBAR gemacht werden können.
ich denke, wenn man denen bei so einer schei**politik das salair teilweise oder ganz streicht, schalten die den kopf mal zum denken ein, auch wenn es mal nicht um den eigenen vorteil geht...

Timo B. schrieb am 07.03.2009 22:42:16

An sich geb ich dir ja recht. Aber Wahljahr hin und her, selbst wenn schwarz-rot plötzlich nur noch die Hälfte ihrer Stimmen von der letzten Wahl bekämen (was ich nicht glaub, da in Deutschland einfach kein Zusammenhalt möglich ist und die wenigsten sich trauen wirklich "die Linke" oder die NPD zu wählen), was bringt uns das?

Eigentlich wollen alle Betroffenen ja nur eins:
IHR GELD ZURÜCK

Und wenn das eben nicht ruck-zuck möglich ist, dann wenigstens eine vernünftige Informationspolitik und keine Dummhaltepolitik.

Wir werden schon genug verarscht. Muß das denn auch noch zusätzlich sein?

Zum Thema Politik fällt mir eigentlich auch nur noch traurigerweise eines ein:
Wenn Politiker Leistungslohn oder Erfolgsprämien erhalten würden, welcher Politiker könnte dann noch von seinem Einkommen leben (geschweige denn, sich den Luxus finanzieren in dem die hohen Herren leben - ob die je begreifen werden, daß wir, der für alles doppelt und dreifach Steuerzahl(ende)er diejenigen sind, die deren Lebensstandard finanzieren? Wird sich je etwas ändern, außer daß die Bezeichnungen Kaiser und Könige veraltet sind und heute eben Politiker heißen??


Auch ich bin wahlberechtigt und egal wie die Geschichte ausgeht, schwarz-rot ist definitiv nicht meine Farbe.

doci schrieb am 07.03.2009 21:15:29

Ich finde das Verhalten der deutschen und der isländischen Regierung unglaublich... Ich frage mich warum die Sparer aus anderen Länder von der Kaupthing Ihre Gelder zurück bekommen haben und die deutschen nicht.... Keiner scheint sich für diese zu interessieren.. Ich bin von der deutschen Regierung total enttäuscht auch von den Äußerungen dieser SPD Abgeordneten... Wahljahr kommt und die Rechnung werden diese Politiker präsentiert bekommen...

Heinrich G. schrieb am 07.03.2009 19:57:32

Die unterschiedlichen Einlagensicherungssyteme, nicht nur von Herrn Dr. Wend, sondern von der gesamten Regierungsbank im Chor immer wieder eifrig besungen, sind aktuell nicht das Kriterium. Darum später davon. Die Kaupthing Bank strebt auch keinen Konkurs an und seitens Kaupthing und Island hat man mehrmals verbindlich den vollen Ausgleich der Spareinlagen zugesichert – und widerrufen. Island agiert gegensätzlich, ist unglaubwürdig, bleibt aber in der Pflicht, sofern die Kaupthing direkt oder indirekt überlebt. Zu diesem trüben Spiel kann man aber nun wirklich keine gute Miene mehr machen.
Doch wie kam es dazu? Island hatte sich doch gegenüber dem IWF und auch bisher in den Vereinbarungen mit den betreffenden europäischen Staaten zu einer Gleichbehandlung sowie vollem Ausgleich der Kleinsparer verpflichtet und dies auch bisher mit Ausnahme betreffend Deutschland eingehalten?
Aber genau das war zu erwarten. Jene Länder hatten sich auch energisch für einen vollen Ausgleich ihrer Sparer eingesetzt und haben es realisiert. Deutschland, dort mit am Tisch, musste dort mitmachen. Anders aber im eigenen Land. Hier hatte die Bundesregierung von Anbeginn an verkündet, sich nur für eine maximale Entschädigung ihrer Sparer bis zur Höhe des Auszahlungsbetrages des isländischen Einlagensicherungsfonds einzusetzen. Im Übrigen waren wir nur Zocker. Ohne jeglichen vernünftigen Anlass hatte sie das Fell schon verkauft, ehe die Kuh geschlachtet war und das auf unsere Kosten. Ei, warum sollte Island denn jetzt mehr zahlen, als unvermeidlich? Man weiß doch schon längst, wie man mit uns klar kommt und musste nur die Regelung mit den anderen Ländern zu Ende bringen, ehe man die Katze aus dem Sack lässt?
Und nun kommt die Regierung wieder abfälschend mit den unterschiedlichen Einlagensicherungssystemen. Man kann die Geschichte nicht umschreiben. Diese gab es. Aber man soll die Geschichte aber auch nicht verfälschen. Auch hierzulande waren und sind z. T. heute noch die Einlagensicherungen mies. Die Höhe der Einlagensicherung war bei der Kaupthing sogar besser. Der Staat war längst in der Pflicht, abzuhelfen. Der Staat war auch in der Pflicht, eine solche Bank wie die deutsche Kaupthing-Niederlassung besser zu kontrollieren, hätte sie sogar verbieten müssen. Aber seit mehr als über einem halben Jahrhundert geschah hierzulande nichts, ausnahmslos alle, auch die heutigen Besserwisser, vertrauten blind. Da gab es doch ganz andere Sachen, nicht nur betreffend Kaupthing. Denken wir doch an die unermesslichen Summen die seitens deutscher Banken und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (Steinbrück, Glos) verbuttert wurden. Und uns, die wir weder Juristen noch Banker, kommt man von der gleichen Seite mit unterschiedlichen Einlagensicherungssystemen und schimpft uns Zocker? Ich würde mich sehr schämen, doch will ich niemand überfordern, das erwarte ich von dort nicht.
Aber der Bänkelgesang hat ja noch mehr Strophen. Da gab es doch auch noch die mit großem Nachdruck Brustton uneingeschränkter Vollgültigkeit gemachten Regierungserklärungen von der Bundeskanzlerin und dem Finanzminister:

05.10.2008: https://www.bundeskanzlerin.de/nn_179150/Content/DE/Mitschrift/Pressekonferenzen/2008/10/2008-hypo-real-estate-pk.html
Bundeskanzlerin Merkel:
… Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein.
Finanzminister Steinbrück:
… Ich möchte gerne unterstreichen, dass wir in der Tat in der gemeinsamen Verantwortung, die wir in der Bundesregierung fühlen, dafür Sorge tragen wollen, dass die Sparerinnen und Sparer in Deutschland nicht befürchten müssen, einen Euro ihrer Einlagen zu verlieren.

07.10.2008:
https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Regierungserklaerung/2008/2008-10-07-regerkl-bk-finanzmarkt,layoutVariant=Druckansicht.html
Bundeskanzlerin Merkel:
… Dazu gehört auch die am Sonntag vom Bundesfinanzminister und mir abgegebene Erklärung im Namen der Bundesregierung, dass kein Sparer um seine Einlagen fürchten muss. Ich sage hier noch einmal: Diese Erklärung gilt.

Ob nun ehrlich gemeint oder nur Opium fürs Volk, jedenfalls, man hat ihnen vertraut und die Kaupthing-Sparer ließen ihr Tagesgeld auf den Konten bis es zu spät war. Da kann man doch jetzt nicht sagen: Ätsch, Mensch ärger dich nicht, du warst nicht gemeint, du hast ja ein anderes Einlagensicherungssystem. Dann soll man eben richtig sagen, was man meint. Denn man wird so verstanden, wie man sagt und das gilt!

Hildegard C. schrieb am 07.03.2009 17:22:15

Unsere Regierung hat anscheinend für alles Geld (s. Gaza), auch für Kaupthing-Geschädigte, allerdings nur für Landesbanken und alle, die im großen Stil dort Geld angelegt haben. Diese Verantwortlichen bezeichnet man auch nicht als gierig - nein, das gilt nur für die dummen Kleinsparer mit nicht einmal ganz 1% mehr an Zinsen. Von uns Kleinsparern erwartet man auch fundiertes Wissen im Bankwesen; Vertrauen in die Bank und die Bänker - wie früher - wie kann man nur so altmodisch sein? Wo bleibt da die Bildung? So und ähnlich bekommen wir von unseren Politikern zu hören. Was gedenkt Herr Steinbrück eigentlich zu tun, wenn Island nicht zahlt? Sein Versprechen steht jedenfalls - genauso wie die (für das einfache Volk )irreführende Aussage:" Kein deutscher Staatsbürger braucht um seine Ersparnisse fürchten". Davon, dass das nur für bestimmte Banken gilt und andernfalls der deutsche Staatsbürger leer ausgeht, hat sie nichts erwähnt. Deshalb haben viele ihr Geld nicht rechtzeitig zurückgefordert. Auch Frau Merkel steht mit in der Verantwortung. Bestimmte Politiker haben sich doch stets für den freien Finanzmarkt stark gemacht!

Gerhard K. schrieb am 07.03.2009 12:23:03

Es ist mir unverständlich, dass die Politiker, die für unser Finanzwesen zuständig sind, eine derartig obskure Bank am deutschen Finanzmarkt unkontrolliert haben gewähren lassen.
Für mich hat da auch unsere Bankenaufsicht kläglich versagt.
Damit kann sich heute die Politik aber nicht aus Ihrer Mitverantwortung für die ernsten Probleme vieler deutscher Sparer, die auch KONSUMENTEN und WÄHLER sind, verabschieden.

Tom K. schrieb am 06.03.2009 22:35:13

Für mich ist es auch unbegreifbar, warum andere Länder sofort mit Island eine Einigung über die Auszahlung erzielen konnten und nur die deutschen Politiker die brenzlige Situation übersehen haben. Wie dumm muss man sein 300.000.000 Euro nicht in die deutsche Wirtschaft fließen zu lassen. Stattdessen Milliarden an diejenige zahlt, die alte Autos besitzen und sich ein Neues holen. Frage: Wer besitzt ein 10 Jahre altes Auto und kauft jetzt einen Mercedes, Audi, BMW? Wenn ein deutsches Auto, dann vermutlich höchstens einen kleinen Opel Corsa oder VW Polo. Viel eher aber wohl doch die um einiges günstigeren ausländischen Autos.

So, genug über diesen Wahnsinn aufgeregt. Politikverdrossenheit 2.0 könnte man diese Art des Politikmachens (einfach Konzepte aus dem Ausland zu übernehmen) nennen.

u-bey schrieb am 06.03.2009 22:00:12

Traurig was die Qualition aus CDU u. SPD auf die Beine stellt.
Abwrackprämien, die größtenteils der ausländidischen Autoindustrie zu Gute kommt, Milliardenspritzen für Banken, die von gierigen Vorständen kaputt gewirtschaftet wurden.
Als Betroffener habe ich 10.000,--€ angelegt, welche in einen Umbau u. Geschäftseröffnung investiert werden sollten ... alles gestoppt, obwohl unsere heimische Wirtschaft davon profitierte hätte.
Danke auch im Namen meiner Baufirmen an unsere Politiker von CDU u. SPD, meine Stimme geht bei den nächsten Wahlen nicht mehr an Euch!!!!

J.B. schrieb am 06.03.2009 16:35:11

In Rumänien wird u.a. mit meinem Steuergeld (Abwrackprämie) die Autoindustrie gestützt und im Gaza-Streifen die von den Israelis zerbombten Häuser aufgebaut und hier tut sich nichts. Ich habe bis zur Einlagensicherung Festgeld angelegt, zwei Tage später war die Sch.. am dampfen. Im Juni bekommen wir unser erstes Kind.Ich könnte das Geld jetzt wirklich gut gebrauchen. Die Verzweiflung schlägt langsam um in Hass auf die Poliker. Ab der nächsten Wahl wähle ich nur radikale Gruppen und werfe mein soziales Verhalten in die Tonne. Das ist die Konsequenz. Danke super Deutschland.

K. Zenkert schrieb am 06.03.2009 15:03:34

Als Geschädigter der "letzten Minuten" wurde die Überweisung meines Tagesgeldes zwar von Kaupthing am 08.10.2008 in Auftrag gegeben, aber von der DZ-Bank nicht ausgeführt. Mein Tagesgeldkonto bei Kaupthing hat den Kontostand 0 €. Von der DZ-Bank wird behauptet, dass sie Kaupthing mitgeteilt hat, das Geld könne meinem Konto wieder gut geschrieben werden. Dies konnte gar nicht erfolgen, da es ein Moratorium der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gibt. Kann es sein, dass die DZ-Bank das Kaupthing-Geld dazu benutzt, ihren eigenen Forderungen Druck zu verleihen? Eine diesbezügliche Anfrage an die BaFin blieb bis heute unbeantwortet. Es wurde lediglich die fernmündliche Auskunft erteilt, dass die Bearbeitung mindestens 12 Wochen dauere.

Wolfgang schrieb am 06.03.2009 14:36:38

Es ist schon interessant, wie mit zweierlei Maßstäben be- und geurteilt wird.

Ist Herrn Dr. Rainer Wend vielleicht nicht bekannt, dass eine namhafte bayerische Bank ihr Geld ebenso, und zwar nicht gerade in Kleinsparer-Beträgen, bei der Kaupthing anlegte? Und, Herr Dr. Rainer Wend, warum bedient sich denn selbige aus dem Hilfe-Milliarden-Topf der Bundesregierung??? Wo bleibt da Ihr lapidarer Hinweis: "Island muss über die Einlagensicherung Ansprüche der Kunden bis zu einer Höhe von knapp 21.000 Euro entschädigen."???

DAS würde mich wirklich mal interessieren!

K.W schrieb am 06.03.2009 14:32:38

Traurig an dem gesamten Kaupthing-Ablauf scheint mir hier nur zu sein, dass nicht nur der Schuldner(Kaupthing) versucht jegliche Verantwortung gegenüber seinen Gläubigern bewußt von sich zu weisen, sondern auch unsere Politiker die ebenfalls mit aller scheinbaren Macht versuchen die Ihnen eigentlich obligende Vertretung bewußt nich zu nutzen. Und zu guter Letzt vertritt eine inländische Zantralbank die lange Jahre auch aus Steuergeldern mitfinanziert wurde nur Ihre eigenen Interessen. Insgesamt ist diese Situation für mich als Beteiliter traurig und dies nicht nur des Geldes wegen. Viel mehr wiegt der persönlich Verlust an Vertrauen in das Finanzsystem und unsere politische Vertretung. Dafür sage ich schon mal danke und wünsche keine einen derartigen Realitätzugewinn!!!

r.stein schrieb am 06.03.2009 08:18:05

Angesichts der Island Pleite und der Weltwirtschaftskrise scheint es sich hier um einen kleinen Vorgeschmack dessen zu handeln, was Politiker, Bänker und Industrielle bei drohenden Verlusten nicht tun werden --> Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen. In Island sind die verantwortlichen Bänker schon längst ausser Landes inkl. ihrer Prämien und überdimensonieren Gehälter. Ganz ehrlich. Wen wundert es, was hier geschieht? Die kleinen Anleger sind wieder einmal die Dummen. Etwas mehr Einsatz für seine Bürger würde ich mir von unserer Regierung wünschen.

Ute Wessel schrieb am 06.03.2009 08:07:02

Auch ich habe langsam das Gefühl dass hier seitens des BFM gewartet wird bis es wahlwirksam zu einer Lösung kommt - jedenfalls ist es für uns alle Betroffenen mehr als unverständlich, dass bis auf D alle anderern Länder entschädigt wurden.

Stefan v. Magassy schrieb am 05.03.2009 18:49:10

"04.03.2009 - Eine Blockadehaltung zulasten der Verbraucher wirft der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) den für die Entschädigung deutscher Kaupthing-Kunden zuständigen Stellen vor."
Leider scheinen die deutschen Verantwortlichen mehr zum Problem als zur Lösung beizutragen!

sgube schrieb am 05.03.2009 15:05:28

Interessant ist die Frage, warum Kaupthing Island nur hier in D Kunden nicht auszahlt - oder nicht auszahlen kann. In allen anderen Ländern, wo Kaupthing Island selbst zahlungspflichtig war, geschah dies längst. Die isl. Einlagensicherung ist zudem verbraucherfreundlich abgesichert und könnte ggf. direkt auf das Vermögen der Kaupthing Island zugreifen. Auch die Frage, warum die BRD diesen Kredit nur zusammen mit GB und NL - in beiden Ländern sieht die Sachlage völlig anders aus und ist zudem äußerst strittig, Stichwort: Anti-Terror-War" - verhandelt, wäre sehr interessant. Island müsste danach GB- und NL-Bedingungen zustimmen! Der Zusammengang mit GB und NL bringt Kaupthing-Kunden einer Entschädigung nicht näher. Genaussowenig wie der Fakt, dass über eine sofortige Auszahlung, und zwar durch Kaupthing Island selbst, überhaupt nicht verhandelt wird ....
Die isl. Einlagensicherung ist momentan soweiso nicht in der Pflicht, sondern erst, wenn Kaupthing Island bis Oktober nicht gezahlt hat. Oder - wer oder was sie nun auch immer hindert - nicht zahlen konnte.

Dirk Schwarz schrieb am 05.03.2009 14:27:11

Dr. Rainer Wend ist halt nur ein Abgeordneter, der sich meines Erachtens nicht hinreichend mit der Sachlage auseinandergesetzt hat. Die Bank hat bereits 80% der Gelder zusammen. 20% liegen bei der DZ-Bank, wo es verschiedene Rechtsauffassungen gibt, wen diese gehören. Es müssen allerdings noch Formalien und Sicherheiten bei einer Rückzahlung geklärt werden. Es geht hier aktuell noch nicht um eine Entschädigung.

Hilfe für Betroffene gibt es hier:
https://kaupthing-edge.helft-uns.de/




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