EONIA, Euribor und Co: Ein Überblick





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EONIA, Euribor und Co: Ein Überblick

Wer - wie sicherlich viele in diesen Tagen – die Finanznachrichten regelmäßig verfolgt, stößt unweigerlich immer wieder auf Begrifflichkeiten, deren Bedeutung nicht geläufig erscheint. Die Kenntnis um wichtige Größen, die signifikanten Einfluss auf die wirtschaftliche Situation von Privathaushalten verzeichnen, ist allerdings von Vorteil. Insbesondere der Zinsmarkt, der Bauherren, Kreditnehmer und Anleger unmittelbar betrifft ist von großer Bedeutung. An dieser Stelle soll daher ein kurzer Überblick über die wichtigsten Barometer für den europäischen Zins- und Kreditmarkt gegeben werden.

Ein für Bauherren ungemein wichtiger Zinssatz ist der EURIBOR. Das Kürzel steht für European Interbank Offered Rate und versteht sich als Durchschnitt aus den Briefzinssätzen rund vierzig europäischer Banken, der täglich für Zeitintervalle zwischen einem und zwölf Monaten ermittelt wird. Die Briefzinssätze entstammen Geldleihen unter Geschäftsbanken und sind damit ein wesentlicher Indikator für die Geschehnisse am Geldmarkt. Der EURIBOR dient bei vielen Immobilienfinanzierungen, die nicht mit einer Zinsbindung versehen sind, als Referenzzinssatz: Ein Darlehen wird dann beispielsweise mit dem 3-Monats-Euribor zuzüglich eines Aufschlags von zwei Prozentpunkten verzinst. Auch für Anleger ist der Referenzwert von Bedeutung: Da Banken Einlagen von Sparern über den Geldmarkt refinanzieren, dient der EURIBOR häufig als Verhandlungsbasis für die Verzinsung von Festgeldern. In normalen wirtschaftlichen Zeiten steigt der EURIBOR mit seiner Laufzeit: Der Zinssatz für ein Jahr ist dann höher als der für einen Monat. Ein inverser Verlauf der Zinskurve ist allerdings ebenfalls regelmäßig zu beobachten und insbesondere in Zeiten, die von großer Unsicherheit im Hinblick auf die künftige wirtschaftliche Entwicklung geprägt sind, nicht unüblich. Der EURIBOR löste 1999 im Zuge der Euro-Buchgeld-Einführung den FIBOR (Frankfurt Interbank Offered Rate) ab.

Eine weitere, bedeutende Größe auf dem Geldmarkt ist der EONIA. Der „European Overnight Index Average“ versteht sich als gewichtetes Mittel aus Zinssätzen, die Geschäftsbanken für Geldleihen für die Dauer eines Tages untereinander verlangen. EONIA ist damit eine Größe, die sich auf kurzfristige Einlagenverzinsungen bezieht. Im Rahmen von Immobilienfinanzierungen ist der Index aufgrund eben dieses kurzfristigen Zeitfensters weniger relevant. Für Sparer, die ihre Mittel auf Tagesgeldkonten unterhalten möchten, hält der Indikator aber eine wichtige Information bereit: Ein gutes Tagesgeldkonto zahlt einen Zinssatz, der zumindest dem EONIA entspricht. Als Referenz ist der Zins für viele verzinsliche Anlagen von Bedeutung: Die Verzinsung der vom Bund im Juli emittierten Tagesgeldanleihe beispielsweise wird aus dem EONIA abgeleitet.

Die Zinsen am Geldmarkt unterliegen verschiedenen Einflüssen. Insbesondere die Europäische Zentralbank (EZB) kann durch ihre Geldpolitik das Zinsniveau verändern. Wer einer Immobilienfinanzierung an einen Referenzzins koppelt, sollte sich stets des Risikos steigender Zinsen bewusst sein – und damit steigender Belastungen bei der Rückführung eines aufgenommenen Darlehens. Anleger können bei Verhandlungen mit ihrer Bank bzw. bei der Auswahl eines geeigneten Sparproduktes die Referenzen als Richtgröße zur qualitativen Bewertung nutzen.

BankingPortal24.de
01.11.2008

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: EONIA, Euribor, Banken, Geld leihen, Geldmarkt, Zinsen, Immobilienfinanzierung

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