Kampf der Bundesregierung gegen Energieverschwendung





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Kampf der Bundesregierung gegen Energieverschwendung

Dass vielerorts mit nicht nachwachsenden Ressourcen so umgegangen wird, als hätten wir noch ein paar Planeten als Ersatz im Keller, ist hinreichend bekannt. Viele interessiert das nicht, schon gar nicht jene, die durch Einsparung auf Profit verzichten müssten. Spritfressende Dienstwagen, vom Arbeitgeber bezahlt, seien hier nur als ein Beispiel von vielen genannt. Dazu gehören auch die Karossen der Berliner Oberhäupter. Wenn aus dem Umweltministerium die Stimmen nach weniger Schadstoffausstoß laut werden, verursachen diese bei so manchem Bundesbürger Stirnrunzeln, wenn entsprechende Minister ihre Predigten nicht vorleben und sich weiterhin in Nobelmühlen herumkutschieren lassen. Dass nichts getan wird, soll damit nicht gesagt werden, denn für die Zukunft ist ein ordentliches Paket an gesetzlichen Neuerungen mit teils radikalen Änderungen ins Auge gefasst. Allein bis 2012 werden so an die 40 Paragrafen in Kraft treten, die unser Leben erheblich verändern könnten.

Die als nächstes ins Haus stehende Änderung betrifft bereits das Jahr 2009, den Energiepass fürs Haus nämlich, ohne den kein Wohnobjekt mehr vermietet oder veräußert werden kann. Dieser Energiepass gibt an, wie viel Energie das Gebäude pro Jahr verpulvert und damit auch, wie effizient z. B. die Wärmedämmung ist. So ein Pass soll zwischen 200 und 1200 € kosten, und diese gehen – natürlich – zu Lasten des Besitzers. Doch anstatt hier einheitliche Vorgaben zu machen, geht die Qualität der Pässe beträchtlich auseinander. Im Internet lassen sich bereits mit wenigen Angaben Pässe zum Selbstdrucken erstellen, und schon bei 15 € geht es los. Kein Wunder, dass z. B. die Deutsche Energie-Agentur GmbH ein Gütesiegel auf den Weg bringen und damit die Spreu vom Weizen trennen möchte. Alles in allem ist unsere Meinung: Chaos vorprogrammiert, weil staatliche Vorgaben zur Gänze fehlen. Da fragen wir uns: Ist diese halbherzige Vorgabe etwa nur Geldmacherei?

Für das Erneuerbare-Wärme-Gesetz lassen sich die Berliner noch ein Jahr länger Zeit. Dann aber soll nach dem Beispiel von Baden-Württemberg dieses Gesetz bundesweit eingeführt werden. Es betrifft vor allem Häuser mit Ölheizung, die auf Fernwärme oder Bio-Heizöl umrüsten müssen, was bis zu 20 000 € kosten kann. Hintergrund ist, dass die Wärmeversorgung zu 20 % aus erneuerbaren Energien gedeckt werden muss. Nicht nur der Bau neuer Gebäude ist davon betroffen, sondern auch die Sanierung älterer Häuser, worunter z. B. auch der Einbau neuer Fenster fällt. Da das gleiche Gesetz den Bauherrn dazu verpflichtet, ein Drittel des bisherigen Energieverbrauchs durch bautechnische Maßnahmen einzusparen, kann sich plötzlich gezwungen sehen, zusätzlich zu den neuen Fenstern eine Wärmedämmung vorzunehmen. Macht schnell mal so 10 000 € zusätzlich aus.

Im gleichen Jahr, also 2010, sollen Glühbirnen verboten werden, damit die Energiesparlampe endlich die ihren verdienten Einzug halten kann. Allein in Deutschland könnten so durch die Einsparung von 7,5 Milliarden KWH Strom 4,5 Milliarden Tonnen Kohlendioxid von der Luft fern gehalten werden.

Und ab 2012 sollen die Strom- und Wasserfresser unter den Haushaltsgeräten durch Verbrauchsobergrenzen verboten werden. Das zu diesem Zeitpunkt ökologisch sauberste Gerät soll als Standart für alle Hersteller gelten.

Schöne Aussichten, und sicher nicht falsch. Stellt sich nur die Frage, warum das alles nur so halbherzig geschieht? Warum die Energiesparlampe erst ab 2010 und nicht sofort? Warum sollen Energieverprasser erst 2012 verboten werden? Warum erst ab 2015 das Zweieinhalbliterauto die Obergrenze zeichnen? An Ideen fehlt es den Berlinern Kreativen nicht. Vielleicht werden Solaranlagen ab 2010 für alle Häuser Pflicht, das Rasenwässern verboten und die Aluminiumherstellung untersagt? Die Rechnung zahlen auf jeden Fall wir Verbraucher aus der eigenen Tasche. Die Bundesregierung sieht sich zwar im Zugzwang, wenn es um die Umwelt geht, will aber selbst dafür nichts tun und wälzt die Pflicht auf ihre Bürger ab. Ein Unding, angesichts der massiven, oft unberechtigten Steuereinnahmen der letzten Zeit.

Ein paar Hinweise hab ich noch für euch, liebe Berliner Vorausdenker:

  • Bei der Herstellung von Zement bzw. Beton entstehen 5 % aller Kohlendioxid-Emissionen unserer Erde. Schaut euch mal eure Luxushütten an. Sind diese im ökologischen Sinn gebaut?

  • Die Textilfarben Blau und Schwarz sind für Mensch und Umwelt deutlich giftiger als Gelb und Rosa. Warum also keine gelben Polizeiuniformen? Und ihr Möchtegernpolitiker könntet doch auch rosa Anzüge tragen, anstatt blaue Nadelstreifen und schwarze Zweireiher.
  • Der Anbau von Pflanzen für einen einzigen Liter Biokraftstoff verschlingt zwischen 2000 und 3500 Liter Wasser. Wurde von euch Schlaumeiern nicht erst kürzlich die Beimischung von Biodiesel zum Normaldiesel per Gesetz eingegeben und obendrein höher versteuert?
  • Die Herstellung einer Plastiktüte verschlingt 8 Liter Erdöl. Warum wird sie nicht verboten? Oder habt ihr keine Ahnung, wie man etwas verbietet? Als Datensammler solltet ihr wissen, wie viel Öl ein Aldikoffer verschleudert.
  • 3000 Flugkilometer erzeugen pro Person eine Tonne CO2. Mit der Bahn muss man da schon 17 000 km zurücklegen.

Selbst mit euren Dienstwagen wären es noch 7 000 km. Also wie wär’s? Steigt ihr nun um auf den Zug?

Liebe Politiker, ich kann nur sagen, ihr lebt nach dem Motto: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass. Sorry, wenn wir es bei solchen Vorbildern auch nicht immer so genau nehmen.

BankingPortal24.de
19.08.2008

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Energiepass, Energiesparlampe, Kohlendioxid, Gesetz, Häuser, Bundesregierung

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Kommentare:
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Anna schrieb am 09.09.2009 12:53:23

Na warum denn nicht - wir haben nur den einen Planeten und können nicht einfach umziehen, wenn es die liebe Erde eines Tages nicht mehr gibt!

Peer Steinbrück schrieb am 25.08.2008 13:06:42

...haltet nur eure Klappe, ihr...! Sonst erhöhe ich die Steuern oder so!

Rainer Maichin schrieb am 21.08.2008 08:37:31

...Sparen nein danke!

Verschwenden und Jammern ist doch viel einfacher!




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