Und die Strompreise steigen weiter





   Empfehlung der Redaktion:









Insgesamt 57 Stromanbieter werden ihre Tarife zum 1. April bzw. zum 1 Mai 2008 anheben

Und die Strompreise steigen weiter

Nach Meldungen des Vergleichsportals "Verivox" stehen den privaten Verbrauchern im Frühjahr diesen Jahres neue Erhöhungen der Strompreise ins Haus. Überprüfungen der Stromtarife lokaler Versorger hätten ergeben, dass insgesamt 57 Stromanbieter ihre Tarife zum 1. April bzw. zum 1 Mai 2008 um durchschnittlich 5,9 % anheben werden. Besonders stark steigen die Preise in Bayern, wobei die Stadtwerke Schwabach und die Nürnberger N-Ergie AG ihre Preise am stärksten erhöhen.

Diese, teils drastischen, in beinahe regelmäßigem Quartals-Rhythmus wiederkehrenden, Preiserhöhungen scheinen fast zur Normalität in Deutschland zu werden. Und abgesehen vom Stromanbieter-Wechsel und eisernem Sparen hat der Verbraucher kaum Möglichkeiten, sich diesen ständig steigenden Kosten zu entziehen. Elektrische Energie ist aus dem modernen Leben der Menschen überhaupt nicht mehr weg zudenken und die Abhängigkeit vom Strom scheint in eine nicht enden wollende Preisspirale zu führen.

Was bei der Diskussion um Strompreiserhöhungen, Stromsparen und Stromanbieterwechsel gern vergessen wird, sind die sog. Stromnebenkosten. Es gibt verschiedene Steuern und andere Abgaben, die den Preis für unseren Strom automatisch immer weiter steigen lassen. So erhöhten sich beispielsweise auch die Stromsteuer und Strombezugskosten.

Etwa 40% von dem, was wir heute für unseren Strom bezahlen, fließen durch unterschiedliche Abgaben und Steuern an den Staat und in die Stadtverwaltungen. Den wohl größten Teil dieses 40%igen Kostenblocks nimmt die Stromsteuer ein, welche Anfang des Jahres 2003 zum fünften Mal in Folge erhöht wurde. Offiziell geht es darum, den Beitragssatz für Renten stabil zu halten und die Kunden zum Stromsparen zu zwingen.

Weitere Preistreiber sind die Förderungen alternativer Energien. Nicht dass man die Förderung der Gewinnung alternativen Energien (Wind- und Wasserkraft, Solarenergie, Biomasse u.v.m.) schlecht reden wollte. Diese Förderung hat einen unabdingbarer Anteil an der Abkopplung von fossilen Energieträgern. Aber man muss sich auch der Auswirkungen dieser staatlichen Förderung auf den heutigen Strompreis klar sein.

Die in den Gesetzen EEG (Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien) und KWK (Gesetz zum Schutz der Erzeugung von Strom aus einer Kraft- Wärme- Kupplung) festgeschriebenen staatlichen Förderungen lassen die Energiekosten ebenfalls weiter steigen. So wird beispielsweise die Produktion von Solarstrom über die garantierte Einspeisevergütung des EEG mit über 40 Cent pro Kilowattstunde gefördert, was schlussendlich Otto Normalverbraucher über seine monatliche Stromrechnung mitbezahlen muss.

Ein weiterer Faktor, der die Strompreise steigen lässt, ist natürlich die Mehrwertsteuer, die nun mit immerhin 19% nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht etwa 4.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Es gibt einige Tipps, wie ein solcher Haushalt durchaus ein paar hundert Euro per anno sparen kann. So sollen beispielsweise Elektrogeräte nicht im sog. Standby-Betrieb laufen, sondern immer komplett ausgeschaltet werden. Steckdosenleisten sollten abschaltbar sein und man sollte auf eine energiesparende Beleuchtung achten und sog. Energiesparlampen einsetzen.

Dabei spart der Kunde zwar Geld. Aber hilft das, die weiter steigenden Strompreise aufzuhalten? Denn Sparen führt zu weniger Verbrauch. Und die teure Infrastruktur (Stromleitungen, Kraftwerke, Umspannwerke etc.) muss auch bei niedrigerem Verbrauch erst einmal weiter betreiben und bezahlt werden.

Sparen kann der Kunde auch, wenn er zu einem günstigen Stromanbieter wechselt. Allein letztes Jahr haben in Deutschland bereits ca. 1,5 Millionen Kunden Ihren Stromanbieter gewechselt.

Allgemein stehen Privatkunden verschiedene Stromtarife, je nach Anbieter zur Verfügung: z.B. der Normaltarif, der Ökotarif und der Easytarif. Normaltarif bedeutet in der Regel, dass der Kunde als Gegenleistung für seine jeweilige Zahlung Strom ins Haus geliefert bekommt. Zur Grundversorgung über einen solchen Normaltarif sind Stromanbieter in jedem Fall verpflichtet.

Wenn man sich für einen Ökotarif entscheidet, kann man sich sicher sein, etwas für die Umwelt getan zu haben, da der Strom meist komplett CO²- neutral ist, weil er aus regenerativen Quellen stammt. Hier sollte der Stromanbieter auf jeden Fall ein Gütesiegel vorweisen können, worauf der potentielle Kunde auf jeden Fall achten sollte.

Der sog. Easytarif beschreibt ein möglichst günstiges und unkompliziertes Stromprodukt. Vertrag und Kundenservice laufen online. In den meisten Fällen ist der Strom dieser Anbieter sehr günstig.

Die Transparenz der Preise auf dem Strommarkt lässt im Allgemeinen aber noch zu wünschen übrig und erschwert den Strompreisvergleich (hier klicken). Dieser Fakt wird von Fachleuten häufig kritisiert. Die mit der fehlenden Transparenz verbundenen Kontrollmängel lassen Möglichkeiten für Manipulationen offen.

Im Auftrag des sächsischen Wirtschaftsministeriums wurde dazu ein Gutachten erstellt in welchem beispielsweise von „großen Defiziten“ gesprochen wird. Offengelegte Daten sind meistens zu spät einsehbar und die Zahlen seien aggregiert. Von Politikern wird deshalb gefordert, das Kapitalmarkt- und Energierecht zu verschärfen, indem zum Beispiel Meldepflichten an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen ausgeweitet werden. Diese Meldepflichten sollen auch Netzbetreiber und Erzeuger angehen. Als weitere Maßnahme wird die Pflicht genannt, Daten unverzüglich, also ohne Verspätung, zu veröffentlichen.

Hoffen wir, dass all diese Maßnahmen fruchten, damit es nicht wieder irgendwann einmal im Herbst heißt: Der Strompreis steigt.

BankingPortal24.de
26.03.2008

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Strompreise, Strom, Stromanbieter, Kunden, Förderung, Strompreise steigen, Stromtarife

Abrufe: 4934

RSS-Feed: RSS-Feed hier abonnierenabonnieren

Twitter: Folgen Sie bankingportal24 auf Twitterbankingportal24 folgen  |  Facebook: 

Kommentare:
Um selbst einen Kommentar zu schreiben klicken Sie hier

Es wurden bisher keine Kommentare abgegeben. Schreiben Sie den ersten Kommentar zu diesem redaktionellen Beitrag. Klicken Sie hier




Schreiben Sie einen neuen Kommentar zu diesem redaktionellen Beitrag oder diskutieren Sie über dieses Thema oder andere Finanzthemen im Finanzforum. Tauschen Sie sich dort mit anderen Mitgliedern z.B. über Probleme mit Banken, Anbietern oder bestimmte Produkte aus und diskutieren Sie Ihre Meinung.

Name:
Kommentar:

Wenn Sie per eMail informiert werden möchten, wenn jemand auf Ihren Kommentar antwortet, geben Sie bitte Ihre eMail-Adresse an. Sie erhalten eine Nachricht, sobald ein neuer Kommentar geschrieben wird.

eMail-Adresse:   

Bitte tippen Sie nur die Zahlen in das folgende Feld ein:



Zurück zur Finanz Redaktion


Affiliate Software
Als StartseiteZu den FavoritenAktuelle Seite drucken Über bankingportal24
Newsletter
Hilfe / FAQ
Kontakt
AGB
Impressum