Leben in Deutschland - kostet seinen Preis





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Leben in Deutschland - kostet seinen Preis

Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung, heißt ein bekannter Evergreen von James Last. Als er die Noten dafür aufs Papier pinselte, wird das auch vielleicht noch Tatsache gewesen sein. Mittlerweile müssen wir uns aber morgens um 7, wenn wir erwachen fragen: Was wird denn heute wieder teurer werden?

Es scheint, als hätte der 2002 eingeführte Euro den Teufel im Huckepack. Mit ihm kam eine Währung, die viele nicht wollten – jetzt schon gar nicht mehr – und über deren Einführung uns das Mitspracherecht verweigert wurde. In anderen Ländern wurden Volksabstimmungen durchgezogen, und der Euro stieß auf Ablehnung. Bei uns wurde die Einführung noch von der Regierung Kohl beschlossen, um nicht zu sagen, von Kohl persönlich, der sich später mit seiner Macht brüstete und in pfälzigem Geschwabbel meinte: „Wenn ich das nicht beschlossen hätte, hätte Däitschland nie den Äuro bekommen.“ Und in maßloser Selbstgefälligkeit pflegte er hinzuzufügen. „Wir haben ihn, weil ich es so wollte. Punkt.




Als 2002 der Euro auftauchte, schlug die Stunde der Abzocker und Schmarotzer, denn oft und gerne wurde gerundet, nach oben natürlich. Nur die Gehälter blieben gleich. Die absoluten Schlaumeier unter den Schamlosen erhöhten gar die Preise vor der Umstellung, um am Tag X damit nicht aufzufallen. Was zum Beispiel in Frankreich nicht funktionierte, weil die Regierung Preiserhöhungen in diesem Zusammenhang verbot, war hierzulande kein Problem, denn die Rot-Grünen interessierte das keinen Klacks. Sicherlich wäre es den Schwarz-Gelben genauso egal gewesen. Was kann der Staat schließlich dafür, wenn Industrie und Handel ihre Preise erhöhen? Und wo liegt die Schuld des braven Finanzministeriums, wenn der Spritpreis steigt?

Offensichtlich denkt niemand daran, dass der Staat sich dabei die gierigen Finger reibt, denn wenn sich der Preis für ein paar Schuhe verdoppelt – nicht nur hier wurde offensichtlich das Eurozeichen über das DM gepappt – verdoppelt sich dann nicht gleichzeitig die darauf fixierte Steuer? Und wenn Benzin und Diesel teurer werden, was passiert dann mit Mineralöl- und Mehrwertsteuer? Richtig: Sie ziehen mit. Doch als ob das noch nicht genug wäre, hat die Regierung die Stirn uns weiszumachen, dass eine saftige Mehrwertsteuererhöhung notwendig sei, um den horrenden Schulden Einhalt zu gebieten. Wieder ein Schlaraffenland für Schnorrer, denn Aldi und Konsorten begannen schon ein halbes Jahr vorher mit klammheimlichen Preiserhöhungen, um später sagen zu können: Unsere Preise bleiben stabil.

Wir werden also nicht nur gemolken, sondern gleichzeitig für dumm verkauft. Denn auch mit anderen Spielchen tricksten die Berliner Melker. So erhöhten sie erst die Steuern für Biodiesel und legten dann fest, dass eine Beimischung zum herkömmlichen Diesel erfolgen musste.

Bei solchen Machenschaften brauchen wir uns nicht zu wundern, dass die Absahner schön still halten, wenn Strom- und Gaspreis ein Spielball gieriger Willkür werden, denn damit steht ja auch eine heimliche Steuererhöhung an. Das Gefasel von Einmischung des Staates und der Androhung von Konzernzerschlagung: Wer will das glauben? Angeblich soll Kanzlerin Merkel ja daran interessiert sein, den Schimpfefinger zu erheben. Dass sie sich durchsetzen kann, hat sie in der Vergangenheit bewiesen. Vielleicht bringt sie es ja nun fertig, dass die Preisschraube einrostet. Immerhin gibt es zahllose Grüppchen mit Schraubenzieher, und nach Milch und Brot, Lebensmittel, die in recht unverschämter Form aufgewertet wurden, soll jetzt auch noch das Bier nachziehen – mit 30%. Arme Stammtischler. Nun müsst ihr schon die Fluppen zuhause lassen und sollt dafür auch noch kräftig für den Frühschoppen zahlen. Na wenn das mal keine Revolution nach sich zieht?

Macht unsere Wirtschaft (in jedem Sinne) doch kaputt! Oder was meinen Sie dazu, liebe Leser? Kommentare sind herzlich willkommen!

BankingPortal24.de
30.10.2007

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Deutschland, Preise, Währung, Regierung, Euro

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