Konjunktur in Deutschland und weltweit gerät unter Druck





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Schwellenländer-Krise: Die Mär vom kommenden Aufschwung!

Konjunktur in Deutschland und weltweit gerät unter Druck

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Die Bundesregierung hat den Konjunkturaufschwung bereits fest eingeplant. Ausgerechnet der Konjunkturmotor der vergangenen 15 Jahre könnte die deutsche Exportwirtschaft in eine Rezession stürzen: Ein Schwellenland nach dem anderen scheint in eine gefährliche Abwärtsspirale abzurutschen.

Das Problem ist nicht unbekannt: Die große Nachfrage nach deutschen Exportgütern aus Schwellenländern war in den vergangenen Jahren zu wesentlichen Teilen kreditfinanziert. Deutlich wird das an den negativen Leistungsbilanzen vieler Schwellenländer wie der Türkei oder Indien. Volkswirtschaften mit einem Leistungsbilanzdefizit sind auf Kredite aus dem Ausland angewiesen.

Deutschland exportiert 470 Milliarden in Drittländer


Als die US-Notenbank im vergangenen Jahr lediglich wage einen allmählichen und sanften Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes ankündigte gerieten die Währungen der Schwellenländer unter Druck. So hat die Neue Türkische Lira seit dem vergangenen Frühjahr rund 25 Prozent gegenüber dem Euro verloren.

Die Verluste sind auf einen simplen Marktmechanismus zurückzuführen. Die niedrigen Zinsen haben zu Mittelabflüssen aus den Industrie- in die Schwellenländer geführt. Die Aussicht auf steigende Zinsen kehrt diese Geldströme um. Notenbanken der Schwellenländer haben bereits erhebliche Teile ihrer Währungsreserven einsetzen müssen um den Verfall ihrer eigenen Währungen zu stoppen – bislang fast ohne Erfolg obwohl das Zinsniveau in den USA und Europa noch immer niedrig ist.

Schwellenländer könnten deutsche Exporte ausbremsen


Die Schwellenländer reagieren mit drastischen Maßnahmen, die rasch in eine Rezession münden könnten. So hob die Türkei ihren Leitzins Ende Januar auf von 4,50 auf 10,00 Prozent an. Höhere Zinsen sollen ausländische Investoren bei der Stange halten. Doch schon allein das Verhältnis Zinserhöhung zur Zinsentwicklung in den Industrieländern macht deutlich, dass dieser Weg nicht lange beschritten werden kann.

Zinserhöhungen diesen Ausmaßes führen auch in Schwellenländern zu einem Rückgang bei Konsum und Investitionen. In einigen Ländern ist auch eine wachsende politische Destabilisierung zu befürchten. Rund 44 Prozent der deutschen Exporte werden außerhalb der EU verkauft – dieser Anteil ist in den vergangenen Jahren trotz der EU-Erweiterung deutlich gestiegen, weil die Wachstumsraten in den Schwellenländern deutlich höher waren als in den Industrienationen.

Woher soll der Aufschwung kommen?


Die Schwellenländer-Problematik wird in der aktuellen Diskussion oft ausgeblendet – nicht zuletzt weil genügend andere wirtschaftliche Themen dominieren. Die Nebenrolle der Schwellenländer in der öffentlichen Wahrnehmung täuscht: Im besten Fall werden die Wachstumsraten in vielen Emerging Markets für einen langen Zeitraum zurückgehen, im schlechtesten Fall droht das Platzen einer Kreditblase mit anschließender Rezession.

Da auch in der Eurozone und der EU endogen betrachtet bestenfalls eine Stagnation zu erwarten ist drängt sich die Frage auf woher das von der Bundesregierung für dieses und das kommende Jahr angenommene Wachstum kommen soll. Schon in 2013 lag das Wachstum des deutschen BIP mit 0,40 Prozent näher an Stagnation als an Aufschwung. Kurios: Das Wachstum ist fast vollständig auf den Außenhandel zurückzuführen. Allerdings nur, weil die Importe um rund zehn Milliarden Euro stärker schrumpften als die Exporte.

Alle Angaben ohne Gewähr.

BankingPortal24.de
24.02.2014

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Konjunkturaufschwung fest eingeplant, Schwellenländer-Krise, Aufschwung weltweit unter Druck

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Kommentare:
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Hannes schrieb am 20.03.2014 13:07:46

Auch die Gaspreise sind deutlich gesunken, dass wird zwar immer mit dem milden Winter in Verbindung gebracht – aber es war ja nicht überall so mild wie in Europa. Der kleine Mann kann von der Rezession durch sinkende Preise sogar profitieren wenn sein Job sicher ist.

zuni schrieb am 20.03.2014 11:27:16

Ich mache es ganz einfach und gucke mir die Spritpreise an meiner Tankstelle an, um Abzulesen wie die Konjunktur läuft. Bei derzeitigen 1,30 EUR für einen Liter Diesel kann die Konjunktur demnach gar nicht so brummen.

PS: Mein Portemonnaie freut sich natürlich trotzdem über solch niedrigen Spritpreise ;-)

keiner schrieb am 03.03.2014 15:39:26

Die Liste kann man unentwegt so fortsetzen: Fallender Einkaufsmanagerindex in China, Krise oder gar Schlimmeres in der Ukraine, Unruhen vielleicht auch bald verstärkt in Sudamerika, nachlassendes Abenomics-Strohfeuer in Japan...Es ist extrem unwahrscheinlich dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr deutlich wächst, es sei denn der (ungedeckte) Handelsüberschuss wird abermals ausgebaut.




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