Altersvorsorge: Riester-Fondssparpläne sind weder kostengünstig noch transparent





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Umschichtungen verursachen Kosten und verhageln die Erträge

Altersvorsorge: Riester-Fondssparpläne sind weder kostengünstig noch transparent

Riester-Fondssparpläne sind transparent und machen Sparer statt Banken und Versicherer reich: Auch dieses Märchen der staatlich geförderten Altersvorsorge hat sich längst in Luft aufgelöst. Umschichtungen des Fondsportfolios und das niedrige Zinsniveau zum Rohrkrepierer. An einem weiteren Konstruktionsfehler der Riester Rente ändern sie ohnehin nichts.

Riester-Fondssparpläne sind keine "gewöhnlichen Fondssparpläne mit staatlicher Förderung". Der Gesetzgeber verlangt für die Förderung eine Garantie für die eingezahlten Beiträge zum Zeitpunkt des Renteneintritts. Diese Garantie verpflichtet die Anbieter, einen Teil des Vertragsguthabens in verzinsliche Wertpapiere zu investieren – so viel, dass die Garantie auch dann eingelöst werden kann, der der Aktienanteil des Portfolios drastisch an Wert verliert.

Mehr Anleihen ausgerechnet in der Niedrigzinsphase



Je niedriger das Zinsniveau am Anleihemarkt, desto größer muss der Anteil der verzinslichen Papiere am Vertragsvermögen sein, damit die Garantie zugesichert werden kann. Das führt dazu, dass ausgerechnet in einer Phase historisch niedriger Zinsen von Aktien in Anleihen umgeschichtet wird. Riester-Sparer, die sich von einer hohen Aktienquote attraktive Renditen und einen Inflationsschutz versprochen haben sehen sich deshalb nun getäuscht.

Viele Sparer ziehen nach einer erfolgten Umschichtung einen Wechsel des Anbieters in Betracht. Das bringt aber wenig, weil auch dieser die eingezahlten Beiträge garantieren muss. Die im Zuge des Wechsels übertragene Einlage gilt ebenfalls als Einzahlung, so dass aufgrund der der geringen Zinsen nur ein kleiner Teil in Aktien investiert werden darf.

Die Umschichtungen innerhalb eines Vertrages bringen auch unnötige Kosten mit sich. Viele Anbieter verlangen von Sparern 5,00 Prozent Ausgabeaufschlag für einen Aktienfonds und schichten kurze Zeit später in einen Rentenfonds um, der sehr viel geringere Ausgabekosten verursacht. Bei einem Wechsel des Anbieters fallen weitere Ausgabeaufschläge an. Liegt das Vertragsguthaben zum Zeitpunkt des Wechsels unter den Einzahlungen ist ein Wechsel ohnehin nicht ratsam: Die Garantie gilt nur zum Renteneintritt und verfällt bei einem vorzeitigen Wechsel. Der neue Anbieter muss nur die Höhe der bei ihm erfolgten Einzahlung garantieren.

Wie viel Rente kommt am Ende raus?



Auch mehr als zehn Jahre nach ihrer Einführung lässt die Riester-Rente viele Fragen offen. Die wichtigste: Wie viel Rente kommt eigentlich am Ende heraus? Neben den mageren Renditen am Finanzmarkt und den hohen Kosten der Verträge belastet ein weiteres Konstruktionsmerkmal die Leistungen im Alter: Die kalkulatorische Lebenserwartung der Versicherten wurde viel zu hoch angesetzt.

Das zum Renteneintritt angesparte Vertragsguthaben wird zunächst durch eine Versicherungsprämie geschmälert: Je 10.000 Euro Vertragsguthaben müssen 2300 bis 2400 Euro für eine Erlebensversicherung gezahlt werden, die die Rentenzahlung ab der Vollendung des 85. Lebensjahres übernimmt. Aus dem Rest wird die gesetzliche Mindestrate für den Zeitraum vom Renteneintritt bis zum 85. Lebensjahr gebildet. Beträgt das Vertragsguthaben 20.000 Euro und erfolgt der Renteneintritt mit 65, beträgt die Mindestrate 83,33 Euro. Stand heute dürfte die Riester-Rente deshalb wenig an der deutschen Vorsorgelücke ändern.

Alle Angaben ohne Gewähr.

BankingPortal24.de
18.12.2013

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Altersvorsorge, Riester Rente, Riester-Fondssparpläne

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