10 Prozent auf Aktien, Immobilien, Bankguthaben, Versicherungen





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Staatsschulden zu hoch: IWF fordert Zwangsabgabe auf alle Vermögenswerte

10 Prozent auf Aktien, Immobilien, Bankguthaben, Versicherungen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat eine Zwangsabgabe in Höhe von 10 Prozent auf alle Vermögenswerte zur Bekämpfung der Schuldenkrise ins Spiel gebracht. Der Vorstoß und die Reaktionen darauf zeigen zweierlei: Erstens dass eine solche Abgabe kommt und zweitens dass sie niemanden überraschen wird. Die Schuldenkrise in Europa wird die Zwangsabgabe auf keinen Fall lösen.

Der IWF kann nachträglich relativieren so viel er möchte: Dass die Idee einer Zwangsabgabe im aktuellen Fiskalbericht auftaucht kann in Zeiten professionellen PR-Managements kein Zufall und kein Versehen sein. Der Währungsfonds hat in dem Bericht einen Beitrag mit dem Titel „Taxing Times“ veröffentlicht. Im Kern steht die Idee, sämtliche Vermögenswerte - Wertpapiere, Bankguthaben, Immobilienbesitz, Versicherungsansprüche – mit einer pauschalen Abgabe in Höhe von 10 Prozent zu belegen.

Sondersteuer war auch vom DIW angeregt worden

Mit einer solchen Abgabe ließen sich nach Auffassung des IWF die Staatsschulden wieder auf das Niveau von 2007 zurückfahren. Seitdem sind die öffentlichen Verbindlichkeiten im Zuge der Krise drastisch gestiegen. Weltweit werden die Staaten im nächsten Jahr durchschnittlich mit 110 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung verschuldet sein. 2007 waren es noch 75 Prozent.

Die Schulden der Staaten der Eurozone sind seit dem Ausbruch der Krise von 6000 auf 8600 Milliarden gestiegen – im Durchschnitt mehr als 90 Prozent des BIP. Die Schulden haben in den letzten Jahren auch andere zum Rechnen animiert: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hatte im vergangenen Jahr ausgerechnet, dass eine 10prozentige Abgabe auf alle Vermögenüber 250.000 Euro in Deutschland einmalig 230 Mrd. Euro einbringen könnte. Mittlerweile distanziert sich das DIW von diesem Papier.

Keine negative Reaktion an den Märkten

Die Finanzmärkte haben auf die Veröffentlichung des IWF nicht mit der kleinsten Regung geantwortet. Hätte noch vor zwei Jahren eine solche Meldung die Runde gemacht, wären Turbulenzen unausweichlich gewesen. Die Märkte haben Maßnahmen wie eine Zwangsabgabe offenkundig längst eskomptiert: Für die Marktteilnehmer ist eine Sondersteuer/Währungsreform/Zwangsenteignung kein Katastrophenszenario, sondern gängige Erwartungshaltung.

Es darf bezweifelt werden, dass eine Vermögensabgabe wie vom IWF gefordert die Probleme in der Eurozone lösen kann. Das Problem der Staaten sind nicht (nur) die aufgelaufenen Schulden, sondern die laufenden Defizite. Würde Deutschland mit einer Zwangsabgabe 250 Mrd. Euro einnehmen und diese zur Schuldentilgung einsetzen, würde dies den laufenden Haushalt lediglich um einige Zinsausgaben entlasten – kaum mehr als zehn Mrd. Euro pro Jahr und nicht genug, um die Einnahmeausfälle einer sehr kurzen und milden Rezession auszugleichen.

Enteignung findet bereits statt

Selbst diese Entlastung würde aber voraussetzen, dass der verbleibende Anteil der Staatsschulden nicht langfristig höher verzinst werden muss. Genau das wäre aber nach einer Zwangsabgabe wahrscheinlich, da Staatsanleihen selbst als Vermögenswerte von dieser betroffen sein müssten und Anleger künftig eine Risikoprämie einfordern würden.

Sparern und immer mehr Inhabern von Lebensversicherungen dürfte es ohnehin bereits aufgefallen sein: De facto findet eine Enteignung von Vermögen bereits statt, weil die Verzinsung von Bankguthaben, sicheren Staatsanleihen und Lebensversicherungen unter die Inflationsrate gefallen ist. Je länger dieser Zustand andauert desto größer fällt die Enteignung aus.

In der Realität dürften die Kaufkraftverluste noch höher ausfallen als auf dem Papier, weil die amtlichen Inflationsraten regelmäßig zu niedrig sind. Beträgt die Teuerungsrate in Wahrheit 3,50 Prozent und wird Geld gleichzeitig zu 0,50 Prozent Zinsen angelegt summiert sich der Kaufkraftverlust innerhalb von fünf Jahren auf 14 Prozent. Den IWF braucht es also nicht...

Alle Angaben ohne Gewähr.

BankingPortal24.de
14.11.2013

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Staatsschulden zu hoch, IWF fordert Zwangsabgabe

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Kommentare:
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reiner tiroch schrieb am 22.11.2013 17:33:06

der IWF will 10% und 10% sind nur im Umlauf, toll, was?




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