Billiges Geld entwertet Altersvorsorge und schürt Preisblasen





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EZB Leitzinssenkung: Reaktionen und Konsequenzen

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Die EZB hat den Leitzins für die Eurozone am Donnerstag von 0,50 auf 0,25 Prozent gesenkt und weitere Zinssenkungen in Aussicht gestellt. Die Notenbank begründet den Schritt mit niedrigen Inflationsraten und schwacher Konjunktur. Deutschlands Banken und Versicherungen übten scharfe Kritik an der Zinssenkung: Sie fürchten um ihr Geschäftsmodell.

Auf der EZB-Pressekonferenz kündigte EZB-Präsident Mario Draghi die Bereitschaft zu weiteren Zinssenkungen an: "Wir haben die Null-Linie noch nicht erreicht. Wir könnten vom Prinzip her noch weiter gehen". Zumindest im Hinblick auf den Leitzins hat die EZB ihrer Pulver allerdings weitgehend verschossen. Ähnlich wie die US-Notenbank Federal Reserve versucht es die EZB deshalb mit einer Art "Zinsgarantie": „Die Zinsen werden noch für einen längeren Zeitraum so niedrig bleiben oder weiter sinken".

Schwache Konjunktur und Angst vor Deflation

Die meisten Beobachter wurden von der Zinssenkung oder zumindest von ihrem Zeitpunkt überrascht. Das wurde auch an den Reaktionen der Finanzmärkte deutlich: Während die Aktienmärkte nach der Bekanntgabe der Zinssenkung deutlich anzogen, gab der Euro am Devisenmarkt ab.

Ausschlaggebend für die Leitzinssenkung dürfte die jüngste Inflationsentwicklung in der Währungsunion sein. Im Oktober war die Inflationsrate in der Eurozone auf 0,70 Prozent und damit den niedrigsten Stand seit 2009 gefallen. Die Entwicklung kann nicht allen mit gesunkenen Energiepreisen erklärt werden, da die Kerninflationsrate mit 0,80 Prozent ebenfalls sehr niedrig lag. Eine Deflation sieht die Zentralbank eigener Aussage zufolge derzeit zwar nicht, dafür rechnet sie aber für einen längeren Zeitraum mir niedrigen Inflationsraten deutlich unter der Zielmarke von 2,00 Prozent. Die sehr rasche Reaktion kann allerdings als Hinweis darauf gewertet werden, dass innerhalb der EZB insgeheim doch Sorge vor einer Deflation aufkeimt.

Sparer haben das Nachsehen

Für Sparer ist die Leitzinssenkung eine schlechte Nachricht: Nachdem die Zinssätze im Einlagengeschäft Anzeichen einer Stabilisierung gezeigt hatten und die Teuerungsraten rückläufig waren deutete sich zumindest eine Atempause im ständigen Prozess der Geldentwertung an - die Hoffnungen erfüllen sich nun wohl nicht.

Die Reaktionen auf die Leitzinssenkung fielen je nach Interessenlage sehr unterschiedlich aus. Der italienische Regierungschef Enrico Letta ebenso wie der französische Finanzminister Moscovici die Entscheidung der EZB lobte, übten deutsche Banken und Versicherer auf Verbandsebene Kritik.

Kritik von Banken, Versicherern und DIHK

Der Bundesverband deutscher Banken warnte vor spekulativen Blasen infolge des geldpolitischen Expansionskurses. Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft GDV schlug sich verbal auf die Seite der Sparer und kritisierte die Zinssenkung als "fatales Signal" für alle, die für ihr Alter vorsorgten. Auch vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag waren kritische Töne zu hören: DIHK-Chefvolkswirt Alexander Schumann bemängelte: "Was die Euro-Zone braucht, ist eine Fortsetzung der Strukturreformen. Die getroffenen Maßnahmen zeigen langsam Wirkung. Probleme mit immer mehr Zentralbankgeld zuzudecken, erhöht nur das Risiko, dass der Reformeifer erlahmt".

Alle Angaben ohne Gewähr.

BankingPortal24.de
08.11.2013

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: EZB Leitzinssenkung, Billiges Geld, Altersvorsorge, Preisblasen

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