Deutschland leiht netto 1100 Milliarden an das Ausland





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Krise, Mini-Zinsen und Exportüberschüsse

Deutschland leiht netto 1100 Milliarden an das Ausland

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Die deutschen Nettoauslandsforderungen sind im vergangenen Jahr abermals deutlich auf mehr als 1100 Mrd. Euro gewachsen. Würde das Ausland seinen gesamten Schuldendienst morgen einstellen, müsste Deutschland auf Forderungen im Umfang von mehr als 40 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung verzichten.

Wie die Deutsche Bundesbank im Rahmen der Veröffentlichung des "Vermögensstatus der Bundesrepublik Deutschland gegenüber dem Ausland" mitteilte, erhöhten sich die Forderungen von deutschen Banken, Unternehmen, Privatpersonen, staatlichen Stellen und der Bundesbank gegenüber dem Ausland im Jahr 2012 gegenüber dem Vorjahr um 6,5% auf 7036 Mrd. Euro. Die Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland erhöhten sich im selben Zeitraum um 3,5% auf 5928 Mrd. Euro.

Nettoforderungen wachsen um 26% - Banken halten sich raus

Bemerkenswert hoch ist die dadurch bedingte Zunahme der Nettoforderungen gegen das Ausland. Diese stiegen um rund 26 Prozent bzw. 228 Mrd. Euro auf nun 1107 Mrd. Euro. Das entspricht mehr als 40 Prozent der deutschen Jahreswirtschaftsleistung.

Der Zuwachs bei den Nettoforderungen verteilte sich aber nicht gleichmäßig auf alle Wirtschaftsteilnehmer: Banken verabschieden sich zunehmend aus dem Ausland, während Privatpersonen und Versicherer sich stärker engagieren.
Die Bundesbank teilt mit: "Heimische Wirtschaftsunternehmen und Privatpersonen, zu denen auch Versicherungen und Investmentfonds gezählt werden, weiteten ihre Netto-Auslandsposition 2012 deutlich aus (und zwar um 173 Mrd. Auf 1233 Mrd. Euro)." Auch hier war eine deutliche Divergenz im Anstieg der Forderungen (10 Prozent) und der Zunahme der Verbindlichkeiten (6,5 Prozent) zu beobachten.

Die Nettoforderungen der Banken entwickelten sich dagegen rückläufig: „Die grenzüberschreitende Netto-Vermögensposition der Monetären Finanzinstitute (ohne Bundesbank) reduzierte sich binnen Jahresfrist weiter; sie lag Ende 2012 bei 114 Mrd. €. Dabei sanken die Auslandsforderungen (-4,1 %) stärker als die Auslandsverbindlichkeiten (-1,7 %). Ursächlich dafür war eine spürbare Zurückhaltung bei der Kreditvergabe. Da die Bundesbank aus dieser Berechnung herausgerechnet wurde berücksichtigt die Entwicklung nicht die Target-2-Salden.

Netto-Auslandsposition der Bundesbank steigt auf 815 Mrd. Euro

Ein erneuter deutlicher Anstieg des Target-2-Saldos war maßgeblich für den Anstieg der Netto-Auslandsposition der Bundesbank um fast 22 Prozent bzw. 146 Mrd. Euro auf 815 Mrd. Euro. Der Target-2-Saldo wird umgangssprachlich auch als "Bierdeckel der Krisenländer" bezeichnet: Diese können über den Umweg des Zentralbankensystems bei der Bundesbank „anschreiben“. Der deutsche Exportüberschuss spiegelt sich in erheblichem Umfang in diesem Saldo wider.

Nicht-Banken (also Privathaushalte, Unternehmen, Versicherungen und Investmentfonds) bauten ihre Engagements im Ausland über alle Anlageklassen hinweg aus. Die Bundesbank hält das für "bemerkenswert". Von dem Zuwachs um 173 Mrd. Euro in diesem Segment entfielen 157 Mrd. Euro auf den Zuwachs ausländischer Anleihen in den Händen deutscher Investoren. 83 Mrd. Euro davon entfielen auf Marktpreiseffekte, 23 Mrd. Euro auf institutionelle Investoren, die Anleihen des Euro-Rettungsschirms EFSF gekauft hatten.

BankingPortal24.de
10.10.2013

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: deutschen Nettoauslandsforderungen, Deutschland leiht Milliarden

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