Die EZB ändert die Anforderungen an Sicherheiten für Kredite an Geschäftsbanken. Künftig sollen Banken Forderungen aus Kleinkrediten als Sicherheit hinterlegen und dafür Kredit von ihrer nationalen Zentralbank erhalten können. Bei einer noch expansiveren Geldpolitik müsste die EZB Verbrauchern und Unternehmen direkt Kredite zur Verfügung stellen.
Das neue Maßnahmenpaket soll bis Ende Februar stehen. Die nationalen Notenbanken arbeiten derzeit Programme für ihre heimischen Kreditmärkte aus. Sie legen fest, welche Forderungen Geschäftsbanken beleihen können. Die EZB muss die Programme genehmigen. Die Deutsche Bundesbank wird kein solches Programm einreichen – deutsche Banken stehen nicht vor unlösbaren Refinanzierungsschwierigkeiten.
Ende Februar wird die Zentralbank Geschäftsbanken abermals Kredite mit drei Jahren Laufzeit zur Verfügung stehen. Bei dem bisher ersten Geschäft mit dieser Laufzeit borgten sich Banken fast 500 Mrd. Euro. Die EZB vergibt Kredite nur gegen Sicherheiten – und die werden langsam knapp. Deshalb sollen die nationalen Notenbanken die Möglichkeit erhalten, auf eigenes Risiko „unkonventionelle“ Pfänder zu akzeptieren.
Die Beleihung von Einzelforderungen ist nicht ganz neu. Bislang war aber ein Mindestwert von 500.000 Euro erforderlich, so dass die meisten Kreditforderungen sich nicht als Sicherheit eigneten. Künftig könnten Banken zehn bis 20 Kleinkredite von nur wenigen tausend bündeln und als Gesamtpaket bei ihrer Zentralbank hinterlegen.
Die Beleihung soll mit einem erheblichen Abschlag auf den Nennwert der Forderungen erfolgen. Im Gespräch ist ein Abschlag von 60 Prozent und mehr. Für eine Kreditforderung im Volumen von 10.000 Euro könnten sich Banken dann maximal 4.000 Euro leihen.
Die nationalen Notenbanken müssen das Risiko der Geschäfte selbst tragen – eine Vergemeinschaftung über die EZB soll es nicht geben. Wenn allerdings, wie erwartet, vor allem südeuropäische Länder an dem Programm teilnehmen ist fraglich, ob es durch die Lockerung der Sicherheitsstandards nicht zu einem weiteren Anstieg des Target-2-Saldos der Bundesbank kommt.
Die EZB will mit der Maßnahme die Refinanzierungsschwierigkeiten vieler Banken in der Eurozone abmildern. Wenn irgendwann sämtliche Aktivposten in Bankbilanzen als Sicherheit bei der Zentralbank hinterlegt werden ist allerdings unklar, warum die EZB Kredite nicht direkt der Realwirtschaft zur Verfügung stellt.
BankingPortal24.de
08.02.2012
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