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EU Kommission will mehr Transparenz bei GebührenGirokonto: Banken sahnen ab - Deutschland bei Kosten im Mittelfeld
Banken kassieren zu hohe Gebühren für Girokonten. Darüber hinaus mangelt es bei den Gebührenstrukturen oft an Transparenz. Das will die EU-Kommission nun ändern. Sie fordert die Bankenverbände zu mehr Offenheit auf und droht mit einer gesetzlichen Regelung.
Wie die Financial Times Deutschland berichtet, hat die EU-Kommission ein Schreiben an die europäischen Bankenverbände verfasst. Darin wird bemängelt, dass die Gebührenstrukturen für Produkte des Zahlungsverkehrs oft undurchsichtig seien und Verbraucher keine Klarheit darüber besitzen würden, wofür sie zahlen. Zudem würden Bankkunden oft überflüssige Zusatzleistungen mit verkauft.
Die EU-Kommission hat festgestellt, dass die Konditionen für Girokonten innerhalb der Europäischen Union erheblich differieren. So zahlen Verbraucher in Portugal, Bulgarien und Belgien durchschnittlich rund 50 Euro jährlich für Konto, Karte und Dispo. In Italien und Spanien sind diese Leistungen mit 300 Euro im Jahr am teuersten. Deutschland liegt mit rund 100 Euro jährlich im Mittelfeld. Anders Untersuchungen hatten allerdings gezeigt, dass Bankkunden in Deutschland im Schnitt rund 130 bis 150 Euro zahlen.
Die Kommission fordert jetzt von den Banken, dass Gebühren, Kosten und Provisionen für die Kontoeröffnung offengelegt werden. Das soll auch für Produkte und Services gelten, die an ein Konto gebunden sind.
Auf dem deutschen Markt hat sich in den vergangenen Jahren der Trend zu Zusatzleistungen über die reine Kontoführung hinaus verstärkt. Sehr oft bieten diese Zusatzleistungen keinen echten Nutzen, sondern dienen nur dem Profit der Bank.
Ein klassisches Beispiel dafür sind so genannte Reisebuchungsservices: Bucht der Kontoinhaber eine Urlaubsreise über einen bestimmten Anbieter, erhält er dafür einen festgelegten prozentualen Rabatt. Der Haken: Zur Auswahl steht nur die Standardpreisliste des Anbieters, der einen Vertrag mit der kontoführenden Bank abgeschlossen hat. Diese erhält für jede gebuchte Reise eine Provision – der Kontoinhaber spart in der Regel wenig bis gar nichts bzw. zahlt im Vergleich zu einer regulär beim jeweils günstigsten Anbieter gebuchten Reise sogar drauf.
Experten sind der Ansicht, dass eine zusätzliche Regelung auf dem deutschen Markt mehr als überflüssig ist und dem Kunden in der Summe mehr schaden als nützen würde. Zwar gibt es große Unterschiede bei den Kosten für Girokonten. Ob Verbraucher viel oder wenig für ihr Konto zahlen, liegt jedoch einzig und allein an ihnen selbst. Die Stiftung Warentest hat in einer Untersuchung festgestellt, dass mehr als ein halbes Dutzend bundesweit tätige Banken ein komplett kostenloses Girokonto inklusive vollwertiger Kartenausstattung ohne jegliche Bedingungen anbieten.
Ein Girokonto Vergleich lässt sich dank des Internets heute mit wenigen Klicks durchführen. Ein deutlich größeres Kostenrisiko als mangelnde Transparenz ist nach Ansicht von Fachleuten die Trägheit vieler Bankkunden, die trotz hoher Gebühren nicht zu einem anderen Institut wechseln.
BankingPortal24.de
07.09.2010
Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
Keywords: Girokonto, Kosten, Banken, Kommission, Deutschland
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Kommentare:
friedrich schrieb am 10.09.2010 15:26:56
Eine Zusatzregelung lehne ich ab. Ich habe genug Papierberge von meiner Bank bekommen. Erst im letzten Herbst stapelweise wegen der neuen AGBs, dann als ich einen Ratenkredit aufnehmen wollte für meinen Sommerurlaub haben die mir sonstwas alles mitgeschickt an Informationsmaterial ohne Informationen. Wer zu viel für sein Konto zahlt sollte einfach wechseln. Es gibt genügende Banken, bei denen man gar nichts bezahlen muss. Dass die Banken absahnen und die Gebühren in keinem Verhältnis zum Aufwand stehen sieht man doch daran, dass ein (relativ armer) Bankkunde in Bulgarien genauso viel zahlen muss wie ein vermutlich deutlich einkommensstärkerer Kunde in Belgien.


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