Noa Bank: Bafin stellt Entschädigungsfall fest






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Anleger haben ein Jahr Zeit

Noa Bank: Bafin stellt Entschädigungsfall fest

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Die deutsche Finanzaufsicht hat festgestellt, dass die geschlossene Noa Bank nicht über ausreichend Geld verfügt, um allen Kunden ihr Geld zurückzuzahlen.

Deshalb stellte die Bafin offiziell den Entschädigungsfall fest. Kunden der Noa Bank werden nun von der gesetzlichen Einlagensicherung angeschrieben. Sie haben ein Jahr Zeit, ihre Ansprüche geltend zu machen.

Die offizielle Feststellung des Entschädigungsfalls ist Voraussetzung für die Entschädigung der Anleger durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken. Die EdB GmbH ist die gesetzliche Einlagensicherung für Banken mit privater Rechtsform. Sie schützt Guthaben bis 50.000 Euro pro Kunde zu 100 Prozent.

Die EdB wird die Kunden der Noa Bank kontaktieren und alle zur Geltendmachung erforderlichen Formulare zusenden bzw. zur Verfügung stellen. Die Formalien sind notwendig, weil die EdB im Insolvenzverfahren über die Noa Bank als Gläubiger auftritt und an der Aufteilung der Insolvenzmasse beteiligt wird.

Die Noa Bank war nicht Mitglied des Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken. Dabei handelt es sich um die freiwillige Einlagensicherung des privaten Bankensektors. Der Fonds springt ein, wenn die Ansprüche gegen die EdB nicht ausreichen und Anleger mehr als 50.000 Euro bei einem insolventen Institut angelegt haben. Sparer, auf die dies im Fall der Noa Bank zutrifft, müssen mit Verlusten rechnen.

Die Noa Bank war im November 2009 auf den deutschen Markt getreten. Das Institut um den Vorstandschef Josic warb mit Transparenz, Fairness und Nachhaltigkeit. So sollte jeder Kunde selbst entscheiden können, in welchem Bereich sein Geld zum Einsatz kommt. Bei der Eröffnung eines Tages- oder Festgeldkontos konnten Anleger sich für ein bestimmtes Themengebiet entscheiden. Zur Auswahl standen verheißungsvolle Bezeichnungen wie "Region", "Planet", "Leben" und "Kultur".

Der Start des Instituts schien zu gelingen: Dank hoher Zinsen für Tagesgeldanlagen strömten Kunden und Einlagen zur Noa Bank und auch die Berichterstattung war sehr positiv. Bis Anfang Juli deponierten 15.000 Sparer rund 300 Mio. Euro auf Konten der Noa Bank. Im Juni hatte Die Noa Bank ein anderes Unternehmen von Gründer und Vorstandschef Josic übernommen: Die Quorum AG wurde in die Noa Factoring AG umbenannt und in das Institut integriert. Zu diesem Zeitpunkt kamen nicht nur bei der Bafin Zweifel am Geschäftsmodell auf. Die Geschehnisse erregten den Verdacht, dass die Noa Bank Josic vornehmlich zur Finanzierung seines Factoring Unternehmens dienen könnte.

Als die Noa Factoring AG am 18. August insolvent wurde, verhängte die Bafin ein Moratorium über die Noa Bank, dem am 25. August die Feststellung des Entschädigungsfalls folgte. Die Noa Factoring AG war der größte Kreditnehmer der Noa Bank. Firmengründer Josic fiel an diesem Tag nicht zum ersten Mal durch offensichtliche Falschinformationen gegenüber Kunden und Öffentlichkeit negativ auf. Er ließ zunächst verlauten, dass er die Maßnahme bei der Finanzaufsicht beantragt habe. Diese wies diese Darstellung zurück und stellte klar, dass die Behörde das Moratorium angeordnet habe, um den Abfluss von Kundengeldern zu verhindern.

Schon in den Wochen zuvor war Josic unehrlich gegenüber seinen Kunden, die er mit „finanzieller Demokratie“ und Transparenz geworben hatte. So wurde die Einstellung des Einlagengeschäfts damit begründet, dass nicht genügend Kreditnehmer für die Einlagen zu finden seien. In Wahrheit hatte die Bafin die Neuannahme von Kundengeldern untersagt.

BankingPortal24.de
30.08.2010

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Noa Bank, Bafin, Jozic, Entschädigungsfall

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Kommentare:
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Fahrlehrer schrieb am 28.11.2010 11:40:13

Wer mit Quorum gearbeitet hat, konnte bis 3 zählen das die Noa Bank genau so arbeiten wird. Ich finde es eine unverschämtheit das der gründer der Quorum / Noa Bank jetzt seine Arbeit in die Schuhe der gesetzlichen Einlagensicherung schiebt.

Ich sage nur Factoring nie mehr ohne einen Fachmakler

martin schrieb am 31.08.2010 18:46:33

So dubios diese Bank ist, so sehr müssen sich doch auch die vielen Bankkunden, die scheinbar vollkommen unkritisch ein Konto eröffnet und Geld einbezahlt haben, fragen warum das passieren konnte. Auch die Stiftung Warentest, die die Noa Bank hochgelobt hat, hat nichts von den Unstimmigkeiten erzählt. Wer sich in unserer Gesellschaft als nachhaltiger, sozialer und ökologischer Gutmensch darstellt, kann scheinbar alles erreichen.




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