IKB kommt nicht aus den roten Zahlen






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Hohe Bewertungsverluste und geringere Zinseinnahmen

IKB kommt nicht aus den roten Zahlen

Die Mittelstandsbank IKB hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust in Höhe von knapp 1 Mrd. Euro eingefahren. Die IKB war im Jahr 2007 als erstes deutsches Institut im Zusammenhang mit der US-Immobilienkrise in Schwierigkeiten geraten. Nach einem Verlust von 540 Mio. Euro im Vorjahr wurde zum 31.03. nun ein Fehlbetrag in Höhe von 974 Mio. Euro ausgewiesen.

Die größte Belastung für das Ergebnis der IKB waren Bewertungsverluste. Das Institut musste 859 Mio. Euro auf ausstehende Forderungen abschreiben. Die Bewertungsgewinne reichten nicht aus, um diesen Fehlbetrag auszugleichen, so dass unterm Strich Bewertungsverluste im Umfang von 599 Mio. Euro zu verzeichnen waren.

Positiv wirkten sich eine gesunkene Risikovorsorge, reduzierte Verwaltungskosten und ein positives Ergebnis aus Finanzanlagen aus. Der Zinsüberschuss hingegen ging deutlich auf 179 Mio. Euro zurück. Ein Grund hierfür ist die von der EU-Wettbewerbskommission verordnete Bilanzkürzung. Die Behörde hat der IKB auferlegt, die Bilanzsumme bis zum Jahr 2011 von einst 63 auf dann 33 Mrd. Euro zu verkürzen.

Die Bilanzkürzung ist Bedingungen für die Genehmigung der staatlichen Hilfen an die IKB. Die öffentliche Hand musste im Jahr 2007 mit einem Rettungspaket über 10 Mrd. Euro den Zusammenbruch des Instituts verhindern. Im Anschluss daran wurde die IKB an den US-Investor Lonestar verkauft.

Im Hinblick auf die künftige Geschäftsentwicklung gibt sich die IKB nach wie vor unsicher. Abhängig vom weiteren Verlauf der Finanz- und Wirtschaftskrise seine eine "hohe Ergebnisvolatilität" möglich. Bis zum Jahr 2012 kann sich das Institut dank der Hilfe von Garantien des Rettungsfonds Soffin unabhängig vom Kapitalmarkt refinanzieren.

Ob der Fortbestand der Bank auch im Anschluss gesichert ist, hängt maßgeblich vom Erreichen der Kapitalmarktfähigkeit im Jahr 2012 ab. Die Kernkapitalquote der Bank lag Ende März bei 10,4 Prozent und damit über den gesetzlich definierten Mindeststandards.



BankingPortal24.de
05.07.2010

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Kommentare:
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Friedrich Kull schrieb am 07.07.2010 01:29:47

Unglaublich dass die mal als praktisch mündelsicher galten. Was ich aber an den ganzen Rettungsaktionen nicht verstehe: Der Staat pumpt Milliarden rein und dann wird restrukturiert, bis die Gewinnschwelle in Sicht ist. Aber die späteren Gewinne fährt dann der neue Eigentümer allein ein?



Keywords: IKB, rote Zahlen, Bewertungsverluste, Bilanzkürzung

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