Zinssenkungen und kein Ende: Sparer gehen leer aus






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Das Zinsniveau im Einlagengeschäft ist bereits seit geraumer Zeit mager: Weder Tages- noch Festgeldkonten werfen hohe Zinsen ab. Ein Ende ist nicht in Sicht: Die Zinsen sinken auf breiter Front weiter. Sparer können mit den meisten sicheren Anlagen nicht einmal mehr die Teuerungsrate ausgleichen. Die Kaufkraft der bundesdeutschen Vermögen nimmt kontinuierlich ab.

Tagesgeldkonten sind eine der beliebtesten Anlagen der Bundesbürger. Geld verdienen lässt sich damit aber nicht: Auf gerade einmal 1,1 Prozent Zinsen p.a. schätzt die FMH Finanzberatung den durchschnittlichen Zinssatz für täglich fällige Bankeinlagen. Die Teuerungsrate in Deutschland betrug im Mai nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hingegen 1,2 Prozent.

Selbst die besten Angebote am Markt bieten kaum attraktive Zinsen. Mit 2,2 Prozent p.a. ist das Tagesgeldkonto der Fidor Bank noch am attraktivsten. Auch dort wurden die Zinsen zuletzt jedoch um 0,35 Prozentpunkte gesenkt. Ebenso bei der ING-Diba, die den Standardzins ihres Tagesgeldkontos von 1,5 auf 1,35 Prozent reduzierte. Die Bank of Scotland, die seit fast 2 Jahren zu den besten Anbietern für Tagesgeldkonten zählt, senkte den Zins jüngst von 2,1 auf 2,0 Prozent.

Bei Festgeldanlagen gestaltet sich die Situation nicht wesentlich besser. Ganz vorn ist die Fidor Bank mit 3,01 Prozent Zinsen für Anlagen mit 12 Monaten Laufzeit. Die ICICI-Bank zahlt immerhin noch 2,4 Prozent p.a. Der Durchschnitt liegt mit 1,27 Prozent gemessen am FMH-Index ebenfalls historisch niedrig. Bessere Erträge sind mit sehr langfristigen Anlagen möglich.

Diese aber bergen ein erhebliches Risiko: Kommt es zu einer deutlich anziehenden Inflationsrate, lässt sich das angelegte Vermögen nicht mehr umschichten. Die aus heutiger Sicht hohen Zinsen bei langfristigen Anlagen können sich dann in einem inflationären Szenario als Kaufkraft-Killer entpuppen.

Eine Zinswende ist nicht in Sicht. Weder ist absehbar, dass die Europäische Zentralbank das Leitzins-Niveau anheben wird noch ist für die nächste Zeit eine Trendwende am Anleihemarkt absehbar. Sparer müssen so damit rechnen, auch weiterhin sehr wenigen Zinsen für ihr Erspartes zu erhalten.



BankingPortal24.de
29.06.2010

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Zinsen, Anlagen, Sparer, Zinssenkungen, Inflationsrate

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Finanzmann schrieb am 29.06.2010 14:33:49

Ich frage mich wie lange das noch so weiter gehen soll: Auf der einen Seite muss man für den Dispokredit 12 Prozent Zinsen zahlen, auf der anderen Seite erhält man selbst für Anlagen mit 5 Jahren Laufzeit kaum mehr als 3 Prozent. Vom Tagesgeld will ich gar nicht reden -meine Bank hat den Zinssatz jetzt auf 0,5 Prozent gesenkt. Die Banken wissen eben, dass der gemeine Sparer gar keine Alternative hat: Bundeswertpapiere etc. werfen ja auch keine Zinsen ab. Ganz übel wäre es, wenn die Geldpolitik in den kommenden Jahren absichtlich expansiv gehalten wird und zu den Mini-Zinsen dann noch Maxi-Inflationsraten dazukommen. Dann wird das Ersparte ganz schnell weniger…




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