Girokonto: Kostenlos und ohne Bedingungen ist selten






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Finanztest untersucht den Konto-Markt

Girokonto: Kostenlos und ohne Bedingungen ist selten

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Praktisch jeder Bundesbürger besitzt ein Girokonto. Die Kosten, die dafür anfallen, variieren gewaltig. Zwar werben zahlreiche Banken mit einem kostenlosen Girokonto - nur die wenigsten Angebote können dieses Versprechen jedoch auch wirklich halten. Die Stiftung Warentest hat in einer aktuellen Untersuchung die Konditionen von mehr als 70 Banken unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Nur eine Handvoll Girokonten ist wirklich kostenlos.

In der Untersuchung von Finanztest wurden 73 Banken und Sparkassen befragt. 51 von ihnen boten ein kostenloses Konto an. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle handelte es sich dabei jedoch um Angebote, die an bestimmte Bedingungen geknüpft waren. Dabei kann es sich zum Beispiel um einen Mindestgehaltseingang handeln. Die Targobank etwa verzichtet auf die reguläre Kontoführungsgebühr, wenn monatlich mindestens 600 Euro auf dem Konto eingehen. Bei der Commerzbank muss es schon der doppelte Betrag sein. Der Wegfall der Kontoführungsgebühr kann auch an die Eröffnung eines Sparplans geknüpft sein oder den Kauf von Genossenschaftsanteilen erforderlich machen.

Die Studie der Stiftung Warentest zeigt deutlich: Je weniger Interpretationsspielraum im Hinblick auf die Bezeichnung „Kostenlos“ gelassen wird, desto weniger Banken erfüllen dieses Kriterium. So stellen nur 21 der 51 Banken mit vermeintlich kostenlosen Girokonten ein Konto zur Verfügung, bei dem eine kostenlose EC-Karte inklusive ist und bei denen auf Restriktionen wie einen Mindestgehaltseingang verzichtet wird. Von diesen 21 Banken wiederum verlangen 13 Gebühren für eine Kreditkarte, so dass letztlich nur 8 Banken ein wirklich kostenloses Girokonto anbieten.

Unter diesen 8 Instituten sind die beiden regional tätigen Genossenschaftsbanken PSD Berlin-Brandenburg und PSD Hessen-Thüringen. Somit verbleiben nur 6 Banken, die bundesweit ein kostenfreies Girokonto anbieten. Unter ihnen findet sich eine Bank mit Filialnetz: Bei der Deutsche-Bank-Tochter Norisbank muss die kostenlose MasterCard allerdings separat beantragt werden. Nicht so bei den anderen verbliebenden Anbietern, bei denen es sich durchweg um Direktbanken handelt: Die comdirekt Bank AG, die ING-DiBa, die Wüstenrot-Bank, die MBS in Potsdam und die Saalesparkasse zählen den Finanztest-Untersuchung zufolge zu den besten Anbietern.

Welches Girokonto das Beste ist, richtet sich allerdings nicht nur nach den Kontoführungsgebühren. Eine kostenlose EC- und Kreditkarte allein gewährleisten noch keine flächendeckende, gebührenfreie Bargeldversorgung. Kunden der Norisbank etwa können an bundesweit 7.000 Geldautomaten kostenlos Bargeld abheben. Die Comdirect bietet hier deutlich mehr Möglichkeiten, weil mit der Visacard ebenfalls kostenlos Bargeld abgehoben werden kann.

Bei den vorgenannten Banken sind alle gängigen Buchungen kostenfrei. Das gilt allerdings nicht für Überziehungen des Kontos: Wer häufig in den Miesen ist, sollte bei der Auswahl einer Bank unbedingt den Sollzins des Dispokredits beachten. Je nach individueller Kontoführung kann dieser Posten weitaus wichtiger sein als die regulären Gebühren. Wer durchschnittlich 3000 Euro im Soll ist und dafür 12 Prozent Zinsen zahlt, kommt pro Jahr auf 360 Euro. In diesen Fällen sollte das Augenmerk vor allem auf die Sollzinsen gelegt werden.

Die meisten Banken – darunter auch solche mit niedrigen oder gar keinen Kontoführungsgebühren - sahnen bei Kontoüberziehungen regelrecht ab. Dennoch finden sich große Unterschiede: Die günstigsten Dispozinsen bieten die genossenschaftlichen Institute Deutsche Skatbank und Bank für Kirche und Caritas, die jeweils 6 Prozent verlangen. Günstig sind auch die Kontokorrentrahmen der DAB bank AG (6,95 Prozent) und der Deutsche Kreditbank AG (7,9 Prozent).



BankingPortal24.de
22.06.2010

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Girokonto, Konto, Kommentar, Stiftung Warentest, Finanztest

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Kommentare:
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Marc S. schrieb am 25.06.2010 13:45:24

Also bei Privatkonten kann man mit einem guten Vergleich heute wirklich sehr günstig wegkommen. Mit etwas Suchen findet man eigentlich alles gratis. Problematisch sehe ich die Situation allerdings nach wie vor für Geschäftskunden: Hier langen Banken mächtig zu – ich selbst zahle in der Summe mehrere hundert Euro für ein moderat genutztes Geschäftskonto. Da wird wirklich alles in Rechnung gestellt, was man sich ausdenken kann. Hier wäre mehr Wettbewerb wünschenswert!




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