Griechenland-Pleite: Die Umschuldung rückt näher






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Griechenland-Pleite: Die Umschuldung rückt näher

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Eine Umschuldung für Griechenland als Ausweg aus dem Staatsbankrott rückt näher. Das Szenario wurde am Mittwoch am Anleihemarkt erwartet. Griechische Anleihen gaben erneut deutlich nach – eine Umstrukturierung der Schuldenlast wurde als wahrscheinlichstes Szenario gewertet.

Griechenland ist bankrott – der Zugang zu den Anleihemärkten ist nach Aussage der griechischen Führung "unmöglich". Athen braucht dringend Geld, weil schon in wenigen Wochen am 19. Mai eine Anleihe fällig wird. Soll dann nicht die Zahlungsunfähigkeit eintreten, muss schnell eine Lösung her.

Experten diskutieren in diesen Tagen darüber, wie eine Lösung für den griechischen Staatsbankrott aussehen könnte und was sie kostet. Ein Austritt aus der Währungsunion wird dabei ebenso als mögliche Lösung in den Raum gestellt wie eine Umstrukturierung. Bei einer Umstrukturierung müssten die Gläubiger Griechenlands auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten.

Dass Griechenland aus eigener Kraft bzw. mit vorübergehenden Hilfen in überschaubarem Rahmen wieder in sicheres Fahrwasser gelangt, halten Experten für unwahrscheinlich. Die Sparprogramme, die in den kommenden Jahren dazu erforderlich wären, überfordern die strukturell schwache griechische Wirtschaft massiv.
Ein Austritt aus der Währungsunion ist nach Auffassung vieler die beste Lösung. Würde Griechenland eine eigene Währung einführen, könnte die Wettbewerbsfähigkeit des Landes durch eine Abwertung gestärkt werden. Eine Abwertung der neuen Drachme würde zu besseren Chancen im Export und einem verstärkten Konsum inländischer Produkte führen. Dadurch könnte zum einen das Wirtschaftwachstum angekurbelt und zum anderen das Leistungsbilanzdefizit verringert werden.

Ein Austritt der Griechen aus der Währungsunion allein könnte den Staatsbankrott jedoch nicht abwenden. Die Schulden des Landes lauten auf Euro und würden nach einer Abwertung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung noch stärker belasten. Deshalb müssen nach Ansicht vieler Ökonomen die Gläubiger auf einen Teil ihres Geldes verzichten. Wie bei einer Unternehmensinsolvenz müsste dann auf politischer Ebene eine Quote ausgehandelt werden, mit der die Gläubiger bedient werden.

Insgesamt hat Griechenland rund 300 Mrd. Euro Schulden aufgetürmt. Ein Teil davon ist im Besitz deutscher Banken und Versicherungen. Allein die Hypo Real Estate Bank sitzt auf Forderungen gegen Griechenland im Umfang von 7 bis 8 Mrd. Euro. Die Beteiligung der Gläubiger ist nach Auffassung vieler Beobachter jedoch günstiger als eine neuerliche Stützung des bankrotten Landes. Die derzeit geplanten Hilfsmaßnahmen sehen allein für dieses Jahr Hilfen im Umfang von 45 Mrd. Euro vor.

Damit wäre Griechenland allerdings nur sehr kurzfristig aus dem Schneider: Schon im nächsten Jahr müssten neue Gelder in mindestens demselben Umfang bereitgestellt werden. Im Vergleich zu einem einmaligen Verzicht der Gläubiger auf ein Drittel der Verbindlichkeiten könnte eine fortdauernde Hilfe sich als Fass ohne Boden erweisen.

Die Anleihen Griechenlands wurden zu Beginn der Woche von der Rating-Agentur Standard&Poors herabgestuft und gelten nun im Börsenjargon als "Ramsch". Sollte eine weitere Rating-Agentur die Bonität Griechenlands herabstufen – was in den kommenden Tagen der Fall sein dürfte – könnte die Europäische Zentralbank griechische Staatsanleihen nicht mehr als Sicherheit akzeptieren. Griechische Banken könnten sich dann nicht mehr auf diesem Wege refinanzieren.

Befürworter der Hilfen für Griechenland argumentieren mit einem möglichen Dominoeffekt, der auch andere Staaten mit in den Abgrund reißen könnte. Insbesondere Portugal sieht sich mit großen Verschuldungs- und Defizitproblemen konfrontiert und wird an den Märkten immer häufiger mit Griechenland verglichen.



BankingPortal24.de
28.04.2010

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Griechenland, Staatsbankrott, Griechenland-Pleite, Umschuldung, Domino-Effekt

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steuerzahler schrieb am 28.04.2010 22:27:55

Die Politik sollte endlich begreifen, dass es so nicht weitergehen kann mit der Transferunion und Griechenland Hilfen verweigern. Alles andere ist keine Solidarität, sondern lediglich ein Präzedenzfall. Wenn der deutsche Steuerzahler einmal für griechische Schulden in die Pflicht genommen wird, dauert es nicht lange bis Portugal, Italien und Spanien auch vor der Tür stehen. Dann sitzt Deutschland ganz schnell auf einem noch sehr viel höheren Schuldenberg, der zu sehr viel höheren Zinsen finanziert werden muss. Darum: Griechenland raus aus der Währungsunion!

Drückerplatte schrieb am 28.04.2010 20:44:02

fünf mehr oder minder vergleichbar heftige wirtschaftskrisen in den letzten knapp 200 jahren und dreimal waren die griechen mit einem staatsbankrott dabei - unsere lieben ouzo-freunde lassens tatsächlich so richtig krachen. lächerlich!




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