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Athen bricht unter Schuldenlast zusammenGriechenland ruft Staatsbankrott aus
Griechenland ist pleite. Wie am heutigen Tage bekannt wurde, hat Athen ganz offiziell den Staatsbankrott ausgerufen und damit signalisiert, dass die drückenden Staatsschulden aus eigener Kraft nicht beglichen werden können.
Wie bereits seit Wochen erwartet hat Griechenland nun formell die Europäische Union und den Internationalen Währungsfonds um Hilfe gebeten. Beide Institutionen zusammen sollen dem hochverschuldeten Land allein in diesem Jahr mit 45 Mrd. Euro unter die Arme greifen. Das entspricht fast 19 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung Griechenlands.
An den internationalen Kapitalmärkten hatte sich die Situation für Griechenland am gestrigen Tage massiv verschärft. Die europäische Statistikbehörde Eurostat hatte ermittelt, dass das griechische Haushaltsdefizit im Jahr 2009 abermals nach oben korrigiert werden muss. Die Griechen haben im vergangenen Jahr neue Schulden im Umfang von 13,6 Prozent des BIP aufgenommen. Bislang war – nach mehrmaligen Korrekturen nach oben – von 12,9 Prozent ausgegangen worden.
Die Kurse griechischer Anleihen gerieten daraufhin massiv unter Druck. Die Renditen zweijähriger griechischer Staatsanleihen rentierten am Nachmittag im Londoner Handel um 300 Basispunkte höher bei 11,11 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe stieg um 95 Basispunkte auf 9,02 Prozent. Die Ratingagentur Moody´s stufte griechische Staatsanleihen herab und senkte darüber hinaus den Ausblick für die Papiere. Zweistellige Renditen für griechische Anleihen gab es zuletzt vor der Einführung des Euro im Jahr 1999.
Griechenland wird seine Schulden aus eigener Kraft nicht mehr bedienen können. Davon geht auch die Investmentbank Goldman Sachs aus, die in einem am Donnerstag veröffentlichten Kommentar, auf den sich die Frankfurter Allgemeine Zeitung beruft, rät: „Warten Sie auf das freiwillige Angebot einer Umschuldung durch die griechische Regierung in den kommenden Monaten.“ Goldman Sachs sieht ein mehrjähriges offizielles Rettungsprogramm in Kombination mit einer Umschuldung als beste Lösung an.
Der offizielle Eintritt des Staatsbankrotts ist der vorläufige Höhepunkt einer langjährigen Schuldenspirale, die durch Misswirtschaft, Korruption und andere strukturelle Schwächen des Mittelmeerstaats hervorgerufen wurde. Das Vertrauen der Finanzmärkte in Griechenland erlitt irreparablen Schaden, als im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass das Staatsdefizit doppelt so hoch ausfallen würde wie zunächst angegeben. Griechenland hatte sich bereits den Beitritt zur Eurozone mit gefälschten Statistiken über die desolate Lage seiner öffentlichen Haushalte erschlichen.
Viele Experten kritisieren das Einstehen der Europäischen Union für die Schulden Griechenlands allerdings heftig. Befürchtet werden eine dauerhafte Destabilisierung des Euros und die Umstrukturierung der EU in eine Transferunion. Zahlreiche Ökonomen fordern deshalb den Austritt der Griechen aus der Eurozone. Dadurch könnte Griechenland mittels einer Abwertung an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen.
Die dabei entstehenden Verluste in den Büchern deutscher Banken sind nach Ansicht vieler das deutlich kleinere Übel im Vergleich zu einer Übernahme der Schulden. Im schlimmsten Fall muss Deutschland mehr oder minder allein für die gesamte griechische Staatsschuld im Umfang von 300 Mrd. Euro aufkommen.
BankingPortal24.de
23.04.2010
Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
Keywords: Griechenland, Schuldenlast, Staatsbankrott
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Kommentare:
Numnim schrieb am 24.04.2010 19:49:00
Zitat: "Im schlimmsten Fall muss Deutschland mehr oder minder allein für die gesamte griechische Staatsschuld im Umfang von 300 Mrd. Euro aufkommen."
Das kann ich ganz und gar nicht verstehen!
Griechenland muss hart bestraft werden: Austritt aus der Eurozone!
Der Euro wurde und wird doch nur verwendet um die Profilierungssucht der Politiker zu befriedigen. Man hätte nach Einführung des Euros einfach 20 Jahre abwarten sollen und sehen wie sich das Ganze entwickelt. Allerdings ist es unseren Politikern lieber mit großer Klappe Beitrittsverhandlungen weiterer Risiko-Länder anzukündigen. Griechenland war nur der Anfang...
steuerzahler schrieb am 23.04.2010 23:49:58
Das musste einfach kommen. Es war klar dass die Griechen das nicht packen. Das Land ist so pleite, da helfen allerdings auch keine Kredite von EU in IWF. Die können nämlich auch nicht zurückbezahlt werden. Die einzige Möglichkeit ist aus meiner Sicht ein Ausscheiden der Griechen aus dem Euroraum. Die Schulden müssen dann in Drachme zurückbezahlt werden. Sicher – die Gläubiger, zu denen auch deutsche Banken gehören, verlieren dann die Hälfte ihrer Forderungen. Das ist aber immer noch besser als sich da ein Fass ohne Boden zu züchten, für das der (vor allem deutsche) Steuerzahler da für Jahre und Jahrzehnte arbeiten muss. Die Griechen – Politiker wie Beamte und alle anderen, die gemeint haben man könnte über die Verhältnisse leben – werden einsehen müssen, dass es nur mit einem deutlich abgespeckten Lebensstandard weitergehen kann. Deshalb bin ich ganz klar gegen weitere Hilfen – wer den Karren vor die Wand gefahren hat, muss selbst sehen wie er ihn wieder herausbekommt.


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