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Athen hat keine Lust auf hohe ZinsenBundesbank: Griechenland-Rettung kostet 80 Mrd. Euro
Griechenland muss wegen seiner finanziellen Schwierigkeiten hohe Zinsen am Kapitalmarkt für seine Anleihen zahlen. Langfristig will Athen dies nicht dulden. Günstiger sind die Hilfskredite der anderen EU-Mitgliedstaaten. Für die könnte ihre Rettungsaktion teuer werden.
Die Rettung des vom Staatsbankrott bedrohten Griechenlands könnte 80 Mrd. Euro kosten. Davon jedenfalls geht Bundesbank-Chef Axel Weber aus. Wie der Ökonom am Rande einer Klausurtagung der FDP-Fraktion äußerte, geht er davon aus, dass die griechische Regierung in den kommenden Jahren eine solche Summe benötigen und ohne die Hilfe der Gemeinschaft nicht erhalten wird.
Weber verwies den Angaben von Teilnehmern an der Tagung zufolge darauf, dass auch die Rettung der Banken gezeigt habe, dass sich im Zeitverlauf immer größere Löcher auftun. Die Gelder für Griechenland müssen Weber zufolge die Euro-Mitgliedstaaten und der Internationale Währungsfonds (und damit die diesem angeschlossenen Staaten) finanzieren.
Axel Weber hält eine Sanierung des griechischen Staatshaushaltes dennoch für unvermeidlich. Seiner Ansicht nach würde die Zahlungsunfähigkeit eines Euro-Mitgliedstaates weitere Länder vor gravierende Finanzierungsprobleme stellen. Darüber hinaus sieht er in einem griechischen Zahlungsausfalle das Risiko eines erheblichen wirtschaftlichen Rückschlags für viele Länder Europas.
Die Hilfen für Griechenland werden nicht von allen Beobachtern begrüßt. Ottmar Issing, früher EZB-Direktoriumsmitglied, hatte bereits vor Monaten eine EU-Hilfe für die angeschlagenen Griechen abgelehnt und Unterstützung ausschließlich durch den Internationalen Währungsfonds angeregt. Andere Kritiker des Hilfspakets gegen noch weiter. Pessimisten sehen in der Unterstützung für das fiskalpolitisch anarchische Mittelmeerland den Anfang vom Ende der gemeinsamen Währung. Griechenland hatte sich den Beitritt zur Euro-Währungsunion mit gefälschten Statistiken erschlichen und seine Währungspartner bis ins vergangene Jahr immer wieder mit falschen Angaben zur Lage der öffentlichen Haushalte getäuscht.
Die Hilfen der Euro-Mitgliedstaaten sind für dieses Jahr auf 30 Mrd. Euro begrenzt. Das entspricht mehr als 12 Prozent der griechischen Wirtschaftsleistung. Müsste Deutschland Hilfen in diesem Umfang in Anspruch nehmen, müsste die Gemeinschaft 300 Mrd. Euro aufbringen. Für die beiden kommenden Jahre existieren ebenfalls Hilfszusagen – allerdings ohne Begrenzung.
Griechenland erhält die Kredite der Euro-Mitglieder zu günstigeren Konditionen als es auf dem freien Markt der Fall ist. Für griechische Anleihen mit 10 Jahren Laufzeit werden am Markt derzeit 7,75 Prozent Zinsen p.a. gezahlt. Auch bei einer deutlich kürzeren Laufzeit von gerade einmal zwei Jahren beläuft sich das Zinsniveau auf 7,25 Prozent. Die Hilfskredite kosten in etwa 5 Prozent im Jahr.
Die Griechenland-Hilfen könnten deshalb der Auftakt zu einer langfristigen und groß angelegten Ausweitung von Transfers innerhalb der Währungsunion sein. Unter dem Vorwand der Finanzsystemstabilität erhalten auch Staaten mit desaströser Haushaltsführung und gravierenden strukturpolitischen Schwächen Finanzhilfen durch vergünstigte Bedingungen am Kapitalmarkt.
Zyniker behaupten, Griechenland könne sich im Hinblick auf Finanzhilfen auf sein Gewohnheitsrecht berufen. Schließlich haben die Griechen von den EU-Subventionen so stark profitiert wie kein anderes Land: Jeder Einwohner des Mittelmeerstaates erhält rechnerisch netto 500 Euro pro Jahr aus dem Haushalt der EU.
BankingPortal24.de
22.04.2010
Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
Keywords: Griechenland, Hilfsmaßnahmen, Rettung, EU, Kosten
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Kommentare:
Drückerplatte schrieb am 22.04.2010 15:16:02
lieber herr weber, sie sind - das lässt sich erahnen - ein gutbezahlter mann. ich als gutgläubiger mensch assoziiere damit dass sie auch ein kluger mensch sind. nur bitte erklären sie mir bitte plausibel, wieso diese südosteuropäischen bauern und ihr staat unbedingt gerettet werden müssen bzw. wieso es so gravierende auswirkungen hätte wenn man diesen staat einfach pleite gehen lässt. in der freien wirtschaft regulieren pleiten den markt - wo bitte ist für die eu und die mitgliedsstaaten das wirkliche problem einer griechischen staatspleite? in dem zusammenhang würde die eu gleich auch einen gigantischen kostenblock vom arsch kriegen und in griechenland geht mit ner neuen währung von vorne los. wo bitte herr weber ist das problem???
und @hans joachim: ich bin da ganz bei ihnen: wir reissen und mit unserer arbeit den arsch auf, finanzieren im inland politiker, beamte, sozialschmarotzer, alimentierte und co. und nun latzen wir auch noch für die faulen griechen? ich hoffe dass der tag schnell kommt an dem die hans joachims, drückerplatten und co. dieser republik auf die strasse gehen und den herrn webern dieses landes mal so richtig zeigen wessen geld sie hier eigentlich in fässer ohne boden blasen...!!
hans joachim schrieb am 22.04.2010 14:56:29
Mir kommen Tränen der Wut ,wenn ich so etwas schon wieder lesen muß.
Ich racker mir 45 Stunden in der Woche den Arsch ab,um dieses faule Volk zu finanzieren.Das Schlimme ist,man kann nichts dagegen tun.Man ist hilflos.


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