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ZinswendeWerden Baufinanzierungen bald teurer?
Finanzexperten, Ökonomen und Verbraucherschützer rätseln über die Entwicklung der Hypothekenzinsen. Das nach wie vor niedrige Zinsniveau sehen einige als optimalen Einstiegszeitpunkt für das "Projekt Eigenheim". Andere warnen vor teuren Schnellschüssen. Fakt ist: Wer jetzt richtig handelt, kann sich Vorteile verschaffen.
Die Zinssätze für Immobilienfinanzierungen sind sehr günstig. Darlehen mit einer Zinsbindung über 5 Jahre sind - bei entsprechend hohem Eigenkapitalanteil – bereits zu weniger als 2,7 Prozent p.a. zu haben. Auch langfristige Zinsfestschreibungen sind günstig wie lange nicht mehr: Bereits zum einen jährlichen Effektivzinssatz von 4,4 Prozent können Kreditnehmer den Zinssatz ihres Darlehens über 25 Jahre festschreiben.
Der Grund für die aus sich von Kreditnehmern günstige Situation hängt eng mit der Finanzkrise und dem mit ihr zusammenhängen Niedrigzinsniveau am Kapitalmarkt zusammen. Anders als in vielen Medien immer wieder dargestellt ist dabei nicht der niedrige Leitzins in der Eurozone ausschlaggebend. Diese beträgt zwar nur 1,0 Prozent p.a., gilt jedoch für Darlehen mit einer Laufzeit von maximal 12 Monaten – so lange können sich Banken bei der Zentralbank Geld leihen.
Wichtiger für die Konditionen der Hypothekenkredite ist das langfristige Zinsniveau am Anleihemarkt. Über diesen refinanzieren Banken die Immobilienkredite, die sie an Privatkunden vergeben. Das Zinsniveau dort ist niedrig, weil die Marktteilnehmer im Zuge der weltweiten Finanzkrise jegliche Risiken gescheut haben und ihr Kapital in sichere Staatsanleihen umschichteten. Dadurch stiegen die Kurse solcher Papiere, was zwangsläufig mit niedrigeren Zinsen einhergeht.
Das niedrige Zinsniveau an den Anleihemärkten aber könnte schon bald passé sein. Durch die weltweit massiv angestiegene Staatsverschuldung wächst seit geraumer Zeit die Angst vor Inflation – bislang ohne Folgen für die Zinsen am Hypothekenmarkt. Das muss nicht so bleiben. Steigen die Teuerungsraten an oder setzt sich am Markt die Ansicht durch, dass auch große Staaten in finanzielle Schwierigkeiten geraten könnten, werden die Kurse purzeln. Dann müssen Kreditnehmer mit deutlich schlechteren Konditionen rechnen als derzeit.
Das niedrige Zinsniveau birgt auf dem Weg ins Eigenheim indes auch Risiken – die vielen früheren Eigentümern in den USA - dem Mutterland der Immobilienkrise - zum Verhängnis wurden. Wird heute ein Kredit mit überschaubarer Zinsbindung aufgenommen, weil dort die Zinsen am niedrigsten sind, kann die Anschlussfinanzierung durchaus doppelt so teuer ausfallen wie der erste Kredit. Anders gesagt: Wer sich eine Immobilienfinanzierung nur aufgrund der Zinsen auf Rekordtief leisten kann, sollte das Zinsniveau möglichst lange sichern. Die (moderaten) Aufschläge auf den Zinssatz bieten Planungssicherheit.
Wer auf weiter fallenden Zinsen hofft, sollte ebenfalls nicht auf eine Zinsfestschreibung verzichten. Viele Banken ermöglichen heute auch bei Krediten mit Zinsbindung Sondertilgungen während der Laufzeit zu vertretbaren Konditionen. Bei Zinsbindungen über zehn Jahren hinaus gilt ohnehin, dass nach Ablauf von zehn Jahren kostenfrei mit ein er Frist von sechs Monaten gekündigt werden kann.
BankingPortal24.de
19.03.2010
Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
Kommentare:
Sparfuchs schrieb am 19.03.2010 23:05:17
Tja man weiß es eben nicht. In Japan haben die schon ewig Rezession und eine immense Staatsverschuldung und die Zinsen sind auch extrem niedrig. Denkbar wäre ja auch, dass Staatschulden irgendwann gar nicht mehr oder nur noch sehr gering verzinst werden –eben weil es so viele sind und den Gläubigern der Verzicht auf die Zinsen lieber ist als der Verzicht auf ihre Einlage.

 Keywords: Baufinanzierungen, Immobilienfinanzierungen, Zinsen, Zinsniveau
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