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Rettungswahn der Eurokraten kennt kein Halten mehrEU-Währungsfonds: Schäuble will Bundesbank-Goldreserven verpfänden
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will offenbar die Goldreserven der Bundesbank an den neu zu schaffenden EU-Währungsfonds übertragen. Dieser soll auf diese Weise mit den Mitteln ausgestattet werden, die erforderlich sind, um Mitgliedstaaten der Eurozone vor dem Bankrott zu retten.
Schäuble schlug einem Zeitungsbericht zufolge vor, die Goldreserven der Bundesbank "buchhalterisch" auf den Fonds zu übertragen. Die Bundesbank besitzt rund 3.400 Tonnen Gold. Zum derzeitigen Marktpreis entspricht dies etwa 90 Mrd. Euro. Die Bundesbank ließ bereits verlauten, dass sie die Pläne "mit entschiedenem Widerstand" verfolgt.
Die Bundesbank stellte zudem klar, dass weder die Bundesregierung noch die Europäische Zentralbank Zugriff auf die Goldreserven haben.
Der EU-Währungsfonds sorgt weiter für Diskussionen. Seine Schaffung geht auf eine mehr oder minder spontane Initiative von Schäuble selbst zurück. Der Finanzminister will mit der Institution eine Grundlage für die Bereitstellung von Finanzhilfen für finanzielle angeschlagene Staaten schaffen.
Anlass für den Vorstoß ist die prekäre Lage Griechenlands, das unter ausufernden Defiziten, einer hohen Gesamtschuldenlast und schwindendem Vertrauen der Finanzmärkte leidet. Dennoch wird seitens der Politik vehement betont, dass der EU-Fonds keine Lösung für den Fall Griechenland sein könne. Die eilige Schaffung deutet nach Ansicht von Beobachtern aber auf anderes hin.
Dass das Finanzministerium im Zuge der Konstitution des EU-Währungsfonds auf die Goldreserven der Bundesbank schielt, überrascht viele Experten nicht. Auch in der Vergangenheit hatten Finanzpolitiker immer wieder versucht, in besonderen Situationen die Reserven der Bundesbank für ihre politischen Ziele zu verwenden. Die Bundesbank wehrte solche Vorstöße allerdings bislang immer erfolgreich ab.
Nicht zuletzt wegen des Widerstands der Notenbank könnte das Pendant der Eurozone zum Internationalen Währungsfonds für Griechenland tatsächlich zu spät kommen, wenn die Hellenen in akute Finanzschwierigkeiten geraten sollten. Für diesen Fall bereiten die anderen Euro-Mitgliedstaaten allerdings einen Notfall-Plan vor, der binnen kürzester Zeit bilaterale Hilfen zur Verfügung stellen soll.
BankingPortal24.de
16.03.2010
Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
Kommentare:
steuerzahler schrieb am 17.03.2010 15:15:55
so weit kommt´s noch...blechen für die ganze welt - und wenn kein geld mehr da ist, dann eben mit gold. ich verstehe nicht, warum mit aller gewalt am euro-mitglied griechenland festgehalten wird, das sich den zutritt zu billiger staats- und hemmungsloser auslandsverschuldung nur durch gefälschte statistiken erschlichen hat. sollen die eben aus dem euro aussteigen. wer jetzt alle pleite-staaten bedingungslos rettet, braucht nicht nicht wundern, wenn in ein paar jahren der pleitegeier vor der eigenen tür steht. auch wenn es die politiker (und leider auch viele bürger) nicht wahrhaben wollen: Die BRD kann zahlungsunfähig werden. Nicht heute, aber auch nicht zwingend erst übermorgen.

 Keywords: EU-Währungsfonds, Bankenrettung, Goldreserven, Bundesbank
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