700 US-Banken stehen vor dem Aus








Krise vor allem bei regionalen Instituten nicht vorbei

700 US-Banken stehen vor dem Aus

Die Krise auf dem US-Bankenmarkt ist noch lange nicht vorbei. Die großen Institute scheinen zwar dank staatlicher Rettungspakete vorerst auf der sicheren Seite. Kleinere Sparkassen und regionale Banken sehen sich aber nach wie vor mit existenziellen Problemen konfrontiert.

Die Krise auf dem US-Bankenmarkt findet ihre Ursache in der Überschuldung vieler Eigenheimbesitzer - und ist genauso wie diese keineswegs vorüber. Mehr als jeder zehnte Hypothekenkredit wird nicht mehr pünktlich bedient oder musste bereits abgeschrieben werden. 8 Prozent der Kredite sind seit mehr als 90 Tagen im Verzug. Die US-amerikanische Einlagensicherung FDIC sieht mehr als 700 Banken akut bedroht.

Die Hilfspakete der US-Regierung zur Stabilisierung der Banken haben viele kleinere Institute nicht erreicht. Sie kämpfen mit den größten Ausfallrisiken seit 1934. Bei 40 Prozent der Baukredite für Einfamilienhäuser ist die Rückzahlung gefährdet. Die nach Angaben der FDIC 700 bedrohten Institute vereinen auf sich eine Bilanzsumme in Höhe von mehr als 400 Mrd. US-Dollar. Bereits im vergangenen Jahr schloss die Institution 140 Banken. 2008 waren es noch 25 Institute gewesen. Allein im Januar und im Februar dieses Jahres mussten weitere 22 Banken in den Konkurs geschickt werden.

Finanzkrisen, die in direktem Zusammenhang mit einer geplatzten Immobilienblase stehen, erweisen sich aller Erfahrung nach als sehr langwierig. In den USA ist derzeit eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale zu beobachten. Nachdem die Preisblase an den Märkten geplatzt war, erwies sich die vermeintliche Besicherung vieler Immobilienkredite als hinfällig.

Banken verschärften deshalb ihre Vergaberichtlinien an alle Kunden deutlich. Der nachlassende Konsum verstärkte die Wirtschaftskrise, in deren Folge die Arbeitslosigkeit stieg. Der Anstieg der Erwerbslosigkeit wiederum führt zu noch mehr ausfallgefährdeten Krediten und einer weiteren Schwächung der wirtschaftlichen Entwicklung.

Der US-Immobilienmarkt wird seit geraumer Zeit von der US-Notenbank Federal Reserve gestützt. Der Großteil der neu ausgereichten Kredite für private Bau- und Erwerbsvorhaben wird über die im Zuge der Krise verstaatlichten Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac abgewickelt. Die beiden Unternehmen refinanzieren die von Banken ausgereichten Kredite. Fannie und Freddie wiederum refinanzieren ihre Aktivitäten durch die Emission von Anleihen am Kapitalmarkt. Diese Anleihen werden seit geraumer Zeit im Wesentlichen durch die US-Notenbank angekauft.



BankingPortal24.de
02.03.2010

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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Keywords: US-Bankenmarkt, Banken vor Aus, Krise bei regionalen Instituten, staatliche Rettungspakete

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