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Sorge um Währungsunion belastet WechselkursStaatsbankrott in Griechenland reduziert deutsche Kaufkraft
Die internationalen Finanzmärkte fürchten den griechischen Staatsbankrott. Griechenland muss hohe Risikoaufschläge auf seine Staatsanleihen zahlen und wird mit internationalem Druck zu harten Konsolidierungsmaßnahmen gedrängt. Der deutsche Verbraucher bekommt die Misere ganz konkret zu spüren: Seine Kaufkraft sinkt.
Griechenland ist das "Enfant terrible" der Währungsunion. Den Beitritt zum Euroraum erschlich sich das Land mit gefälschten Statistiken, die über die wahre finanzielle Situation des Mittelmeerstaats hinwegtäuschten. Auch nach dem Beitritt zur Währungsunion zeigte sich Griechenland alles andere als solidarisch mit seinen Euro-Partnern: Geschönte Statistiken sollten über eine über lange Zeit desolate Haushaltsführung hinwegtäuschen.
Im vergangenen Jahr eskalierte die Situation dann: Der griechische Finanzminister teilte seinen europäischen Kollegen überraschend mit, dass das Budgetdefizit im Jahr 2009 mit knapp 13 Prozent doppelt so hoch ausfallen werden wie offiziell angekündigt. Die Konsequenz: Die internationalen Finanzmärkte verloren das Vertrauen in Griechenland, das auch durch die Ankündigung eines harten Sparkurses nicht wieder zurückgewonnen werden konnte.
Auf den ersten Blick scheint der drohende griechische Staatsbankrott für den Ottonormalverbraucher in Deutschland nicht relevant zu sein. In einer vernetzten Welt aber geschieht nichts ohne Konsequenz. An den Finanzmärkten wächst die Sorge vor einem Auseinanderbrechen der Währungsunion – der Euro hat seit Jahresbeginn rund 8 Prozent gegenüber dem Dollar nachgegeben, obwohl auch in den USA die Finanzkrise voll zugeschlagen hat.
Die Konsequenz: Waren, die aus einem Nicht-Euro-Staat nach Deutschland importiert werden, werden teurer, weil beim Import mehr (schwache) Euro für den Einkauf bezahlt werden müssen. Zu den Importgütern zählt beispielsweise Rohöl – der Mangel an griechischer Haushaltsdisziplin wird also zum Teil von den Autofahrern getragen, die an der Zapfsäule höhere Preise zahlen müssen. Auch Urlauber, die in die USA reisen müssen sich auf höhere Kosten gefasst machen, weil die Kaufkraft des Euros sinkt.
Wie stark der Verlust der Kaufkraft ausfällt, hängt davon ab, ob es der Zentralbank, der EU-Kommission und den nationalen Regierungen der Euro-Staaten gelingt, das Vertrauen in den Euro wiederherzustellen. Dabei sehen sich alle Beteiligten mit viel finanz- und ordnungspolitischer Brisanz konfrontiert: Schafft es Griechenland nicht aus eigener Kraft, den Staatsbankrott abzuwenden, muss dieser entweder in Kauf genommen oder durch einen anderen Staat – z.B. Deutschland – verhindert werden.
Steht jedoch ein Staat der Währungsunion für einen anderen ein, der seine finanzpolitischen Hausaufgaben nicht gemacht hat, könnte dies schnell eine Kettenreaktion nach sich ziehen: Schnell stünden Länder wie Italien, Spanien oder Portugal auf der Matte und würden ihrerseits um finanzielle Unterstützung der Gemeinschaft bitten. Die Haushaltsdisziplin würde auf der Strecke bleiben – und die Kaufkraft des Euros weiter sinken.
Der Wechselkurs reagiert dabei nicht nur auf vollendete Tatsachen: Jeder Hinweis darauf, dass von einer strikten und bedingungslosen Haushaltskonsolidierung abgewichen wird, schwächt das Vertrauen in den Euro. Für deutsche Finanzpolitiker könnte Griechenland als Präzedenzfall dienen: Schafft es der deutsche Staat nicht, die Finanzprobleme der größten europäischen Volkswirtschaft in den Griff zu bekommen, werden die Beben an den Finanzmärkten sehr schnell andere Dimensionen annehmen. Importgüter sind dann vielleicht nicht mehr bezahlbar.
BankingPortal24.de
04.02.2010
Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
Kommentare:
Systemrelevanter Steuerzahler schrieb am 04.02.2010 16:39:46
bei allem respekt: dann sollen die die griechen einfach aus der eu oder zumindest dem euro schmeissen, dann hat europa ein problem weniger. und die griechischen staatsbediensteten werden sehr schnell merken, dass sich ihre gehälter eben nicht aus steuern auf ackerbau und viehzucht bezahlen lassen! wie bekloppt es das denn: ein ganzer staat existiert mehr oder minder nur weil er durch einen kontinent ausgehalten wird.... wahnwitzig!!!
wer nur durch betrügen rein gekommen ist gehört ebenso schnell wieder rausgeschissen!
Mina schrieb am 04.02.2010 16:45:22
Hallo.
So ein Mist. Der Dollarkurs liegt aktuell bei 1,38. Ich wollte mir gerade in Amerika was kaufen.
Viele Grüße ans Forum. Macht weiter so!
Schulden-Willi schrieb am 05.02.2010 12:05:48
Und jetzt ist Portugal auch noch am Rande der Krise: Es wird echt gefährlich langsam. Denn mal ehrlich, wenn man Griechenland und den Portugiesen helfen wird, steht doch Berlusconi einen Tag später auf der Matte und verlangt auch Geld. Dann kommen die Iren, die nicht einsehen, warum sie ein hartes Sparprogramm durchziehen sollen wenn doch andere das Geld von der EU bekommen. Es ist meiner Ansicht nach vollkommen falsch, strauchelnden Ländern zu helfen. Wer Stabilität von sich aus nicht gewährleisten kann, muss aus der Währungsunion raus. Den Griechen täte das besonders gut: Die haben über Jahre über ihre Verhältnisse gelebt, was mit dem Drachmen nicht möglich gewesen wäre, weil dieser die Importüberschüsse zu teuer gemacht hätte. Das ist eines der Kernprobleme der EU: Der Devisenmarkt als Korrektiv der Wirtschafts- und Finanzpolitik innerhalb der Gemeinschaft wurde durch den Euro abgeschafft.
Drückerplatte schrieb am 05.02.2010 12:18:02
die amerikaner, grosse leidtragende und hauptverursacher der momentanen krise lachen sich doch schlapp: trotzdem ihr papiergeld faktisch nichts mehr wert ist, da schon seit ewigkeiten keine adäquate wirtschaftsleistung mehr dahinter steht, kriegen den aufschwung ihrer währung, weil ein ganzer kontinent im rausch der einheit und vollkasko-mentalität die eigene währung geradezu galoppierend abwertet... aber die eu-oberen fressen ja lieber kavier und feiern sich selbst anstatt mal den realitäten ins auge zu blicken. unglaublich!

 Keywords: Staatsbankrott Griechenland, Währungsunion belastet Wechselkurs, reduzierte deutsche Kaufkraft
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