Obama sagt Banken den Kampf an






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Das Übel an der Wurzel packen

Obama sagt Banken den Kampf an

US-Präsident Barack Obama will den Eigenhandel der Banken kappen und Größe einzelner Banken begrenzen. Der US-Präsident geht mit seinen Vorschlägen damit deutlich weiter als bisher.

Banken sollen nach Obamas Willen nicht mehr unbegrenzt groß werden dürfen. Der Grund: Große Institute richten zu viel Schaden an, wenn sie in Schieflage geraten und müssen dann vom Staat gerettet werden, um einen Zusammenbruch des Finanzsystems zu verhindern. Wie die Größe einer einzelnen Bank in Zukunft begrenzt werden soll, ist noch nicht klar.

Eine Möglichkeit bestünde darin, progressive Anforderungen an das Eigenkapital zu stellen, das Banken vorhalten müssen: Je größer die Bilanzsumme, desto größer muss die Kernkapitalquote ausfallen. Das Wachstum von Banken würde dann auf natürlichem Wege begrenzt, weil große Institute mit kleineren Finanzhebeln auskommen müssten.

Dadurch würde auch der Anreiz für viele spekulative Geschäfte schwinden. Der Eigenhandel von Banken zählt zu diesen Geschäften: Banken handeln dabei nicht im Auftrag eines Kunden, sondern auf eine Rechnung. Sie kaufen und verkaufen Wertpapiere und Derivate und können dadurch Gewinne wie auch Verluste erzielen. Die Deutsche Bank, die lange Jahre hohe Erträge im Eigenhandel erzielte, stellte ihre Aktivitäten in diesem Bereich wegen existenzieller Verluste im vergangenen Jahr ein.

Verbesserungen im Finanzsystem – das weiß auch Barack Obama – bedürfen allerdings weitreichender Veränderungen im gesamten Regelwerk, die nicht theoretisch stringent, sondern auch praktisch und dauerhaft umsetzbar sind. Banken darf es nicht mehr möglich sein, ihre Geschäfte in Länder zu verlagern, die den Instituten alles erlauben. Das einst als „keltischer Tiger“ gefeierte Irland zeigt, dass nicht nur das Finanzsystem unter solchen „regulatorischen Oasen“ leidet.

Es macht wenig Sinn, bestimmte Geschäfte unter dem Dach einer Bank zu verbieten, wenn die Bank diese Geschäfte von einem Hedgefonds ausführen lässt und sich an diesem beteiligt.

Risikovorsorge allein allerdings reicht nicht aus. Banken müssen in guten Zeiten (ein Blick auf die jüngsten Quartalszahlen großer Institute lässt erahnen, dass diese gerade wieder anbrechen) verpflichtet werden, in Krisenfonds einzuzahlen. Dass der Deutsche Einlagensicherungsfonds schon nach dem Lehman-Zusammenbruch überfordert war, zeigt, dass in dieser Hinsicht nicht genug getan wurde.

Erst nach Verbesserungen im Regelwerk und mehr Pflichten zur Risikovorsorge sollte das Thema „Schuld“ auf der Tagesordnung stehen. Es ist unzweifelhaft, dass Banken der Menschheit einen großen Schaden zugefügt haben und dass sie dafür bezahlen müssen. Viel wichtiger als Vergeltung aber ist Prävention: Es bringt wenig, wenn heute Geld von Banken eingenommen wird, die morgen schon wieder am Abgrund stehen weil sich im System nichts verändert hat.



BankingPortal24.de
22.01.2010

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Barack Obama, Banken begrenzen, Eigenhandel, große Bank Institute

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bankfuzzi schrieb am 24.01.2010 11:12:16

Wenn wir in 5 Jahren nicht die nächste Bankenkrise vor der Tür stehen haben möchten, muss das internationale Finanzsystem grundlegend geändert werden. Obama ist da auf dem richtigen Weg: Das Einlagengeschäft von riskanten Aktivitäten trennen und dadurch verhindern, dass der Steuerzahler noch mal ran muss. In Zukunft sollten Banken, die Zugang zur Zentralbank haben, gar keinen Eigenhandel mehr betreiben dürfen. Darüber hinaus dürften solche Banken auch nicht in Hedgefonds investieren. Eine Kernkapitalquote von 10 Prozent sollte ergänzt werden um die Verpflichtung, bis zum Jahr 2020 ein Fünftel aller angefallenen Gewinne in einen Einlagensicherungsfonds einzuzahlen. Auch das Vergütungssystem in den Banken gehört grundlegend geändert: Weder Vorstände noch Berater dürfen daran verdienen, Kunden zu verarschen oder zu große Risiken einzugehen. Der Gesetzgeber sollte hier auch entsprechende Strafen vorsehen.




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