Rekordverschuldung hier, drohender Staatsbankrott dort: Wie sicher ist unser Geld?






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Rekordverschuldung hier, drohender Staatsbankrott dort: Wie sicher ist unser Geld?

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An große Zahlen mussten sich die Bürger im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise bereits gewöhnen - die kleinste Recheneinheit des globalen Bank- und Finanzkollapses ist eine Milliarde. Angesichts immer höherer Schulden rund um den Globus und einer wachsenden Anzahl von Staaten, die ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können, kann nicht ausgeschlossen werden dass solche Recheneinheiten bald auch im Supermarkt benötigt werden.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble rechnet damit, dass der Bundeshaushalt im Jahr 2010 inklusive der für die Konjunkturpakete vorgesehenen Nebenhaushalte neue Schulden im Umfang von 100 Mrd. Euro benötigt, um die anfallenden Ausgaben zu finanzieren. Damit steht die größte Nettoneuverschuldung der Nachkriegszeit bevor. Die öffentlichen Haushalte insgesamt werden den Schätzungen zufolge 144,5 Mrd. Euro neue Verbindlichkeiten aufnehmen müssen. Die BRD weist nächstes Jahr demnach ein Defizit in Höhe von sechs Prozent des Bruttoinlandsproduktes auf. Erlaubt sind gemäß dem Europäischen Stabilitätspakt drei Prozent im Jahr.

Deutschland aber steht im internationalen Vergleich noch gut da. Die Bonität Griechenlands wurde von der Ratingagentur Fitch jüngst herabgestuft – Fitch sieht die Wahrscheinlichkeit von Zahlungsstörungen beinahe so hoch wie bei Schuldnern, deren Schuldverschreibungen als Investment-Schrott gehandelt werden. Schon bald dürfte dieser kleine Unterschied gar nicht mehr bestehen: Die Rating-Agentur kündigte weitere Abstufungen an.

Die Griechen konnten in den letzten Jahren nicht durch eine solide Haushaltspolitik überzeugen. Der Beitritt zur Währungsunion war nur möglich, weil Statistiken gefälscht wurden. Diese Praxis legte Athen auch nach dem Beitritt zu den Ländern mit dem Euro als Zahlungsmittel weiter an den Tag. Die Staatsausgaben Griechenlands sind zwischen seit dem Jahr 2000 bis heute um fast zwei Drittel angestiegen.

Die Gesamtschulden Griechenlands belaufen sich auf 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Besorgniserregend ist nach Aussage der Rating-Agentur vor allem, dass auch die neuerlichen Konsolidierungsbemühungen nicht dazu geeignet sind, die Staatsfinanzen auf kurze, mittlere oder lange Sicht zu sanieren. Die Verantwortlichen in Athen verlassen sich ganz offensichtlich darauf, dass andere Länder der Euro-Zone zu Hilfe eilen.

Langfristig droht Griechenland nach Ansicht einer wachsenden Zahl von Beobachtern der Staatsbankrott. Ausgabenkürzungen sind politisch nicht durchzusetzen - die gewaltsamen Proteste in Athen, die seit geraumer Zeit immer wieder stattfinden, verdeutlichen dies. Die Griechen aber leben trotz üppiger Hilfen der Europäischen Union über ihre Verhältnisse. Zwar fließen jedes Jahr 500 Euro je Einwohner Griechenlands von der Gemeinschaft an den Mittelmeer-Staat - dennoch liegen die Importe deutlich über den Exporten.

Nicht nur Griechenland droht der Bankrott. Nachdem jüngst das Emirat Dubai seine Gläubiger um einen Aufschub bat, sieht sich nun auch Spanien vor immer größeren Problemen. Die Ratingagentur Standard&Poors senkte den Ausblick auf "negativ" und kündigte damit eine baldige Herabstufung der Staatsanleihen an.

Nachdem in den ersten Monaten nach der Eskalation der Finanzkrise nur (wirtschaftlich betrachtet) kleinere Staaten –wie Island, Ungarn oder Rumänien die Hilfe anderer Staaten benötigten, werden die Volkswirtschaften, denen der Bankrott droht, immer größer. Setzt sich diese Entwicklung fort, müssen alle Bürger um den Wert ihres Geldes bangen - ganz egal, wie weit Politiker derlei Szenarien noch von sich weisen.

Wie lange sich die Schuldenspirale noch nach oben drehen kann, bis niemand mehr an die Rückzahlung glaubt und Staaten nicht mehr als kreditwürdig eingestuft werden, weiß heute niemand. Auch Deutschland, dass in Relation zu anderen Ländern noch vergleichsweise gut dasteht, ist nicht sicher: Die Schuldenberge eines anderen EU-Mitgliedslandes können in einer verzweigten Welt schnell die eigenen sein.



BankingPortal24.de
15.12.2009

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Rekordverschuldung, drohender Staatsbankrott, Finanzkollaps, Bundeshaushalt

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Kommentare:
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Hans-Holger schrieb am 17.12.2009 13:03:31

Wir leben in einer Welt, in der immer mehr polemisiert und immer weniger gehandelt wird. Fuer alle Gewalt in dieser Welt haben wir das Wort Terrorismus erfunden. Fuer alle Unfaehigkeiten in Wirtschaft und Finanz haelt nun das Wort Krise her. Es gilt fuer alles und braucht keine weiteren Erklaerungen oder besser Ausreden.

In Wirklichkeit hat die Krise nur eins gelehrt: Hohe Positionen in Regierung, Finanzwelt oder Wirtschaft, hohe Gehaelter und hohe Entscheidungsbefugnisse sind nicht zwangslaeufig mit Intelligenz verbunden! Das kann einem schon Angst machen.

Helmut Lorenz schrieb am 16.12.2009 22:53:47

Die Bundesregierung hat am 16.12.2009 einen neuen Haushaltsentwurf beschlossen.
Sie will doch tatsächlich 85,8 Mrd.Euro mehr ausgeben, als sie einnimmt. Das sind über 1.000 € Schulden pro Einwohner. Kinder, Rentner, Hilfsbedürftige zahlen aber keine Steuern und zahlen auch keine Schulden. Also zahlen die anderen mehr.
Pro Erwerbstätiger also über 2.000 € mehr Ausgaben als Einnahmen.
Ein privater Haushalt, der immer mehr Schulden versucht aufzunehmen, weil er mehr ausgibt als er einnimmt, ist schnell nicht mehr kreditwürdig.
Ist unser Staat auch bald nicht mehr kreditwürdig? Kaufen wir noch gerne eine Anleihe der Landesbank oder der HRE?
Nimmt jemand Schulden auf im Wissen, er kann sie nicht mehr zurückzahlen, handelt betrügerisch. Dies ist strafrechtlich relevant.
Was für den einfachen Bürger gilt, muss aber noch lange nicht für unsere Verantwortlichen in der Politik gelten. Hier kommt einfach ein Neuer und der kann ja dann nichts für die Fehler der Alten.
Steuerhinterziehung gilt als Straftat. Warum nicht auch Steuerverschwendung?
Der Haushalt ist unsolide aufgestellt!
Meine Damen und Herren Abgeordnete denken Sie daran, Sie gehen nicht mit Ihrem eigenen Geld um, sondern mit dem unserer Kinder!
Denn wir können diese Schulden nicht mehr zurückzahlen.
Oder denken Sie schon an eine Währungsreform ?

Friedrich Kull schrieb am 16.12.2009 17:06:48

@Helmut Lorenz: Das ist der Punkt. Die Staatseinnahmen sind jetzt so hoch wie 2006. Und trotzdem wachsen die Defizite explosionsartig an. Das liegt einfach daran, dass ständig neue Ausgaben geschaffen werden. So läuft es in D ja eigentlich schon seit den 60er Jahren. Aber in diesem Jahrzehnt hat das Ganze eine neue Dimension bekommen und wenn nicht bald eine richtig scharfe Reißleine gezogen wird kollabiert alles. Aber das Interesse an den Staatsschulden war ja schon immer gering – im Volk ebenso wie bei den Politikern. Das schlimme an einem Staatsbankrott inklusive Geldentwertung ist doch, dass besonders die verlieren, die im Vertrauen auf die Beständigkeit des Geldes und damit im Vertrauen auf den Staat mehr gearbeitet haben und nicht nur „von der Hand in den Mund“ lebten!

Helmut Lorenz schrieb am 16.12.2009 00:38:01

Stoppt Scharzarbeit steht auf den Fahrzeugen des Zolls.
Stoppt Steuerverschwendung sollte richtigerweise auf allen Fahrzeugen der Verwaltung stehen, damit ins bewusst wird, dass die Schulden von heute durch zu hohe Ausgaben verursacht wurden.
Der Staatshaushalt funktioniert eben auch nicht anders als der private Haushalt. Wenn ich mehr ausgebe, als ich einnehme, geht jeder Pleite.

Florin schrieb am 15.12.2009 12:41:23

Ein wirklich guter Beitrag. Schön, daß endlich mal jemand Roß und Reiter nennt. Ich denke auch, dass es jetzt galoppierend abwärts geht, nur was dann kommt weiß keiner. Ich befürchte jedenfalls, daß es auch bald in Deutschland zu Gewalt kommt, wenn die Millionen die nur von Staatsalmosen leben und selbst in keinster Weise etwas zur Leistung des Landes beitragen kein Geld mehr bekommen und nichts mehr zu essen haben.




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