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Krisen-Folgen: Deutsche sparen bei der Altersvorsorge
Die Bundesbürger sorgen seit dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise weniger für ihr Alter vor. Wie eine Studie des Allensbach-Instituts im Auftrag der Postbank ergab, sanken die monatlichen Ausgaben der Erwerbstätigen für die private Vorsorge auf den niedrigsten Stand seit 2005. Durchschnittlich legten die Bürger in diesem Jahr demnach 188 Euro im Monat zurück. 2007 waren es noch 14 Euro mehr. Die Einstellung der Bürger zur privaten Vorsorge hat sich generell verschlechtert.
So gaben bei der Befragung im Rahmen der Studie 52 Prozent der Befragten an, ihre Bemühungen nicht ausweiten zu wollen. Etwa ein Drittel unternimmt demnach überhaupt keine Anstrengungen für den Aufbau einer privaten Vorsorge. 17 Prozent der Befragten haben sogar bereits laufende Verträge aufgelöst oder im Umfang reduziert. Zu den Zahlen passt eine Untersuchung des Bundesarbeitsministeriums, die eine deutliche Verlangsamung bei der Zahl der Riester-Verträge konstatiert. Von den staatlich geförderten Vorsorge-Verträgen werden in Deutschland derzeit 12,6 Millionen unterhalten.
Die Turbulenzen an den internationalen Kapitalmärkten haben bei vielen Menschen ganz offensichtlich Zweifel am Prinzip einer kapitalgedeckten Vorsorge geweckt. 32 Prozent sind sich der Studie zufolge nicht sicher, welche Form der Vorsorge überhaupt Sinn macht. Dies spiegelt das geschwundene Vertrauen vieler Bürger in das Finanzsystem wider. Die Deutschen sind im Hinblick auf Kapitalanlagen ohnehin sehr skeptisch: Weniger als zehn Prozent der Bundesbürger besitzen Aktien.
Der Privatkundenvorstand der Postbank, Michael Meier, warnte angesichts der Studien-Ergebnisse davor, dass auf die Finanzkrise nun eine Krise der privaten Altersvorsorge folgen könne. Gefragt sind seiner Aussage nach Immobilien als Vorsorge-Modelle: Eigenheime werden wieder populärer und gelten als sehr sichere Anlageoption. Diese These wird von den steigenden Abschlusszahlen der Bausparkassen bestätigt.
Bürger aller Altersklassen haben ganz offensichtlich große Teile ihres Vertrauens in die Finanzsystemstabilität verloren. Die ausufernde Staatsverschuldung hat dazu sicherlich ebenso beigetragen wie das Desaster um kollabierende Banken, denen vor nicht langer Zeit noch fast grenzenlose Kreditwürdigkeit attestiert wurde.
Dass die Bürger ihre Vorsorge-Bemühungen zurückfahren, kann nicht fröhlich stimmen: Den meisten Durchschnittsverdienern droht ohne ausreichendes Engagement im Ruhestand eine finanzielle Unterversorgung, weil die Leistungen der gesetzlichen Rentenkasse allein nicht ausreichen werden. Je schneller die Abkehr von der Vorsorge wieder behoben wird, desto besser.
Es liegt an Politik und Finanzbranche, das Vertrauen wieder herzustellen -schließlich wurde es dort auch verspielt. Eines sollten die Politiker von CDU/CSU und FDP in ihren Koalitionsverhandlungen ebenfalls nicht vergessen: Private Vorsorge erfordert nicht nur Vertrauen, sondern auch verfügbares Einkommen!
BankingPortal24.de
14.10.2009
Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
Keywords: Finanz- und Wirtschaftskrise, Altersvorsorge, Deutsche sparen, weniger Altersvorsorge
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Kommentare:
Anti-Sparquote schrieb am 14.10.2009 22:45:14
Sparen ist gut. Ich bin froh wenn das Geld über den ganzen Monat reicht. Was bringt es denn, wenn ich die 200 Euro, die ich jeden Monat auf die Kante lege, in irgendeinen Riester-Fonds oder sonstwas einzahle? Ob ich da jemals was zurückbekomme ist ungefähr so sicher wie ein Lehman-Zertifikat. Da gönn ich mir lieber in der Gegenwart was Schönes und hab was davon. Übrigens: Ein Großbildfernseher oder eine Top-Hifi-Anlage beschlagnahmt die Arbeitsagentur nicht, wenn jemand ALG-II beantragt. Am Ende läuft es doch wieder auf das Selbe hinaus: Die Dummen sind die, die Sparen. Uns warum soll gespart werden? Damit die Banker was zum jonglieren haben!


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