Lehman-Opfer: So stehen die Chancen!






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Lehman-Opfer: So stehen die Chancen!

Bankkunden, die durch den Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers Schäden erlitten haben und deswegen ihre Hausbank verklagen wollen, haben offensichtlich gute Chancen auf Erfolg. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und eine Anwaltskanzlei aus Bonn schätzen, dass etwa 40 Prozent der Kläger ihr Verfahren gewinnen werden. Die DSW hat mithilfe der Kanzlei 800 Fälle, in denen Geschädigte ihre Bank aufgrund von Beratungsfehlern in Haftung nehmen wollen, unter die Lupe genommen.

Die Rechtsprechung hat sich in den vergangenen Monaten bereits mehrfach mit der Thematik auseinandergesetzt und Urteile gefällt, die Geschädigten Hoffnung machen können. In etwa jedem fünften Fall sind die Erfolgschancen nach Ansicht von DSW-Chef Carsten Heise gleich Null, in weiteren 40 Prozent ist das Chance-Risiko-Verhältnis seinen Worten nach ausgewogen.

Entscheidend für die Erfolgsaussichten ist unter anderem, woher das Geld, das in Zertifikate von Lehman Brothers investiert wurde, gekommen ist und welche Erfahrungen Anleger mit diesen Papieren in der Vergangenheit bereits gemacht haben. Hat ein Anleger bereits in früheren Geschäften Verluste mit den Papieren erlitten, sind seine Chancen weniger gut, weil er dann nach Auffassung mehrerer Gerichte vor den Verlustrisiken gewarnt war. Anders sieht es für Sparer aus, die ihr Geld von Tages- oder Festgeldkonten in die Schuldverschreibungen der Lehman-Bank umgeschichtet haben.

Zertifikate wie die von Lehman Brothers sind rechtlich betrachtet Inhaberschuldverschreibungen. Diese sind im Fall einer Insolvenz des Emittenten nicht durch den Einlagensicherungsfonds geschützt. Auch erfolgt keine Abtrennung des angelegten Vermögens vom sonstigen Vermögen der Bank, wie es bei Investmentfonds der Fall ist. Banken und Sparkassen hatten ihren Kunden die Zertifikate als sichere Alternative zu Festgeldanlagen empfohlen und nicht ausreichend auf die Risiken hingewiesen.

Das in Schuldverschreibungen angelegte Geld fließt im Fall der Emittenten-Pleite in dessen allgemeine Insolvenzmasse ein. IM Fall Lehman werden Anleger nach derzeitigen Schätzungen etwa 16 bis 20 Prozent ihrer Engagements wiedersehen. Dazu ist es erforderlich, seine Ansprüche bis spätestens zum 2. November anzumelden.

Nach Angaben der DSW sind die geschädigten Anleger im Durchschnitt älter als 60 Jahre. Vier von zehn Anlegern investierten Summen zwischen 10.000 und 24.000 Euro. Knapp die Hälfte der Zertifikate wurde von der Citibank verkauft, etwa ein Drittel durch die Commerzbank. Rund 15 Prozent der Papiere wurden von Sparkassen empfohlen. Für Banken ist der Verkauf von Zertifikaten deutlich lohnenswerter als die Führung von Anlagekonten.

Berater und Institut erhalten bei den auch als strukturierte Produkte bezeichneten Papieren deutlich höhere Provisionen. Anlegerschützer werfen den Instituten deshalb vor, ihre Kunden falsch beraten und über Risiken im Unklaren gelassen zu haben.



BankingPortal24.de
10.08.2009

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Zusammenbruch US-Investmentbank Lehman Brothers, Schaden, Schadensersatz, Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz

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Markus W. schrieb am 11.08.2009 18:02:04

Ich kann nur jedem empfehlen, ganz genau hinzusehen. Trotz Krise und der ganzen Berichterstattung über Zertifikate bieten Banken schon wieder Zertifikate an, die sie ganz dreist als „Tagesgeld-Angebot“ darstellen. Ich wollte eine sichere Festzinsanlage und war deshalb bei meiner Bank. Mein Berater hat mir aber gar nicht richtig zugehört. Er meinte nur, dass Festgeld ganz geringe Zinsen abwirft und deshalb andere Sachen besser wären. Letztlich wurden mir dann Zertifikate, Fonds und sonstwas angeboten. Ich kann mir nun vorstellen, wie das bei den Sparkassen mit den älteren Anlegern abgelaufen ist!!!




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