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Gierige Banken: Anlagezinsen sinken immer weiter
Wer nach Finanzkrise und Börsencrash immer noch Geld hat, findet immer schwerer Möglichkeiten, es gut anzulegen: Die Zinsen im Einlagengeschäft auf Tages- und Festgeldkonten sinken immer weiter. Ein Ende der Talfahrt scheint nicht in Sicht, obwohl die Europäische Zentralbank an ihrer Zinspolitik schon länger nichts mehr geändert hat. Verbraucherschützer hegen schon lange den Verdacht, dass Banken ihre Gewinnmargen auf Kosten der Kunden ausweiten. Die Zinsen für Kredite nämlich sinken keineswegs.
Zinssenkungen finden allerorten statt. Die Deutsche Kreditbank senkt zum 01.08. die Guthabenverzinsung auf dem Kreditkartenkonto von 2,55 auf 2,05 Prozent. Zwar ist das "DKB-Cash"-Girokonto, zu dem das Kreditkartenkonto gehört, insgesamt dennoch weiter günstig – der Zinssatz für den Dispositionskredit senkt die DKB allerdings auch nicht. Auch bei der Netbank wurden die Zinsen gesenkt.
Bislang erhielten Neukunden auf dem Tagesgeldkonto dort in den ersten sechs Monaten nach Eröffnung 2,75 Prozent Zinsen – nun sind es nur noch 1,75 Prozent. Die ING-Diba hat am vergangenen Wochenende die Zinsen für Festgelder mit drei und sechs Monaten Laufzeit um jeweils 50 Basispunkte reduziert.
Bei der SWK-Bank wurden die Festgeldzinsen für Geldanlagen mit drei Monaten Laufzeit um einen halben Prozentpunkt und die mit einem Jahr Laufzeit um 0,3 Prozentpunkte gesenkt. Die Credit Europe Bank hat die Zinssätze für fast alle Laufzeiten um 0,2 bis 0,5 Prozentpunkte reduziert, bei der Postbank erfolgte eine Zinssenkung für täglich fällige Einlagen von 2,2 auf 1,55 Prozent. Diese Aufzählung ist nicht vollzählig- der Trend zu Discount-Zinsen für Sparer setzt sich unvermindert fort.
Mit einer Besserung ist vorerst nicht zu rechnen. Banken können sich bei der Zentralbank Geld leihen und zahlen dort nur 1,0 Prozent Zinsen. Durch die Lockerung der Geldpolitik ist es den Instituten nun möglich, sich Geld für bis zu 12 Monate bei der EZB zu borgen. Das Einlagengeschäft, das sonst als Refinanzierungsbasis für die Geschäfte der Bank dient, scheint in den Bank-Etagen in Vergessenheit geraten zu sein.
In der jetzigen Situation jedenfalls liegen Sparer mit einer Verzinsung von 1,5 Prozent für täglich fällige Einlagen schon über dem Durchschnitt des Marktes. Positiv erscheint in diesem Zusammenhang nur, dass die Inflationsrate in Deutschland sehr niedrig bzw. negativ ist und dass so von den spärlichen Erträgen wenigstens etwas Kaufkraft übrig bleibt.
BankingPortal24.de
31.07.2009
Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
Keywords: Geldanlagen, Anlagezinsen sinken, Tagesgeldkonten, Festgeldzinsen, Banken
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Kommentare:
Fred schrieb am 09.08.2009 12:53:51
Ja, derzeit ist es sehr schlecht um sichere Geldanlagen bestellt. Ich kann jedem nur raten, die Angebote zu vergleichen. Bei Tagesgeld sind auch bei deutschen Banken mit etwas Flexibilität noch 3,0 Prozent drin. Das ist deutlich mehr als der Durchschnitt, von dem im Beitrag die Rede ist. Völlig vergessen hingegen kann man Bundeschatzbriefe und Co – da ist echt nichts mehr zu holen.


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