Pfandhäuser sind Krisengewinner






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Pfandhäuser sind Krisengewinner

Auch in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges gibt es Gewinner. Die Bundesbürger haben im vergangenen Jahr gut zwei Millionen Kredite bei Pfandleihern aufgenommen und sich so auf diese unkonventionelle Art und Weise mehr als eine halbe Milliarde Euro geborgt.

Das Prozedere bei einem Pfandkredit ist sehr unkompliziert. Der Kreditnehmer hinterlegt beim Pfandleiher ein Faustpfand und erhält im Gegenzug einen Barkredit. Ein Einkommensnachweis ist ebenso nicht erforderlich wie eine Schufa-Auskunft, so dass jeder, der über einen beleihbaren Gegenstand verfügt, schnell an Geld kommt.

Beleihbar sind grundsätzlich alle Gegenstände – von Unterhaltungselektronik über Uhren, Schmuck oder Briefmarkensammlungen bis hin zu Fahrzeugen. Der maximale Kredit, den der Pfandleiher gewährt, richtet sich nach Art und Wert des Pfands. Gold etwa wird mit rund 80 Prozent des Tageswertes beliehen, bei elektronischen Artikeln sind es nicht selten nur 20 oder 30 Prozent. Einen einheitlichen Wert gibt es nicht – der Pfandleiher schätzt das ihm vorgelegte Gut und entscheidet dann.

Die Laufzeit eines Pfandkredites beträgt standardmäßig drei Monate. Für jeden Monat wird ein Prozent Zinsen fällig. Zusätzlich muss der Kreditnehmer noch Gebühren für die Lagerung seines Faustpfandes zahlen. Diesen sind, anders als dem Zins, keine gesetzlichen Vorschriften anhängig, wenn der Darlehensbetrag 300 Euro übersteigt. Es kann sich deshalb lohnen, mit dem Pfandleiher zu verhandeln.

Nach Ablauf des Darlehens kann der Kreditnehmer es entweder verlängern oder aber den Kredit zurückbezahlen und sein Pfand wieder mit nach Hause nehmen. Erfolgt keins von beidem, versteigert der Pfandleiher das Pfand. Dies geschieht im Rahmen von Auktionen, die in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Dem Kreditnehmer wird die Versteigerung seines Pfands nicht extra mitgeteilt –er ist selbst dafür verantwortlich, die Termine einzuhalten. Der Erlös der Versteigerung fließt zunächst dem Pfandleiher zu. Nur wenn dessen Ansprüche voll gedeckt sind, erhält der Besitzer den Rest des Verkaufspreises.

Pfandkredite sind wegen der hohen Zinsen und der zusätzlichen Gebühren die mit Abstand teuerste Finanzierungsform, die es auf legalem Wege zu bekommen gibt. Dennoch kann der Gang ins Pfandhaus in einigen Fällen lohnen bzw. unvermeidlich sein. Wer einen negativen Schufaeintrag hat, vorübergehend kein Einkommen erzielt oder erst kurze Zeit bei seinem Arbeitgeber angestellt ist, hat es oft schwer, einen Kredit zu erhalten. Wird dann schnell Bargeld benötigt, kann das Pfandhaus eine Möglichkeit sein.



BankingPortal24.de
24.07.2009

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Pfandhäuser, Pfandleiher sind Krisengewinner, Wirtschaftskrise, Pfandkredite

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