

|

|

Fremdgehen am Geldautomat: Banken sahnen ab!
Banken haben in den vergangenen Jahren die Gebühren für Barverfügungen an Geldautomaten, die nicht zum institutseigenen Verbund gehören, deutlich angehoben. Wie das Handelsblatt unter Berufung auf eine Studie der Finanzberatung Max Herbst berichtet, haben von 50 Banken in den letzten drei Jahren 27 die Spesen für solche "Fremdverfügungen" erhöht.
Bei 22 Geldhäusern blieben die Kosten konstant, nur eine Bank senkte die Gebühren. In Deutschland gibt es mehrere große Bankenverbände, deren Mitglieder untereinander dahingehend kooperieren, dass Kunden alle Geldautomaten nutzen können. Die Privatbanken sind in der Cash-Group organisiert, die öffentliche-rechtlichen Banken im Cash-Pool. Hebt ein Kunde einer privaten Bank bei einer Sparkasse Geld ab oder nutzt ein Sparkassen-Kunde den Automaten einer Privatbank, kann dies schnell zehn Euro kosten.
Am heftigsten erhöhte die PSD-Bank in Kiel die Gebühren: Gegenüber dem Jahr 2006 müssen Kunden dort nun 86 Prozent mehr zahlen. Bei der PSD-Bank Westfalen-Lippe und der Sparkasse Köln werden heute über 70 Prozent mehr in Rechnung gestellt als vor drei Jahren. Auch sehr prominente Banken sind unter den "Schwarzen Schafen": Bei der Postbank etwa erhöhten sich die Gebühren um 50 Prozent, bei der Deutschen Bank um 41 Prozent.
Handfeste Gründe, die über bloßes Profitstreben hinausgehen, können die Banken nach Ansicht von Experten und Verbraucherschützern nicht vorweisen. Die Abwicklung der Fremdverfügungen zwischen den Bankenverbänden läuft im Wesentlichen automatisch und vollkommen reibungslos ab. Einige Verbraucherzentralen erheben sogar den Vorwurf gegen einige Banken, dass diese absichtlich Geldautomaten an hoch frequentierten Orten errichten, um möglichst viele Gebühren zu kassieren.
Die Bargeldversorgung in Deutschland wird so hinsichtlich der Gebühren in zwei Lager unterteilt: Viele Kunden zahlen gar nichts für Barverfügungen, weil sie entweder ausschließlich an kostenlosen Automaten abheben und dafür auch Umwege in Kauf nehmen. Andere wiederum, die gelegentlich aus Zeitgründen beim Bargeldholen "Fremdgehen", werden mächtig zur Kasse gebeten.
Eine Möglichkeit für Verbraucher, die Gebühren zu umgehen, besteht nach Ansicht von Experten darin, sich ein zweites Konto parallel zu dem bei der Hausbank zuzulegen, das die kostenlose Barverfügung an den Geldautomaten ermöglicht, bei denen es mit der EC-Karte des Erstkontos nicht möglich ist. Wer beispielsweise Kunde bei der Deutschen Bank ist, kann zusätzlich ein Konto bei einer zum Sparkassenverband zugehörigen Direktbank eröffnen, das kostenlos ist und auf das eine Reserve überwiesen wird, die im Bedarfsfall abgehoben werden kann.
BankingPortal24.de
22.07.2009
Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
Keywords: Barverfügungen an fremden Geldautomaten, Fremdverfügungen, Gebühren, Bargeldversorgung
Abrufe: 1488
RSS-Feed: abonnieren
Twitter: bankingportal24 folgen | Facebook:
Kommentare:
Bogdan schrieb am 16.07.2010 05:16:17
so, die von den Banken geforderte Gebühr von max. 5€ ist nun erstmal vom Tisch. Das Bundeskartellamt lehnte diese Grenze ab.
Hier der Artikel dazu:
http://www.biallo.de/finanzen/Konten_Karten/geldabhebegebuehren-fuenf-euro-sind-vom-tisch.php
Tippgeber schrieb am 06.10.2009 12:35:38
Das DKB-Cash gibts hier!
Anne schrieb am 06.10.2009 11:48:21
Oh man, 7,50 EUR Gebühren für eine Bargeldabhebung ist heftig!
Naja, da bleibt nur eins: Bank wechseln und neues Girokonto zu legen. Ich bin bspw. mit der DKB sehr zufrieden, da zahle ich für meine Bargeldversorgung gar keine Gebühren und das ist nicht der einzigste kostenfreie Posten bei diesem Konto ;-)
steffen schrieb am 05.10.2009 23:47:49
Ab sofort wird durch die Sparda Berlin eine Gebühr von 7,50 € bei Geldabhebung an Fremdbanken erhoben. Man kann aber jetzt eine Zweitkarte beantragen, bei der "nur" 2 € Gebühren pro Bargeldabhebung erhoben werden. Bei allen Banken - selbst bei der eigen! Ich gratuliere der Bank zur innovativen Kundengewinnung. Gleichzeitig werden die Zinsen für Sparguthaben ins Bodenlose gesenkt. 0,5% Gutenhabenzins. Und dann werde ich noch durch diese Bank aufgefordert diese doch weiter zu empfehlen. So viele Feinde habe ich doch gar nicht.
Maxe schrieb am 23.07.2009 10:45:20
@U.K.: Dem Kunden ist es doch schei**egal, wer denn nun welchen Teil welcher Gebühr kassiert. Denn als einzige wirkliche Fixgröße in diesem Spiel steht doch fest: Der Dumme, der alles zahlen muß, ist immer der Kunde. Der Vollständigkeit halber: Das ist der, der mit seinen Steuergeldern die Banken gerettet hat...
U.K. schrieb am 23.07.2009 10:41:02
Preistreiber sind hier die Banken, die die Automaten betreiben, denn diese berechnen der Bank des verfügenden Kunden eine sogenannte Interbankengebühr. Diese Interbankengebühren sind völlig verschieden und können sich auch jederzeit ändern. Interbankengebühren in Höhe von 7 - 10 € sind die Regel. Die Bank, die ihre Kunden mit einer Gebühr für das Abheben an einem fremden Automaten belastet gibt also nicht Kosten für die technische Transaktion weiter und verdient schon erst recht nicht etwas daran, sondern muß versuchen, jedenfalls einen Teil dieser ihr belasteten Interbankengebühr weiter zu belasten.
Hans schrieb am 22.07.2009 17:46:09
Ich kann auch nur empfehlen, sich ein zweites Konto anzuschaffen. Ich selbst bin bei der Sparkasse Kunde und habe mir bei der Norisbank noch ein zweites Konto geholt. Das nutze ich dann, wenn ich einmal Bargeld benötige und kein Sparkassenautomat in der Nähe ist. Ich sehe es einfach nicht mehr ein, fünf oder sechs Euro Gebühren zu zahlen, wenn ich mal 50 Euro an einem anderen Automaten abhebe. Das Verhalten der Banken ist echt unter aller Sau! Dass die Sparkassen mal wieder ganz vorne mit dabei sind bei den Gebührenerhöhungen, verwundert mich nicht!


Schreiben Sie einen neuen Kommentar zu diesem redaktionellen Beitrag oder diskutieren Sie über dieses Thema oder andere Finanzthemen im Finanzforum. Tauschen Sie sich dort mit anderen Mitgliedern z.B. über Probleme mit Banken, Anbietern oder bestimmte Produkte aus und diskutieren Sie Ihre Meinung.
Zurück zur Finanz Redaktion
|
|