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Konsequenzen aus der Krise: Bessern sich die Banker?
Die Finanzkrise hat nicht nur Vermögen im Gegenwert von mehreren Billionen Dollar vernichtet, weltweit unzählige Arbeitsplätze gekostet und rechtschaffende Unternehmen und Privathaushalte in den wirtschaftlichen Abgrund gestürzt. Sie hat auch dazu geführt, dass der gemeine "Mann von der Straße" Banken und ihrem Tun kritischer gegenüber eingestellt ist, als es noch „vor Lehman“ der Fall war.
Heute wissen wir, dass auch scheinbar renommierte Investmentbanken mit einer Bilanzsumme, die einem Viertel des deutschen Bruttoinlandsprodukts entspricht, in sich zusammenstürzen können wie ein schlecht erbautes Kartenhaus im Wind. Auch ist und klar, dass die Prognosen und die Modelle, die grundlegenden Überzeugungen der Wirtschaftswissenschaftler im Hinblick auf die Stabilität unseres Finanzsystems nicht vollständig richtig sein können.
Jetzt, wo die deutsche Industrie erstmals wieder einen wachsenden Auftragseingang verzeichnet und sich die Indizien für ein Ende der weltweiten Rezession mehren, muss die Frage gestellt werden, welche Lehren und Konsequenzen aus der Finanzkrise gezogen werden sollen, müssen und werden.
Insbesondere erscheint es interessant, ob sich die Banken und die, die in ihnen das Sagen haben, ändern werden. Wird künftig das Handeln der Geldhäuser nicht mehr nur auf die schnelle Gewinnerzielung ausgerichtet sein? Werden die Banker ihren Kunden die Wahrheit über Anlageprodukte und die damit verbundenen Risiken erzählen? Tragen die Banken, die die unfassbare Finanzkrise ganz wesentlich verursacht haben, dazu bei, dass Vertrauen in unser Finanzsystem wieder zu stärken?
Aller Voraussicht nach lautet die Antwort: Nein! Es ist nicht zu erwarten, dass sich die Banken ändern und „Change“ wahr werden lassen. Deutsche-Bank-Chef Joseph Ackermann jedenfalls ist bislang nicht von seinem Ziel abgerückt, eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent zu erzielen. Seine Begründung für die riesigen Erträge lautet schlicht: Andere Großbanken in der Welt verdienen genauso viel oder noch mehr. In den Vorstandsetagen also scheint keine Bescheidenheit einzukehren.
Das Handelsblatt analysiert in einem Artikel der Mittwochs-Ausgabe die Zustände an den Finanzmärkten. Demnach scheinen einige Banken als Gewinner aus der Krise hervorzugehen. Der Grund: Nach dem Zusammenbruch vieler Institute muss der Kuchen heute mit weniger Mitessern geteilt werden. Im Investmentbanking und anderen Geschäftszweigen lässt sich deshalb viel mehr Geld verdienen als vor der Krise.
Das Handelsblatt berichtet weiter, dass einige Großbanken die Instrumente, die zum Teil ursächlich für die Krise waren, schon jetzt wieder nutzen. So lagern Goldman Sachs und die Barclays Bank mittels Verbriefungen Kreditrisiken aus ihrer Bilanz aus.
Nicht nur bei den abstrakten Vorgängen am Finanzmarkt wird sich also ganz offensichtlich nichts ändern. Jüngst testete ein Journalisten-Team eines öffentlich-rechtlichen TV-Senders 25 Bankberater. Das Ergebnis: 24 Mal wurden die Tester falsch beraten. Die Banken stellten bei den Gesprächen mit den vermeintlichen Kunden immer wieder Produkte in den Mittelpunkt, mit denen sich hohe Provisionen erzielen lassen. Bankberatung ist auch nach der Krise eine reine Verkaufsveranstaltung.
BankingPortal24.de
09.07.2009
Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
Keywords: Konsequenze aus Finanzkrise, Besserung der Banken, Änderung Finanzmarkt
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