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Banken entschädigen Lehman-Anleger
Banken, die ihren Kunden Anlagezertifikate der insolventen US-Investmentbank Lehman Brothers verkauft haben, zeigen sich zunehmen reumütig und entschädigen Betroffene. Nachdem bereits im Februar die Hamburger Sparkasse Betroffenen ihre Gelder zurückerstattet hatte, beginnen nun auch Volksbanken mit Entschädigungszahlungen. Ein Schuldeingeständnis stellen die Maßnahmen jedoch nicht da. Die zuständigen Bankenverbände betonen ausdrücklich, dass es sich bei Entschädigungszahlungen um eine Kulanz-Handlung des jeweiligen Institutes handle und dass jede Bank in Eigenregie entscheiden könne, ob und in welchem Umfang sie Kunden ihr Erspartes zurückzahlt.
Rund 40.000 deutsche Kunden, die vornehmlich von Sparkassen beraten wurden, haben Zertifikate der Lehman-Bank gekauft. Die Renditen der Produkte sollten dabei höher ausfallen als bei Tages- und Festgeldanlagen. Viele Sparer fühlen sich darüber hinaus getäuscht und behaupten, nicht über die Risiken aufgeklärt worden zu sein. Zertifikate verstehen sich als Inhaberschuldverschreibungen der jeweils emittierenden Bank. Wird diese zahlungsunfähig, verlieren Anleger – die Gläubiger der Bank sind – ihr Geld auch dann, wenn ursprünglich eine Kapitalgarantie ausgesprochen worden war. Das so genannte Emittentenrisiko war vielen Anlegern offenbar nicht bewusst. Geschädigte, die aufgrund ihrer Verluste vor Gericht gezogen sind, wurden mit sehr unterschiedlichen Urteilen konfrontiert.
Anders als Bankeinlagen sind Zertifikate nicht durch eine Einlagensicherung geschützt. Die Produkte der Lehman-Bank waren auf die Belange sicherheitsorientierter Anleger zugeschnitten. Noch im Jahr 2007 galt das Emittentenrisiko als rein hypothetisches Faktum – dass eine Bank von der Größe Lehmans zusammenbrechen könnte, war nicht vorstellbar. Die offenbar wachsende Bereitschaft der Banken, geschädigten Anlegern zu helfen, lässt allerdings hoffen, dass die meisten mit einem blauen Auge davon kommen.
BankingPortal24.de
10.01.2009
Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
Keywords: Lehman-Anleger, Lehmann Brothers, Zertifikate, Entschädigung, Banken, Einlagen
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