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Also doch: Island will Kaupthing-Kunden nicht entschädigen
Die monatelangen Verzögerungen bei der Entschädigung der deutschen Kunden der isländischen Bankrott-Bank Kaupthing Edge waren möglicherweise nicht mehr als ein großes politisches Theater: So wie es aussieht, hat der isländische Staat nicht vor, den Geschädigten ihr Erspartes zurückzuzahlen.
Der neue isländische Präsident Grimsson weist Forderungen nach einer Entschädigung laut Informationen der Financial Times Deutschland zurück. „Die Deutschen müssen begreifen, dass die Menschen in Island alles verloren haben“, sagte Grimsson. Seiner Ansicht nach ist Island von der Finanzkrise arg genug gebeutelt und kann nicht noch zusätzlich in die Pflicht genommen werden.
Im Herbst vergangenen Jahres war das isländische Finanzsystem zusammengebrochen. Die Banken des Nordatlantik-Staates hatten in großem Stil auf den internationalen Finanzmärkten agiert und dabei Verbindlichkeiten angehäuft, die in krassem Missverhältnis zur Wirtschaftsleistung Islands standen. Der Inselstaat hat lediglich 300.000 Einwohner. Island stand daraufhin unmittelbar vor dem Staatsbankrott und musste durch Kredite des Internationalen Währungsfonds und einiger befreundeter Staaten gerettet werden.
Die rund 30.000 deutschen Kunden, die insgesamt ca. 308 Millionen Euro bei der deutschen Niederlassung der Kauthing Edge-Bank angelegt hatten, warten seit Monaten vergebens auf eine Entschädigung durch den isländischen Einlagensicherungsfonds. Die Bundesregierung hatte Island zugesagt, einen Kredit bereitzustellen, mit dem die deutschen Kunden entschädigt werden könnten. Das Interesse an einer Rückzahlung der Spareinlagen seitens Islands tendiert nun aber offensichtlich gegen Null.
Grimsson zufolge ist es isländischen Steuerzahlern nicht zu vermitteln, dass nun auch noch die Ansprüche ausländischer Anleger erfüllt werden müssten. Seinen Worten zufolge ist es „ungerecht“, das Island „die ganze Last“ der Finanzkrise schultern muss. Grimsson sieht das europäische Bankensystem als ursächlich für das Desaster an.
Die Reaktion der Bundesregierung auf das isländische Gebaren fiel bislang verhalten aus. Dass nicht ein ranghoher Politiker, sondern lediglich eine Ministeriumssprecherin verlauten ließ, Island sei „im Rahmen seiner gesetzlichen Einlagensicherung“ zur Entschädigung verpflichtet, spricht Bände.
Letztlich, so scheint es, bleibt den Kaupthing-Kunden nur die Hoffnung auf eine Entschädigung durch die Bundesregierung. Island wird - einen anderen Schluss lassen die Äußerungen des Staatschefs nicht zu – nicht bereit sein, sich in größerem Umfang für deutsche Geschädigte zu engagieren.
BankingPortal24.de
10.02.2009
Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
Keywords: Kaupthing, Kaupthing-Kunden, Kaupthing Edge, Entschädigung, nicht entschädigen, Island
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Kommentare:
Gabi schrieb am 11.02.2009 13:35:17
Ihr Bericht ist nicht auf dem Laufenden. Noch am 10.02 hat der Isländische Staatspäsident klargestellt, daß der Statt natürlich seinen Verpflichtungen nachkommen werde. Er wollt mit diesem Interview nur darauf hinweisen, daß auch die Isländer sehr unter dieser Situation leiden. Also noch nicht verrückt machen
Harald schrieb am 10.02.2009 19:17:12
Island will schnellst möglichst in die EU!? So aber wohl hoffentlich nicht!
Sollte Island wirklich diesen Weg fahren, dann werden die Staaten der EU wohl hoffentlich wissen wie sie zu handeln haben. Isländisches Vermögen in der EU sollte sofort eingezogen werden und keinerlei wirtschaftliche oder politische Kontakte mehr gepflegt werden. Wer meint sich nicht an internationale Verpflichtungen halten zu müssen - der muss halt alleine zurecht kommen. Der "Raubritterstaat" Liechtenstein hilft Steuerflüchtigen den Staat zu betrügen - Island hilft seinen Banken die zu berauben die Ihr Geld legal in Deutschland anlegen.
Bernd schrieb am 10.02.2009 15:53:15
Nach wie vor ist es für mich unverständlich, dass eine ausländische Bank hier in Deutschland eine Zulassung bekommt und dann Ihre Verpflichtungen (Zusagen in Höhe der Einlagensicherung) nicht einzuhalten braucht. Ich habe nur soviel Geld angelegt, wie durch den Einlagesicherungsfonds abgesichert war. Einen Teil meiner Lebensversicherung für die ich über 30 Jahre hart und viel gearbeitet habe. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass dieses Geld verloren sein soll und fordere hiermit unsere Politiker und unsere Bankenaufsicht sowie die Verantwortlichen, die für die Zulassung dieser Bank in Deutschland zuständig sind mit allem Nachdruck auf, sich für die Interessen der Geschädigten einzusetzen.


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