Kaupthing-Kunden: Kommt Geld erst im Juli?





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Kaupthing-Kunden: Kommt Geld erst im Juli?

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Die deutschen Kunden der insolventen isländischen Bank Kaupthing Edge müssen weiter auf ihr Geld warten. Die isländische Regierung ist aufgrund massiver Proteste der Bevölkerung des von der Krise gebeutelten Nordatlantik-Staates zurückgetreten – und die Bankaufsicht gleich mit. Die Verhandlungen des isländischen Einlagensicherungsfonds über die Rückzahlung der rund 308 Millionen Euro an die geschädigten deutschen Kunden mit dem Bundesfinanzministerium liegen nach deutschen Angaben auf Eis.

Die Bundesregierung hatte Island einen Kredit angeboten, mit dem die vollständige Rückzahlung der Einlagen möglich wäre. Das Darlehen ist bislang allerdings nicht abgerufen worden. Ursprünglich sollte der Einlagensicherungsfonds bis Ende Januar die Gelder zurückerstatte - so wie es seine Statuten vorsahen. Der Fonds nutzte nun jedoch eine Klausel in seinen Regularien und verlängerte die Frist um weitere drei Monate bis Ende April.

Anfang Mai sind in Island Neuwahlen. Die Entschädigung ausländischer Kunden wird im Wahlkampf ein Reizthema sein – zum einen, weil die Rückzahlung die Isländer viel Geld kosten wird (allein die Schulden bei den deutschen Sparern belaufen sich umgerechnet auf 1000 Euro je Einwohner), zum anderen weil die Finanzierung der Entschädigung durch Kredite anderer Staaten die Abhängigkeit Islands in den Augen vieler verstärkt. Sollte bis Ende April keine Entscheidung getroffen worden sein, kann der Einlagensicherungsfonds die Rückzahlung um weitere drei Monate bis Ende Juli hinauszögern. Was passiert, wenn im Mai eine Regierung an die Macht kommt, die eine Entschädigung ausländischer Anleger kategorisch ablehnt, ist bislang unklar.

Administrativ betrachtet wäre die Rückzahlung der Einlagen deutscher Sparer nach Ansicht des Bundesfinanzministeriums eine einfache Sache. Die bereits im vergangenen Jahr von isländischer Seite initiierten Verzögerungen lassen allerdings vermuten, dass keine wirkliche Absicht besteht, die hiesigen Sparer, die einst mit Tagesgeldzinsen zur deutschen Niederlassung isländischer Banken gelockt wurden, zu entschädigen.

Damals wurde von es isländischer Seite abgelehnt, den Kredit der Bundesregierung sofort in Anspruch zu nehmen und anstelle des Sicherungsfonds die deutsche Niederlassung der Kaupthing Edge zur Abwicklung zu nutzen. Die politischen Beziehungen Islands sind weit weniger ausgeprägt als die zum Vereinigten Königreich oder zu Finnland. Im Falle einer Rationierung der Entschädigung dürften die deutschen Kunden deshalb in die Röhre schauen.

Unter dem Strich sieht es nicht gut aus für die schon seit so langer Zeit durch Strapazen geplagten Kaupthing-Kunden und ihre Ersparnisse.

BankingPortal24.de
29.01.2009

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Kaupthing, Kaupthing-Kunden, Rückzahlung, Einlagen Einlagensicherungsfonds

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Kommentare:
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Heinz schrieb am 13.02.2009 19:47:18

Schweinerei, ungestraft können Banken, Politiker und alle die damit zu tun haben Straffrei rumlaufen. Die Deutsche Regierung ist ganz klar gefordert.Manager der LB Banken und großfirmen bedienen sich förmlich an Steuergelder . Und wir Kleinsparer werden als Abzocker degradiert. Was für ein Verbrechen. Ic h kann nur sagen , auf nach Berlin ins kanzleramt und viele tage Streiken und Demonstrieren.

Wolfgang schrieb am 08.02.2009 13:48:52

Hallo zusammen,
habe schon 2 Insolvenzen von Deutschen Banken hinter mir.
Auszahlung 90% der Einlage innerhalb von 3 Monaten.
Aber was hier mit der Kaupthing Bank abgeht ist nicht normal.
Ich glaube Geld ade.

alex schrieb am 30.01.2009 17:26:35

ich glaube nicht das wir das geld nicht mehr sehen, ich glaube aber auch nicht das wir es 2009 oder 2010 zu sehen bekommen, vielleicht 2011. gesetze hin oder her, kann nur eins sagen niemand hält sich an die gesätze nur die kleinen müssen es. die da oben handeln nur wens um ihr geld geht und nicht um unser.

Jericho schrieb am 30.01.2009 12:30:39

Was ist nicht verstehe ist: Das Geld der deutschen Niederlassung der Kaupthing ist noch bei der deutschen Clearing-Bank (DZ-Bank). Schon vor Wochen hat ein Kaupthingmitarbeiter Unverständnis darüber geäußert, dass das Geld nicht einfach ausgezahlt wird. Und: Wenn immer von einem Kredit des deutschen Staates gesprochen wird, warum denkt man nicht daran, dass das Geld (in wahrscheinlich voller Höhe) vorhanden ist, und zwar in Deutschland. Eine Auszahl wäre unproblematisch und einfach und ein von einem "Kredit" zu sprechen, damit die deutschen Kunden ausgezahlt werden können, ist Unfug. Es kann doch wohl nicht wahr sein, dass die Bafin, das vorhandene Geld nach Island fließen lässt!

Drückerplatte schrieb am 30.01.2009 11:45:57

@Frank: Auch wenn Sie abschweifen - gerade mit diesem Teil sprechen Sie mir und vielen anderen (Klein-) Unternehmern in Deutschland aus der Seele. Schade ist eben nur, dass man es nicht ändern kann: Handwerks-Müller und Büro-Meier von "umme Ecke" haben einfach keine Lobby und damit bei diesen Berufspolitikern mit angeborenem Lobby-Gen - die Grossen dagegen (die in vielen Fällen überhaupt nicht wirtschaften können, seltenst überhaupt Steuern zahlen und damit das Gemeinwohl mitfinanzieren usw.) schmieren die Politiker mit "Pöstchen" und kriegen so immer das Steuergeld der kleinen Leute. Es ist ein Skandal!

xaver195 schrieb am 30.01.2009 11:45:34

Ich hoffe nur, dass die Optimisten Recht behalten und unsere paar Kröten
nicht verloren sind. Nie wieder eine ausländische Bank. Man kann weder einer
Bank noch einer Regierung trauen. ich habe noch etwas Geld bei der IngDiba angelegt,aber auch die haben schon staatliche Milliarden in Anspruch genommen. Geld versaufen und verfressen und dann von Sozialhilfe
leben, das wäre vernünftig.

Frank schrieb am 30.01.2009 11:23:49

Ich habe ehrlich gesagt auch nicht viel Hoffnung, jemals mein bei Kaupthing Edge angelegtes Geld wieder zu bekommen. Ich glaube auch nicht, das sich die Bundesregierung mit Nachdruck dafür einsetzt, das die deutschen Sparer entschädigt werden. Sonst wäre das längst passiert. Aber das hat in Deutschland Tradition. Die Anleger von Phönix warten seit Jahren auf ihr Geld. Dort wurde der Insolvenzfall festgestellt. Ein großer Teil des Geldes ist sogar noch da, die EdW sollte zahlen, tut es aber nicht. Da gibt es noch mehr Beispiele, wo man den Eindruck hat, das es die Bundesregierung nicht interessiert. Dafür gibt man großen Unternehmen, die sich finanziell verhoben haben, Geld verspekuliert haben oder einfach schlecht gewirtschaftet haben Milliarden. Die Banken stopfen damit erst mal ihre eigenen Löcher an statt Kredite zu vergeben. Auch erhält man so keine Arbeitsplätze. Wenn die Bundesregierung konsequent wäre, müßte sie die Unternehmen in Insolvenz gehen lassen. Mit den Milliarden sollte dann eine unbelastete neue Bank gegründet werden, welche die Aufgaben der Bereitstellung von Risikokapital übernimmt. Und was die Industrie angeht, gibt es Nachfrage für ein Produkt, dann kann man das auch herstellen. Warum sollte dann eine insolvente Firma nicht aufgekauft werden und wieder produzieren. Dadurch gehen keine Arbeitsplätze verloren. Aber man kann ganz genau erkennen, für wen die Politik gemacht wird. Kann ein kleiner Selbständiger mit ein paar Mitarbeitern seinen Betrieb nicht aufrecht erhalten, dann kümmert es keinen. Der Unternehmer ist dann noch schlechter abgesichert als jeder Arbeitnehmer obwohl er vorher das Risiko getragen hat. Aber ich schweife ab.
So wie sich Island verhält ist es sicher nicht in Ordnung. Aber ist es nicht auch in Deutschland so, das Schuldner immer besser gestellt sind als Gläubiger? Wo nichts zu holen ist ....
Und hier kommt dann der Verbraucherschutz auf den Plan. Den gibt es im Finanzdienstleistungsbereich eben kaum.
Die BaFin prüft nur die formelle Richtigkeit von Produktinformationen, nicht aber deren Inhalt. Der Kunde ist eigentlich allein gelassen und muß sich dann noch solche Unverschämtheiten von Politikern anhören. Und so hat ja auch die Bundesregierung den Kaupthing Kunden vorgeworfen Sie wären ja selbst Schuld. Es ist ja auch wirklich geldgierig, wenn man für sein Erspartes wenigstens den Inflationsausgleich haben will. Und die Bank war in Deutschland zugelassen, hatte eine Deutsche Adresse etc. Das ist ja alles bekannt. Komisch nur, das man das den Banken die bei Kaupthing angelegt haben nicht auch vorwirft und komisch, das dahin Geld fließt. Und Komisch ist auch, das es o.K. ist wenn Banken sagen, das ihr Geld eine Rendite von 25% bringen muß. Das ist dann nicht geldgierig.
So das mußte mal raus.
Ich wünsche allen Geschädigten ein Happy End.

Hilde schrieb am 30.01.2009 11:01:05

Da es sich vorwiegend um Kleinsparer handelt, wäre meiner Ansicht nach der einzige Weg, die Bundesregierung würde eine Auszahlung aus Deutschland veranlassen (angeblich liegen die Gelder ja noch bei Kaupthing)und dann entsprechend Druck machen.Die Sparer selbst haben doch kaum Möglichkeiten, gegen den isländischen Staat vorzugehen. Vor allem die Gelder, die vor dem Moratorium abgerufen und unrechtmäßig nicht mehr ausbezahlt wurden,müssten doch ausbezahlt werden.
Der Staat, bzw. die Bafin muß doch auch sicher stellen, dass eine ausländische Bank, die sich in Deutschland niederlassen kann,die EWR-Regeln einhält.Darauf haben sich schließlich die Sparer verlassen.

zumwinkel schrieb am 29.01.2009 22:15:15

achja...ist ein einziges hin und her, auf und ab...letztlich wird das geld - bis € 20887 -fliessen...spätestens juli2009...so ernstzunehmende stimmen...

Steffen schrieb am 29.01.2009 22:12:18

Ja die Isländer spielen vieleicht auch auf Zeit, schließlich geben die Kaupthing Kunden einen zinslosen Kredit in Höhe von 308 Millionen. Aber dass kann auf Dauer nicht sein. Island muß Druck gemacht werden. Wir lassen uns nicht einfach bestehlen.

HGM schrieb am 29.01.2009 19:28:11

Ursachen, Schuld, Auslöser der Bankenkrise einschließlich die der Kaupthing sind gewiss mehr globaler Natur, primär von den USA ausgehend. Hauptsächlich dort sind die fatalen Sündenböcke, gehören endlich angeprangert. Auch jedes europäische Land ist mit von der Partie, kann sich nicht davon frei sprechen, einschließlich, dass wir alle über unsere Verhältnisse, von der Zukunft leben, gewaltig umdenken müssen! Doch bleibt leider festzustellen, dass das kleine Island dabei eine besonders herausragende Rolle spielte. Dieses Insulanerdenken, man sei fernab von aller Welt auf eine Art Insel der Seligen, im Schoß des ebenfalls kleinen Norwegens, präsentiert nun die Rechnung. Ob angenehm oder nicht, man wird sich zu der Einsicht durchringen müssen, dass man auch voll integriert im Weltgeschehen ist, sich adäquat dem zu stellen hat. Man wird sich wohl einem anderen Währungssystem zuordnen müssen, vielleicht der Eurozone. –Aber wer möchte denn schon einen solchen Kandidaten beherbergen, der derart Schulden macht, derart nicht bezahlt.
Bezüglich der deutschen Kleinsparer der Kaupthing spielt man auf Zeit. Gemäß letzten Veröffentlichungen ist man nur bereit, soweit bisher überhaupt, für die mittels Einlagensicherung gedeckten Schulden zu zahlen, nennt das „Entschädigung“. Wie sonst ist die Mitteilung zu verstehen, man wolle keine "weiteren" Schulden mehr machen? Und auch die Aussage, man sei mit den Konditionen des zwecks Rückzahlung angebotenen Darlehens unserer Regierung nicht einverstanden? Was sollen diese Ausreden? Warum hielt man die Sparer in der Vergangenheit so uninformiert? Sie wollen ihr Geld wieder haben und zwar bald und vollständig! Anfang kommenden Monats ist Gläubigerversammlung und danach wird man sich wohl weiter gehende Schritte überlegen müssen und auch wirtschaftliche Sanktionen fordern.

thomase schrieb am 29.01.2009 17:39:24

Gibt es denn von der Bundesregierung bzw. Bafin keine neuen Stellungnahmen ?

Gerry28 schrieb am 29.01.2009 17:16:03

Die abgegebenen Komentare zum obigen Artikel sind ja recht und schön, aber danach hätten wir spätestens jetzt unser Geld zurückerhalten. Mich würd´s nicht wundern, wenns so kommt wie im Artikel beschrieben.

Ulrich schrieb am 29.01.2009 17:11:02

Die deutsche Regierung gibt den Kredit für die Rückzahlungen, wenigstens bis 20.887 €. Die dt Regierung (BaFin) hat die Kennniss von allen dt. Kundenkonten der Kaupthing NL in der Frankfurt. Es sollte die dt. Regierung auszahlen und dann als Gläubiger den Druck auf die Isländer ausüben, der nötig ist. Wenn es um Geld für Banken und Konzerne geht, ist doch die dt. Regierung so schnell und ideenreich.
Warum jetzt nicht?

Felix schrieb am 29.01.2009 16:49:06

Der "Schreibeling" sollte sich erst einmal mit der Materie befassen,anstatt solchen Bericht loszulassen.Alles andere haben meine Vorgänger richtig bewertet.

kasparhauser schrieb am 29.01.2009 15:46:33

Die Isländer müssen sehr vorsichtig sein, denn wenn sie ihren Verpflichtungen zur Entschädigung der Gläubiger nicht nachkommen, stoppt der IWF seinen Kredit in Höhe von 2,1 Milliarden Dollar. Es erfolgte lediglich eine Teilzahlung dieses IWF-Kredits an Island und demnächst wird erstmal eine Delegation nach Island kommt um zu prüfen ob die Modalitäten eingehalten werden. Diesen Aspekt scheinen Sie in dem o.g. Beitrag vollkommen außer Acht gelassen zu haben!

Notlüge schrieb am 29.01.2009 15:04:15

Ich glaube Island ist sich nicht im Klaren, sollten Sie EU-Recht verletzen droht Ihnen nicht nur Klagen der Kaupthing Edge-Kunden, sondern die Isländer dürfen damit rechnen, das Sie Besuch bekommen von etlichen geprellten Bankkunden, die Ihr Recht notfalls mit Gewalt (Demostrationen) einfordern werden.

Chris schrieb am 29.01.2009 14:02:40

Egal, ob es Island nun passt oder nicht: Der isländische Einlagensicherungsfonds ist aufgrund einer EG-Richtlinie verpflichtet, jedem betroffenen Sparer mindestens bis zu 20.887 Euro zu erstatten. Reichen die Gelder des Fonds nicht aus, muss ein Kredit aufgenommen werden. Auch das ergibt sich aus den Vorschriften. Woher ein solches Darlehen kommt, muss die Betroffenen nicht interessieren. Schlägt Island das Angebot der Bundesregierung aus, muss Island eben andere Geldgeber suchen. Eine Rationierung, bei der die Mindestgarantiesumme von 20.887 Euro pro Sparer unterschritten wird, kann es nicht geben, denn dann würde Island europäisches Recht verletzen. In diesem Fall hätte das Land nicht nur Klagen vor internationalen Gerichten zu erwarten, sondern könnte auch eine EU-Mitgliedschaft für lange Zeit vergessen.
Die Lage ist deshalb längst nicht so düster, wie sie im obigen Beitrag gemalt wird, auch wenn die Rückzahlung noch einige Monate auf sich warten lassen dürfte.




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