Island vor der Rettung - Ölpreis entlastet Wirtschaft - Sorgen um Ausmaß der Rezession





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Island vor der Rettung - Ölpreis entlastet Wirtschaft - Sorgen um Ausmaß der Rezession

Der isländische Staat steht offenbar kurz vor der Rettung. Neben einem Darlehen durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) im Umfang von 1,6 Mrd. Euro sollten Kredite von befreundeten Staaten im Gesamtwert von 2,4 Mrd. Euro den Inselstaat vor dem Bankrott bewahren. Island wurde von der Finanzkrise besonders hart getroffen: Durch riskante und für die kleine Volkswirtschaft zu groß dimensionierte Geschäfte isländischer Banken an den internationalen Kapitalmärkten brach das Finanzsystem vollständig zusammen.

Die Bürger Islands leiden nun unter einen Inflationsrate von 15 Prozent, einem Leitzins von 18 Prozent und einer außerordentlich dramatisch ansteigenden Arbeitslosigkeit. Durch die Darlehen von IWF und anderen Regierungen ist die Zahlungsfähigkeit des Staates zunächst sichergestellt. Die Hilfen wurden durch die Zusage Islands möglich gemacht, die Bankeinlagen ausländischer Kunden der drei größten isländischen Kreditinstitute staatlich bis zu einer Höhe von knapp 21000 Euro zu garantieren und damit die Regeln des Europäischen Wirtschaftsraumes, dem Island angehört, anzuerkennen. Ohne die Hilfen allerdings könnte der Staat die Einlagen gar nicht garantieren.

Galten die Isländer bis vor kurzem noch als das Volk mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen der Welt, macht sich nun Tristesse breit. Die Verschuldung der Banken des kleinen Landes beläuft sich auf insgesamt das sechzehnfache des isländischen Bruttoinlandsproduktes. Auf Deutschland und seine Wirtschaftsleistung umgerechnet entspräche dies rund 40.000 Milliarden Euro. Für die deutschen Kunden der isländischen Banken, die - wie im Fall der Kaupthing-Edge-Bank geschehen –nicht mehr auf ihre Einlagen zugreifen können, zeichnet sich durch die Stützung Islands Hoffnung ab.

Ölpreis entlastet Wirtschaft
Der massiv gesunkene Preis für Rohöl entlastet die deutsche Wirtschaft deutlich. Ökonomen sehen allein im Zeitraum zwischen Juli und Dezember mehr als 10 Mrd. Euro Entlastung für Bürger und Unternehmen. Sollte sich der Preisverfall fortsetzen bzw. nicht wieder umkehren, könnten im Jahr 2009 zusätzliche 9 Mrd. Euro weniger für Energiekosten fällig werden. Insbesondere hoffen die Experten auf einen deutlichen Rückgang des Gaspreises im nächsten Jahr. Der Gaspreis ist traditionell an den Preis für Rohöl gekoppelt, folgt diesem aber mit einer zeitlichen Verzögerung.

Trotz der geringeren Energiepreise bleibt die Sorge um das Ausmaß und die Dauer der Rezession groß. Die nicht enden wollenden Negativmeldungen aus der deutschen Wirtschaft werden nach Ansicht von Volkswirten zu einer weiteren Eintrübung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage führen. Das Konjunkturprogramm der Bundesregierung, das unter anderem die Aussetzung der Kfz-Steuer für Neuwagen und eine Ausweitung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms vorsieht, wird nach Meinung der meisten Ökonomen nicht ausreichen, um die Abwärtstendenzen zu stoppen.

Insbesondere fehlen aus Sicht der Experten spürbare Entlastungen für den Bürger. Ein Vorziehen der steuerlichen Absetzbarkeit der Krankenkassenbeiträge (die für das Jahr 2010 ohnehin höchstrichterlich verordnet ist) sowie eine Abschaffung des Solidaritätszuschlages würden nach Einschätzung vieler zu besseren Ergebnissen führen, da die angeschlagene Binnenwirtschaft gestärkt werden könnte und die in steuerlicher Hinsicht chronisch überlasteten deutschen Verbraucher über ein höheres Nettoeinkommen verfügen würden.



BankingPortal24.de
19.11.2008

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Island, Ölpreis, Rezession, Kaupthing, Banken

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