Finanzkrise: Kommt jetzt der nächste Schock?






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Finanzkrise: Kommt jetzt der nächste Schock?

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Die weltweite Finanz- und Hypothekenkrise ist möglicherweise noch lange nicht beendet. Die rezessiven Tendenzen insbesondere in den USA könnten schon bald eine neue Schockwelle auslösen, die die weltweiten Finanzmärkte erzittern lässt. Das Epizentrum des neuen Bebens sind diesmal nicht die amerikanischen Hausbesitzer, sondern potenziell alle Konsumenten auf der anderen Seite des Atlantiks. Die Problematik: Millionen Amerikaner nutzen in verstärktem Maße so genannte revolvierende Kreditkarten, um ihren zu ausschweifenden Lebensstil zu finanzieren. Die Folge: Von den rund 950 Mrd. Dollar, die überschuldete US-Haushalte Kreditkartenunternehmen und Banken schulden, könnten durch die Rezession 100 Mrd. Dollar ausfallen. Die Verluste betreffen dabei keinesfalls nur US-Banken: Wie auch im Hypothekensegment verkaufen Banken Forderungen aus Kreditkartenschulden in Gestalt von Wertpapieren über den Finanzmarkt an andere Banken oder Versicherungen. Potenziell könnten demnach auch deutsche Banken von den Ausfällen betroffen sein.

Die notwendigen Wertberichtigungen durch die Banken sind dabei das kleinere Übel. Viel gravierender könnten sich nach Ansicht von Volkswirten die als Konsequenz auf die kommende Misere strengeren Richtlinien der Banken bei der Kreditvergabe auswirken. Schränken die Banken die Kreditlinien der Verbraucher ein, müssen diese ihre Ausgaben reduzieren. Da die US-Wirtschaft zu 75 Prozent aus privatem Konsum besteht (das ist deutlich mehr als es in Europa der Fall ist), könnte die neue Krise zu einer drastischen Verschärfung der konjunkturellen Abschwächung führen und rezessive oder gar depressive Zustände begünstigen.
In den USA sind Kreditkarten weitaus stärker verbreitet als in Deutschland.

Nahezu jeder US-Bürger besitzt mindestens sechs Karten von AMEX, Mastercard und Co. Anders als in Deutschland müssen Karteninhaber nicht einmal im Monat den Saldo ihres Kreditkartenkontos ausgleichen, sondern können die in Anspruch genommenen Beträge in Raten abzahlen – mitunter über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Die Praxis hat dazu geführt, dass viele Haushalte hoffnungslos überschuldet sind und den Überblick über ihre privaten Finanzen verloren haben. Für Banken und Kartenunternehmen lohnt das Geschäft mit dem Leben auf Pump: Die Zinssätze auf den Kreditkarten belaufen sich nicht selten auf deutlich mehr als 15 Prozent im Jahr und entsprechen damit einem Niveau, dass deutlich über dem für im Hinblick auf die Bonität des Kreditnehmers grenzwertigen Zinssatz liegt.

Angesichts derart hoher Zinssätze erscheint ein Eingriff der Notenbank in diesem Fall sinnlos: Selbst wenn die Federal Reserve den Leitzins auf Null Prozent herabsetzt und die Maßnahme eins zu eins an die Kunden weitergegeben wird, käme es zu keiner nennenswerten Entlastung.

Die neuerliche Bedrohung trifft auf ein von Rezessionssorgen geprägtes Umfeld. Es bleibt zu hoffen, dass die Auswirkungen sich in Grenzen halten. Inwieweit der US-amerikanische Lebensstil sich (unabhängig von der Präsidentenwahl) in Zukunft stärker an Solidität orientiert als es bislang der Fall war, bleibt abzuwarten.

BankingPortal24.de
11.11.2008

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Finanzkrise, Kreditkarten, Kreditkarten Krise, Kreditkartenschulden, Rezessionssorgen

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Kommentare:
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scotty schrieb am 11.11.2008 12:13:47

super, das wird dann wie bei scotty: man beame die billionen von einem kreditrahmen zum nächsten.. der beste revolvierende kreditrahmen ist ja immer noch der steuerzahler...

Rettungspaket X schrieb am 11.11.2008 12:08:54

... nun, ich denke da wird es mal wieder höchste zeit, eilig das x. Rettungspaket zu schnüren um auch dieses Loch mit Steuergeld zu stopfen...

Reiner Tiroch schrieb am 11.11.2008 11:02:46

1 Billion $ kreditkartenschulden das ist seit März bekannt. Gut verpackt zahlt das natürlich gerne der deutsche Steuerzahler.




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