Groß angelegter Rettungsplan-Garantien und Eigenkapitalspritze-Börsen atmen auf






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Groß angelegter Rettungsplan-Garantien und Eigenkapitalspritze-Börsen atmen auf

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Die Bundesregierung wird der angeschlagenen deutschen Finanzbranche mit einem Rettungspaket im Volumen von insgesamt 470 Milliarden Euro unter die Arme greifen und will so die in den letzten Wochen zunehmend bedrohlicher gewordene Finanzmarktkrise unter Kontrolle bringen. Das Maßnahmenpaket sieht Garantien des Staates für Schuldverschreibungen und Verbindlichkeiten aus Einlagen für die deutschen Banken in Höhe von 400 Milliarden Euro vor. Die Gewährleistung wird den Informationen des Finanzministeriums zunächst bis zum Ende des Jahres 2009 zugestanden. Über die Garantien hinaus stellt die öffentliche Hand den KreditinstitutenEigenkapital von bis zu 70 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Gewährung der Hilfe soll an die Möglichkeit staatlicher Vorgaben für die Geschäftspolitik gekoppelt sein.

Das deutsche Rettungspaket steht im Kontext anderer Maßnahmen europäischer Regierungen. Die britische Führung gestand einigen Kreditinstituten, darunter die Royal Bank of Scotland, Eigenkapitalleistungen im Gegenwert von 37 Milliarden Pfund zu. Auch in Frankreich und anderen europäischen Staaten intervenierten die Regierungen, um die weltweite Krise unter Kontrolle zu bekommen.

Die Aktienmärkte reagierten am Morgen en erleichtert über die Hilfsmaßnahmen und honorierten das Engagement der Politik mit deutlichen Kursgewinnen, die allerdings im Kontext außerordentlich hoher Verluste in der vergangenen Handelswoche zu betrachten sind. Unklar ist derzeit, inwieweit sich die Turbulenzen an den Kapitalmärkten bereits auf die Realwirtschaft ausgewirkt haben. Der Internationale Währungsfonds und andere bedeutende Institutionen rechnen mit einer Stagnation der konjunkturellen Aktivität in Deutschland im kommenden Jahre, wodurch auch eine Trendwende des in den letzten Jahren prosperierenden Arbeitsmarktes wahrscheinlich ist. Der größte Handelspartner der BRD, Frankreich, befindet sich bereits in einer Rezession.

Das Rettungspaket soll noch in dieser Woche verabschiedet werden. Das einstige Ziel von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, den Haushalt des Bundes bis zum Jahr 2011 auszugleichen, ist durch die nun anstehenden Belastungen nicht mehr zu halten. Derzeit wird mit Belastungen in Höhe von 20 Milliarden durch die Garantien gerechnet. Inwieweit diese Annahme realistisch ist, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings kaum einschätzen. Die Eigenkapitalspritze belastet den Bundeshaushalt zusätzlich. Eine Beteiligung der Länder mit einem Drittel der Kosten wird derzeit diskutiert, ist allerdings noch nicht beschlossene Sache.

Die Europäische Zentralbank kündigte indes an, den Banken über den Geldmarkt zunächst bis Januar im Rahmen üblicher Refinanzierungsgeschäfte so viel Liquidität wie notwendig zur Verfügung zu stellen und dadurch den Markt für Geldleihen unter Geschäftsbanken wieder zu normalisieren. Die Banken agierten in den letzten Monaten außerordentlich zurückhaltend bei der Vergabe von Krediten an Konkurrenten.

Experten zeigen sich erleichtert über das beherzte Eingreifen der Politik in die zuletzt chaotische Züge annehmende Finanzkrise. Der Zusammenbruch weiterer großer Banken hätte nach Ansicht von Branchenkennern zu unkalkulierbaren weiteren Risiken geführt. Zuletzt war mit Island sogar erstmals ein Staat mehr oder minder bankrott gegangen.

BankingPortal24.de
13.10.2008

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Rettungsplan, Garantien, Eigenkapital, Bundesregierung, Börsen

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