Ist unser Geld noch sicher?








Ist unser Geld noch sicher?

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Die Finanz- und Hypothekenkrise schockt seit gut einem Jahre die Anleger. Die jüngsten Zusammenbrüche amerikansicher Banken lassen schlimmstes befürchten. Die heftigen Turbulenzen an den internationalen Kapitalmärkten waren dabei - retrospektiv betrachtet – Symptom einer Krankheit, die das Vertrauen der Marktteilnehmer weltweit nachhaltig erschüttert hat. Viele Anleger fragen sich angesichts von Milliardenabschreibungen, nie da gewesenen Interventionen der Notenbanken und der Pleite bzw. Schieflage international agierender Geldhäuser erstklassigen Renommees, wie sicher die eigenen Gelder sind. Was schließlich nutzt ein komfortabler Kontostand, wenn das Institut, bei dem dieser verzeichnet wird, keine Einlagen mehr auszahlen kann, weil es bankrott ist?

Im Folgenden sollen diese und andere Fragen rund um die Sicherheit des Ersparten beantwortete werden. Weiterhin sollen mögliche Maßnahmen zur Sicherung des eigenen Vermögens aufgezeigt werden.

Einlagensicherung in Deutschland

Bankguthaben in Deutschland sind grundsätzlich gegen den Verlust im Zuge der Insolvenz eines Kreditinstitutes gesichert. Neben strengen Vorschriften zur Eigenkapitalsicherung greifen im Ernstfall weitere Maßnahmen.

Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken erfolgt bei der Pleite eines Hauses in der Regel die Übernahme durch ein anderes zum Verbund gehörenden Instituts. Aufgrund der sehr engmaschigen Struktur sind Einlagen bei den „öffentlichen“ Instituten vermutlich am sichersten. Bei den Instituten können neben Giro- aus Tages- oder Festgeldkonten unterhalten werden.

Die letzte Instanz zur Wahrung der Ansprüche der Anleger ist die gesetzliche Einlagensicherung. Diese wird über einen Fonds zur Einlagensicherung abgedeckt, dem jedes in der BRD tätige Kreditinstitut, das am Zahlungsverkehr teilnimmt, angehören muss. Die Entschädigungseinrichtung deckt 90% der Einlagen jedes Anlegers bis zu einer maximalen Höhe von 20.000 Euro ab. Wer demnach exakt 20.000 Euro bei einem insolventen Haus unterhält, bekommt vom Einlagensicherungsfonds 18.000 Euro zurückerstattet. Belaufen sich die Einlagen auf 30.000 Euro, werden 20.000 gezahlt.

Welcher Art die Bankguthaben sind, spielt im Insolvenzfall prinzipiell keine Rolle: Tagesgeld wird genauso behandelt wie Einlagen auf einem Giro- oder Festgeldkonto.

Wertpapierdepot nicht in Gefahr

Wertpapiere, wie Aktien, Investmentfonds oder Anleihen, sind im Falle einer Bankpleite für den Anleger nicht verloren. Das Geldhaus fungiert bei Effekten lediglich als Verwalter. Ein Schuldverhältnis, wie es bei Bankeinlagen besteht, existiert in diesem Zusammenhang nicht.

Zertifikate aller Art fallen grundsätzlich auch unter diese Regelung. Hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Papiere von Banken emittiert werden und in rechtlicher Hinsicht einfache Inhaberschuldverschreibungen darstellen. Muss der Emittent Insolvenz anmelden, fallen die über das Zertifikat verbrieften Einlagen der allgemeinen Insolvenzmasse zu.

Wie Anleger und Sparer sich optimal verhalten und welche Produkte am sichersten sind Um das Risiko von Verlusten im Zusammenhang mit der Bankenkrise zu minimieren, sollten Anleger rechtzeitig verschiedene Maßnahmen treffen. Tages- und Festgeld sollten Geldmarkt-ETFs weichen. Diese Fonds stellen rechtlich gesehen ein Sondervermögen dar, sind flexibel zu handeln und bieten gegenwärtig bis zu fünf Prozent Rendite. Bei einer Bankpleite sind sie nicht betroffen. Wer auf Tagesgeldkonten nicht verzichten möchte, streut das Vermögen über verschiedene Kreditinstitute, wobei in jedem Haus maximal 20.000 Euro angelegt werden sollten, um dem Niveau der gesetzlichen Einlagensicherung Rechnung zu tragen. Es gilt, dass Sparkassen und Genossenschaftsbanken grundsätzlich als sicherer einzustufen sind als Kreditinstitute der Privatwirtschaft.

Wer einen Kollaps des weltweiten Finanzsystems für möglich oder wahrscheinlich hält, muss zwingend noch weitere Maßnahmen treffen. Für den Fall, dass Geld seinen Wert verliert. Bedarf es Gold- und Silbermünzen, die in Krisenzeiten stets als werthaltige Anlage sowie als zuverlässiges Zahlungsmittel gelten. Die Metalle können zuhause oder in einem Bankschließfach aufbewahrt werden. Letzteres wird im Falle einer Insolvenz des Instituts nicht geräumt; analog zu Wertpapierdepots ist ein Schließfach als Verwaltungsgegenstand zu betrachten.

Lesen Sie zum Thema Einlagensicherung auch die detaillierten Ausführungen in unserer Rubrik Wie sicher ist Ihr Geld? Wir geben Ihnen die Antworten zur Einlagensicherung.

BankingPortal24.de
18.09.2008

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Kommentare:
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zuni schrieb am 18.09.2008 11:54:28

Hat jemand Erfahrungen mit der Einlagensicherung bei der Citiibank? Citigroup ist ja auch ein amerikanischer Konzern :o)



Keywords: Finanzkrise, Kapitalmärkte, Einlagensicherung, Bankenpleite, Milliardenabschreibungen, Bankeninsolvenz

Abrufe: 2004

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