Lohnt sich Bausparen? Eine Kalkulation.






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Lohnt sich Bausparen? Eine Kalkulation.

Die eigenen vier Wände sind für deutsche Häuslebauer noch immer ein Vorhaben mit allerhöchster Priorität. In der Tat bietet Immobilieneigentum verschiedene Vorzüge: Im Ruhestand kann mietfrei gewohnt werden und das Dach über dem Kopf stellt einen gegen Inflation und Krisen sicheren Vermögensgegenstand dar, der unabhängig von der Entwicklung an den Kapitalmärkten einen soliden Gebrauchsnutzen bietet.

Das für die Finanzierung des Eigenheims notwendige Eigenkapital, das von Banken mit zehn bis dreißig Prozent bezogen auf die Investitionskosten beziffert wird, wird klassischerweise über einen Bausparvertrag angespart. Die schon seit Jahrzehnten genutzte Vorgehensweise zeichnet sich durch Transparenz und Sicherheit aus. Experten allerdings zweifeln an der Profitabilität des Bausparens und schlagen Alternativen vor. Anhand einer simplen Beispielkalkulation soll an dieser Stelle aufgezeigt werden, wo die Schwachstellen der Bausparkassen liegen und welche Möglichkeiten zur Bildung von Eigenkapital über einen Bausparvertrag hinaus bestehen.

Ausgangspunkt für die Kritik der Experten an klassischen Bausparverträgen ist die Differenz zwischen der Guthabenverzinsung, die Vertragsinhaber auf ihre geleisteten Einlagen erhalten und der Sollzinsen auf das Bauspardarlehen, auf das mit dem Vertragsabschluss ein Anspruch erworben wird. Diese beläuft sich - je nach Anbieter und Tarif – auf durchschnittlich zwei bis drei Prozentpunkte. Ein Blick auf die nächstbeste Alternative zeigt, dass diese Konditionen unvorteilhaft sind: Wer sein Geld nicht in einem Bausparvertrag unterhält, sondern es auf ein Tagesgeldkonto einzahlt, kann eine Guthabenverzinsung in Höhe von rund 4,5 Prozent problemlos und auf Dauer erzielen. Die Sollzinsen für eine Hypothek mit einem Beleihungsauslauf von bis zu sechzig Prozent (die aufgrund des nicht zur Verfügung stehenden Bauspardarlehens notwendig ist) betragen derzeit knapp fünf Prozent bzw. etwas mehr als fünf Prozent bei langfristigen Zinsbindungen. Die Zinsdifferenz beläuft sich bei der nächstbesten Alternative demnach auf deutlich weniger als ein Prozent.

Das Ansparen auf einem Tagesgeldkonto lohnt sich nicht nur aufgrund der deutlich günstigeren Zinskonstellation, sondern bietet auch darüber hinaus handfeste finanzielle Vorteile: Während bei Abschluss eines Bausparvertrages eine Gebühr in Höhe von durchschnittlich einem Prozent der Bausparsumme (also der Summe aus Einzahlungen, Guthabenzinsen und Darlehen) fällig wird, sind Tagesgeldkonten bei fast allen auf dem deutschen Markt tätigen Banken kostenlos.

Befürworter des Bausparvertrages argumentieren, dass bei der Eigenkapitalbildung über ein Tagesgeldkonto kein Anspruch auf ein günstiges Bauspardarlehen erworben wird und demnach Hypotheken mit einem Beleihungsauslauf von mehr als sechzig Prozent und dementsprechenden Zinsaufschlägen aufgenommen werden müssen. Diese Argumentation ist leicht zu entkräften: Durch ein Darlehen der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau, das zinsgünstig ist und nachrangig ins Grundbuch eingetragen werden kann, reduziert sich der Anteil der Eigenmittel an den Investitionskosten, der zur Vermeidung von Zinsaufschlägen notwendig ist, auf zehn Prozent.

Auch der Hinweis auf staatliche Förderungen wie Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage macht Bausparverträge nicht attraktiver: Um die Zulagen in voller Höhe abgreifen zu können, bedarf es lediglich Einzahlungen in einen Bausparvertrag von wenigen hundert Euro jährlich: Der wesentliche Teil der Bemühungen kann über ein Tagesgeldkonto abgewickelt werden.

Fazit: Bausparen lohnt sich nicht. Besser ist das Ansparen über ein Tagesgeldkonto und die Finanzierung über eine klassische Hypothek.

BankingPortal24.de
17.09.2008

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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Keywords: Bausparen, Bausparvertrag, Bausparkasse, Immobilieneigentum, Finanzierung, Eigenheim

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