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Vermögen gegen Inflation versichern - geht das?
Die Teuerungsrate im Euroraum erklimmt immer neue Höhen: 3,6 Prozent legte der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) im Mai gegenüber dem Vorjahr zu. Ursächlich für den ungewohnt starken Preisdruck sind die Hausse an den Energiemärkten sowie die dramatisch angestiegenen Preise für Nahrungsmittel.
Was Autofahrer an der Tankstelle und Verbraucher im Supermarkt ärgert, verunsichert auch Anleger zunehmend. Die Realrenditen von verzinslichen Geldanlagen sinken dramatisch: Nach Steuern und Inflation bleibt praktisch kein Vermögenszuwachs. Niedrig verzinste Anlagen verlieren sogar an Kaufkraft – ein Umstand, der zu schleunigem Handeln zwingt.
Anleger können mit verschiedenen Maßnahmen ihr Vermögen gegen Geldentwertung absichern, wobei sich das Spektrum der zur Verfügung stehenden Instrumentarien in den vergangenen Jahren deutlich erweitert hat. Seit Beginn des Jahres können an der Eurex spezielle Inflationsderivate gehandelt werden, die eine Absicherung gegen Preistendenzen im kurzfristigen Bereich ermöglichen. Für private Zwecke allerdings eignen sich diese Produkte aufgrund ihrer Komplexität und der besonderen Bedingungen für den Marktzugang nicht.
Privatanleger sind gut beraten, sich der klassischen Methoden zur Inflationssicherung zu bedienen. Offene Immobilienfonds beispielsweise werden traditionell als im Wert sichere Geldanlage betrachtet, sofern der Anlageschwerpunkt der Sondervermögen in Deutschland liegt. Im Zuge der ab dem nächsten Jahr zur Anwendung kommenden Abgeltungssteuer gewinnen die Produkte im Vergleich mit anderen Anlagen sogar an Attraktivität: Immobilienfonds können Veräußerungsgewinne nach Ablauf der Spekulationsfrist von 10 Jahren auch weiterhin steuerfrei veräußern.
Die Beimischung von Rohstoffen zu einem Wertpapierportfolio ist eine weitere, in der Vergangenheit bereits bewährte Methode bei der Sicherung eines Vermögens gegen Inflation. Rohstoffe steigen tendenziell im Preis, wenn die Geldmenge im Markt sich erhöht oder deren Umlauf Beschleunigung erfährt. Edelmetalle sind dabei prinzipiell genauso zweckmäßig wie fossile Brennstoffe. In der gegenwärtigen Situation allerdings ist der Einstieg in die Märkte mit einem nicht unerheblichen Kursrisiko verbunden: Die Hausse dauert schon verdächtig lange an.
Seit einigen Jahren existieren am Markt spezielle Inflationsanleihen, die sowohl von öffentlichen wie privaten Emittenten angeboten werden. Dabei wird entweder eine Basisverzinsung zuzüglich der gemessenen Inflationsrate in Form eines jährlichen Kupon gezahlt oder aber die am HVPI gemessene Teuerungsrate mit einem Faktor multipliziert und dann ausbezahlt. Die Papiere bieten einen wirksamen Schutz gegen Kaufkraftverluste, können aber in Zeiten niedriger Teuerungsraten auch unterdurchschnittlich performen.
Fazit: Anleger müssen der Geldentwertung nicht tatenlos zusehen. Es ist problemlos möglich, die im Portfolio befindlichen Werte gegen Inflation abzusichern.
BankingPortal24.de
19.06.2008
Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
Keywords: Geldanlage, Vermögen, Inflation
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