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Vermögensaufbau mittels Fondssparen - Teil 2
Im ersten Teil haben wir etwas über das Sparen mit Fonds erfahren und worauf geachtet werden soll. In diesem 2. Teil gibt es Wissenswertes zum Vermögensaufbau mit Investmentfonds.
Die Fondstypen
Wer ein Depot eröffnet, wird zunächst einmal auf seine Risikofreude hin getestet. Diese erstreckt sich von 1 wie Angsthase bis hoch zu 5, wo die Sparer ohne Nerven herum dümpeln. Die meisten werden sich bei 3 wiederfinden und die Möglichkeit haben, global Aktienfonds zu kaufen, was sicher auch reicht, um ordentlich zu verdienen. Mit der Risikoklasse werden die Anleger geschützt, damit sie nicht zufällig, im Unwissen oder aus Freude am Spekulieren ihr Geld in Produkte anlegen, die mit dem Kenntnisstand nicht zu vereinbaren sind. Um in Anlagen hoher Risikoklassen zu investieren, sind fundierte Kenntnisse notwendig.
In der Risikoklasse 1 (sehr sicher) finden Sie Geldmarktfonds ohne Ausgabeaufschlag. Geldmarktfonds sind exzellente Parklandschaften für Ihr Kapital und dienen hervorragend als Sparbuch- oder Festgeldersatz. Das Geld steht täglich zur Verfügung, so dass diese Anlage als sehr flexibel bezeichnet werden kann. Sicher ist sie allemal. Der Anleger ist frei von Verlängerungsoptionen und Kündigungsfristen.
Die Risikoklasse 2 (sicher) beherbergt Renten, Immobilien und Garantiefonds, wobei wir die Garantiefonds einmal außer Acht lassen wollen, denn wie an anderer Stelle bereits berichtet, kostet die Garantie sehr viel Gewinn und ist daher meist unrentabel (siehe auch unten). Renten und Immobilien aber zeichnen sich meist mit einer stetig steigenden Kurve aus und stabilisieren jedes Depot. Da sie trotzdem einen ansehnlichen Gewinn einfahren und nicht soviel Ausgabeaufschlag kosten wie Aktienfonds, sind sie hervorragend dazu geeignet, errungene Gewinne aus Fonds mit höheren Risiken umzuschichten, um sie langfristig zu halten.
Die mittlere Risikoklasse hat die Nummer 3 und ist Heimat der Mischfonds (Aktien und Renten), internationalen Rentenfonds und Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland, sowie so mancher Dachfonds. Hier lässt sich bereits gut Geld vermehren. Allerdings ist in dieser Klasse bereits ein etwas längerer Atem notwendig. Es darf nicht vergessen werden, dass wir uns schon im Anlagefach „Langfristig“ befinden.
Die Risikoklasse 4 (hoch) investiert jetzt in reine Aktienfonds, und das international, also nicht nur in Deutschland und Europa, wie Fonds mit geringerer Risikoklasse. Auch dynamische Dachfonds sind hier zu finden.
Die Risikoklasse 5 ist als spekulativ zu bezeichnen und sollte auch als solche verstanden werden. Hier sollten nur Anleger auftreten, die auch wirklich Geld zum Spekulieren übrig haben. Damit ist nicht gemeint, dass es verlustig gehen wird oder könnte. Aber mitunter sind ein langer Atem und ein stabiles Nervenkostüm notwendig, um hier zu agieren. Zum Beispiel können die hier aufgeführten Hedgefonds mit Ihren unterschiedlichen Anlagestrategien sehr spekulativ sein, vor allem die sogenannten Single - Hedgefonds, die sich auf eine einzige Strategie verlassen. Geht diese in die Hose, kann es zu schmerzlichen Verlusten kommen. Der Gesetzgeber verlangt daher bei jedem Kauf eine Erklärung des Anlegers, dass dieser über die Möglichkeit des Totalverlusts informiert wurde.
Sparpläne
Die effektivste Möglichkeit, ein Vermögen aufzubauen, besteht im Errichten von Sparplänen.
Anhand von Sparplänen wird Monat für Monat ein festgelegter Betrag in verschiedene Fonds eingezahlt. Verschieden deshalb, weil durch eine breite Streuung das Risiko minimiert wird. Hier ist es besonders sinnvoll, nicht nur in mehrere Fonds der gleichen Art (also zum Beispiel in Aktienfonds) einzuzahlen, sondern gleich so weit im Markt streuen, dass gar nichts mehr passieren kann, wenn es irgendwo kriselt. Gehen die Aktien in die Knie, weil Zinsen hochgeschraubt werden, dann fangen das die Renten auf. Und wenn die Immobilien schwächeln, weil ein paar Banken in ihrer Gier jede Vorsicht außer Acht ließen, sind die Groschen vielleicht bei den erneuerbaren Energien gut aufgehoben. Wie auch immer, beim monatlichen Sparen kommt der Cost Average Effect zum Tragen und schaukelt die Gewinne hoch, auch wenn die Dividenden nicht so üppig ausfallen sollten.
Gewichtung des Depots
Ein ausgeglichenes Depot ist eine feine Sache. Es sollte Platz für Bares haben, damit im Notfall auf Liquiditäten zugegriffen werden kann. Es sollte Aktienfonds beinhalten, die durch ihre Volatilität die Gewinne herbei schaufeln, und es sollte Renten und Immobilienfonds aufweisen können, die mit ihrem ausgewogenen Verhalten für Ruhe in der Anlage sorgen.
Ihr Risikoverhalten bestimmt, wie Ihr Depot gewichtet ist.
Was sind Sie für ein Typ? Sind Sie
- konservativ? Dann landen 70% Ihres Geldes in Renten-, Immobilien- und Geldmarktfonds. 30% werden in Aktien angelegt.
- ausgewogen? Dann beträgt das Verhältnis zwischen Renten/Immobilien und Aktien je 50%.
- Wachstum: Da ist es genau umgekehrt wie bei konservativ: 30 zu 70 steht hier das Verhältnis.
Geldmarktfonds sollten immer inländischer Herkunft sein, da ausländische Zinsen nicht freigestellt werden können. Ausländische thesaurierende Fonds sind daher immer ein Problem. Ausschüttende Fonds sollten diesen vorgezogen werden.
Garantiefonds dürfen nur im Ausland aufgelegt werden und thesaurieren außerdem. Zwei Gründe, warum wir sie getrost vergessen können.
Ein Rentenfonds ist abhängig von der Restlaufzeit der Anleihen, der Währung, Bonität und vom Zinssatz. Daraus resultiert die Sicherheit. Den Zinsertrag kann der Anleger fast selbst bestimmen, indem er sich entsprechende Rentenfonds aussucht.
Sie wissen nicht, was der Unterschied zwischen den oben beschriebenen Begriffen Ausschüttung und Thesaurierung ist? Na dann wollen wir mal:
Ausschüttung bedeutet, dass für einmal im Jahr den erzielten Gewinn neue Anteile gekauft werden.
Thesaurierung heißt, dass die Preise der Fondsanteile wachsen. Das ist bei ausländischen Fonds nicht jedermanns Geschmack, denn hier wird am Ende versteuert, wenn die Fondsanteile wieder veräußert werden. Inländische Fonds sind zwar noch steuerfrei, aber das legt sich im Januar 2009, wenn die heiß ersehnte Quellensteuer kommt.
Achtung: Sind wirtschaftlich Berechtigter und Kontoinhaber unterschiedlich, kann kein Freistellungsauftrag gestellt werden, da die Ausschüttung weder dem einen, noch dem anderen zugewiesen werden kann.
Ein Depot sollte eine „runde Sache“ sein und zu je 25% aus Aktienfonds, Rentenfonds, Immobilienfonds und Geldmarktfonds bestehen. Damit besitzen Sie ein gut gewichtetes Depot. Bekommen die Aktienfonds durch kräftige Kursgewinne Übergewicht, ist es ratsam, Teile davon zu verkaufen und in die anderen drei Viertel zu verteilen, damit wieder ein ausgewogenes Verhältnis entsteht.
Viel Spaß beim Verteilen wünscht Ihnen das Team von Bankingportal24.
BankingPortal24.de
31.10.2007
Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
Keywords: Fonds, Aktienfonds, Depots, Renten, Risiko, Geldmarktfonds, Immobilien, Anleger
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